Anfang November werden in einem ehemaligen Studentenwohnheim 60 Flüchtlinge einziehen. Das Haus war zum Verkauf ausgeschrieben, die Verträge mit den bisherigen Bewohnern waren ohnehin bis zum September gekündigt worden. Daher bot sich dieses Gebäude als Unterkunft für Asylbewerber an. Bürgermeister Hacker ergänzte, dass man es zuvor verschiedenen Firmen angeboten hatte, aber auf kein Interesse stieß. Es wird durch die neue Nutzung also niemandem etwas weggenommen.

Die Zahl der Asylbewerber (außer Erstaufnahme) steigt in Herzogenaurach damit auf knapp 170. Weitere dezentrale Unterbringungen sollen folgen. ASB-Geschäftsführer Jürgen Seiermann sicherte zu, dass man als Unterstützung für den ehrenamtlichen Helferkreis einen hauptamtlichen Koordinator einstellen wolle. Auch der Asylsozialberater Steffen Bauer soll Unterstützung erhalten. Bürgermeister Hacker sagte, dass die Stadt auf dem Wohnungsmarkt aktiv werde. Und zwar generell, auch unabhängig des Flüchtlingsproblems. Man müsse bezahlbaren Wohnraum schaffen. Der stehe dann ebenso anerkannten Asylbewerbern offen. Speziell Wohnhäuser ausschließlich für Flüchtlinge zu errichten, das aber wäre ein falsches Signal.


Jede Woche 50

Unabhängig davon gilt das Angebot, im Gewerbegebiet an der Bamberger Straße ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, auf dem Container errichtet werden könnten. Das werde vom Landkreis gerade geprüft, sagte Landrat Tritthart. Solche Unterkünfte seien aber nur vorübergehend auf maximal fünf Jahre befristet. Bis dahin sollte der Wohnungsbau greifen.

Zusätzlich zu den rund 1200 Asylbewerbern im Landkreis kommen jede Woche nochmal 50, die im Landkreis untergebracht werden müssen, wie Tritthart sagte.