Alfred Kupfer, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der beiden Höchstadter Schaeffler-Werke, rechnete beim ersten Warnstreik der IG Metall vor dem Höchstadter Werkstor vor, was die von den Arbeitgebern angebotenen 2,1 Prozent Lohnerhöhung bedeuten. Bei 2494 Euro brutto in der Entgeltgruppe 4A wären das 52 Euro.

Weil Schaeffler zu den besonders gut laufenden Betrieben zählt, könnte noch die von den Arbeitgebern optional angebotene Einmalzahlung von 0,3 Prozent dazu kommen. Das wären vor Steuer 7,55 Euro. Bei einem verheirateten Mitarbeiter mit Steuerklasse 4 blieben laut Kupfer 27 Euro übrig, von der Einmalzahlung noch 4,21 Euro. "Wir sind sprachlos", sagte der Arbeitnehmervertreter.

Rund 150 Kollegen beteiligten sich an dem Warnstreik in Höchstadt, zu dem sie Thilo Kämmerer von der IG Metall in Bamberg und Bernhard Schmitt vom "Vertrauenskörper", dem Sprachrohr von den Mitarbeitern im Betrieb zur Verwaltung der Gewerkschaft, begrüßte.

Alfred Kupfer, der die 1700 Schaeffler-Mitarbeiter in Höchstadt vertritt, kann seinem Betrieb ein stabiles Wachstum, gute Auslastung und eine hohe Rendite attestieren. Kupfer: "Reicht das nicht aus?" Vor diesem Hintergrund kämpfe man für eine angemessene Erhöhung der Einkommen und schließe sich der Fünf-Prozent-Forderung der IG Metall an. "Wie weit würde Schaeffler kommen ohne uns?", fragte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Den Vorsitzenden entschuldigte Kupfer, der weilte schon im Urlaub.

Kämpferischer präsentierte sich Thilo Kämmerer: "Der Streik heute ist noch sehr piano. Aber wenn die Arbeitgeber nächste Woche mit dieser Provokation weitermachen ..." Wer die IG Metall in den Arbeitskampf zwinge, werde ihn bekommen, sagte er.