Und wenn sich dann einmal ein Hoch in die Gegend verlief, sorgte Hochnebel dafür, dass nur ja kein Sonnenstrahl durch die Nebeldecke dringen konnte.

Dazu die kurzen Tage. Ende Dezember wurde es um 8.19 Uhr früh hell, gegen 16.16 Uhr war's auch schon wieder dunkel. Buchstäblich einziger vorübergehende Lichtblick in diesen Wochen: die leuchtenden Kerzen am Weihnachtsbaum. 96 Sonnenstunden gab's im deutschen Schnitt von Anfang Dezember bis Ende Februar.

Ein Minusrekord in der Geschichte der Meteorologie und der seit 1951 flächendeckend vorgenommenen Wetteraufzeichnungen. Der Mensch reagiert natürlich auf seine Umgebung. Trübes Wetter drückt auf die Stimmung. Es kann zur Winterdepression kommen, mit Begleiterscheinungen wie Verlängerung der Schlafdauer, plötzlich verstärktem Appetit auf Süßigkeiten und damit einhergehend - Gewichtszunahme. Wer sich hier erkennt, der hat oder hatte sie - die Winterdepression, unter Fachleuten auch Seasonal Affective Disorder (SAD) genannt.

Ursache diesen Übels ist schlicht der Lichtmangel. Der verändert nämlich das Zusammenspiel körpereigener Hormone, weiß die Medizinmeteorologin Christina Koppe-Schaller. "Über das Auge regelt das Sonnenlicht die Hormon-Produktion."Nimmt das Auge nur wenig Licht auf, kommt es zu einem niedrigeren Serotoninspiegel im Körper. Im Ergebnis ist der Mensch antriebslos und schlapp. Mediziner raten zur Wiederbelebung des Kreislaufs zu Wechselduschen und Saunabädern. Dass die Skandinavier so ausgeprägte Sauna-Fans sind, kommt also nicht von ungefähr.

Ab der kommenden Woche wird das alles anders. Mit dem Sonnenschein und der steigenden Lichtintensität produziert der menschliche Körper verstärkt Serotonin und Dopamin. Die medizinische Erklärung dafür, dass sich der Mensch bei Sonnenschein einfach besser fühlt, sich sogar in eine euphorische Stimmung versetzen lässt.

Wie sieht es eigentlich mit einer Winterdepression bei Tieren aus? Es scheint sich dabei mehr um eine menschliche, weniger um eine tierische Schwäche zu handeln. Vermutet zumindest die Pressesprecherin des Nürnberger Tiergartens, Nicola Mögel. Kann natürlich auch sein, dass die in Zoos lebenden Tiere mit ihrem täglich gleichen Rhythmus von Pflege und Fütterung witterungsbedingte Ausschläge nicht in der gleichen Intensität wahrnehmen wie der Mensch.

Wie auch immer, mit dem meteorologischen Frühlingsstart soll auch ein deutlicher Anstieg der Temperaturen in Franken einhergehen. Der deutsche Wetterdienst prognostiziert bis kommenden Dienstag einen Anstieg der Temperaturen von heute fünf auf dann neun Grad. Noch etwas optimistischer gibt sich der "Wetterochs". Wenn er mit seiner Prognose richtig liegt - das geschieht öfter - werden am kommenden Donnerstag bereits 14 Grad erreicht. Und man lese und freue sich: Um den 10. März herum sollen die Werte doch tatsächlich auf bis zu 20 Grad steigen. Also doch: Der Frühling steht vor der Tür.