Noch 100 Tage dauert es, bis in Erlangen der Berg eingeläutet wird. Am Faschingssonntag stimmten Posaunenk länge vom Erlanger Bergkirchweihgelände zahlreiche Anwesende auf dieses Ereignis und die 100 Tage davor ein.

Das gute Wetter begünstigte die Veranstaltung, sodass es auf dem Erich-Keller auf dem Bergkirchweihgelände zuging wie in Wallensteins Lager. Da wurde Brotzeit gemacht und auch gegrillt.

Seit 1983, also heuer zum 33. Mal, werden mit einer Zeremonie die letzten 100 Tage bis zum Berg angezählt. Erstmals war das am 13. Februar 1983 der Fall. Einer der Initiatoren, Hannes Hacker, ist auch jetzt immer noch dabei.

Für ihn ist diese Auftaktveranstaltung schöner als die eigentliche Kerwa, weil sich hier alles auf das Wesentliche reduziert: Gutes Bier, eine gute Brotzeit und vor allem keine laute Musik. Eigentlich der gleiche Antrieb wie bei einem Frühschoppen auf einem richtigen fränkischen Bierkeller. Und am liebsten ohne kommerzielle Seiten. "Wer vom mitgebrachten Bier zapft, zahlt einen kleinen Obolus. Und auch das Essen wird aus eigenen Antrieb mitgebracht. Wir hätten gern, dass es so bleibt", betont Hacker.


Nach dem Gottesdienst

Allerdings missbilligt er die Tatsache, dass der Beginn immer weiter "vorverlegt" wird. Für ihn ist der Beginn um 11 Uhr angesagt, wenn von der Altstädter Kirche die Glocken läuten. Damit teilt er die Meinung des Senior-Chefs der Steinbach-Bräu, Dieter Gewalt.

Mit dem Countdown am Faschingssonntag in Erlangen wird die fünfte Jahreszeit, und dabei handelt es sich in Erlangen natürlich um den Berg, richtig angezählt. Passend dazu war die musikalische Umrahmung mit dem Bläserchor Frauenaurach unter Ernst Moritz. Nach 11 Uhr, als der Klang der Glocken der Altstädter Kirche verhallt war, stimmten die Musiker ein Stück an.

Außerdem waren noch weitere "Gebinde" mit flüssigem Gold aus der Region vor Ort, aus denen meist gegen eine kleine Spende gezapft werden konnte. Mit dabei war in diesem Jahr auch Matthias Walz aus Reuth, der ein "Sandhos"-Helles mit Cascade-Hopfen eingebraut hatte. Den Namen wählte er übrigens nach dem Spitznamen der Reuther.

Eine Gruppe hatte ein Fässchen Krug-Bräu aus Breitenlesau mitgebracht. Eine andere um Andreas Schiller, Michael Schulz und Michael Seeberger ein Fuchs-Beck-Bier aus Sulzbach-Rosenberg. Damit dürfte es sich um das am weitesten gereiste Bier handeln. Die anderen Biere stammten aus der Region.

Dazu zählte ein gestiftetes 30-Liter-Fässchen Storchenbier der Steinbach-Brauerei. Es fließt als die beliebteste Sorte bei Steinbach aus dem Zapfhahn, wie Brauer Michael Wenk verriet, der von Seniorchef Dieter Gewalt unterstützt wurde.

Bernsteinfarben strahlte im Krug von Kurt Adler, einem der Erlanger Hobbybrauer, von ihm im Junkersdorfer Kommunbrauhaus selbstgebrautes Kellerbier.

Einen dunklen Bock mit dem Namen "Fränkische Nacht" hatte Josef Koblischek aus Buckenhof mitgebracht. Das Bier wurde aufwendig im Zwei-Maisch-Verfahren hergestellt. Dabei hatte er auch einen hellen Weizenbock. Die Sudstätte trägt übrigens den Namen "Ränch-Bräu" Buckenhof.


Neue Kreation

Die Vierbräu steuerte ein helles fränkisches Bier bei, wie drei der vier Initiatoren, Claudio Großner, Petra "Willy" Paulsen und Andreas Sperr erklärten. Bernd Schirmer hat unter dem Herkunftsnamen "Schirmer-Bräu" ein Kellerbier kreiert.

Dagegen wagte in diesem Jahr Rene Ermler mit seinem belgischen Strong Ale eine neue Kreation.


Nicht auf nüchternen Magen

Als "Unterlage" waren Gulden-Brezen sehr geeignet, die Bäckermeister Georg Gulden höchstpersönlich vorbeibrachte. Außerdem versorgte die Familie Heinz und Rosi Müller, die alljährlich mit einem Bratwurststand und Müllers Bergstation am Weller-Keller am Berg vertreten ist, die Hungrigen mit fränkischen Bratwürsten.

Nach dem gelungenen Auftakt steht eigentlich einer guten Bergkirchweih nichts mehr im Wege. Es ist zu hoffen, dass das Wetter zur Bergkirchweih besser ist.