"Wenn ich an unsere Jungs denke, da spielt Ehrgeiz auf jeden Fall eine Rolle, es wird um jedes Hundertstel gekämpft", erzählt Ullrich Flurschütz, Skischulleiter und Vorsitzender des Wintersport- und Freizeitclubs (WFC) Coburg-Neukirchen. Worum es geht? Um den Kreisskitag, der am Samstag den 02. Februar stattfindet. Das Ski- und Snowboardrennen fand schon vor knapp dreißig Jahren statt. Einmal im Jahr messen sich große und kleine Wintersportler aus der Region, "einige Male musste es aber wegen Schneemangels ausfallen", wie Flurschütz erzählt. Heuer gibt es keinen Grund zur Sorge: "Die Bedingungen sind optimal, der Kreisskitag wird definitiv stattfinden."

Erwartet werden zwischen 50 und 100 Teilnehmer. "Die jüngsten sind zwischen dreieinhalb und vier Jahre alt, der älteste ist 78", erzählt Flurschütz. Ansonsten sei der Ablauf so wie jedes Jahr - nur, dass diesesmal zwei große Zelte neben der Piste stehen. Die dienen nicht nur der Apre-Ski-Party am Samstag, sondern darin feiert der WFC am Freitag, den 1. Februar, sein 50. Jubiläum.

50 Jahre Vereinsbestehen

Seit einem halben Jahrhundert steht der Schlepplift in Neukirchen und noch immer läuft er im Winter auf Hochtouren. Wieso der Verein so lange schon besteht? "Wir bieten die einzige Möglichkeit im Coburger Land, um alpin Ski zu fahren", sagt der Vorsitzende. Das betont auch Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) in der Festzeitschrift: "Durch den in Neukirchen betriebenen Skilift ist die Gemeinde weit über die Grenzen hinaus bekannt." Mit über dreißig Skilehrern zählt der WFC zu "einer der größten DSV-Skischulen Nodbayerns", erzählt Flurschütz mit Stolz. Dem Verein gehe es generell gut. Seit Mitte/Ende Januar ist der große Skilift im Betrieb, die Skifahrer kommen nach wie vor, die Skikurse sind gut besucht.

Probleme des Vereins

Ein warmer Winter, und dadurch ein schlecht laufendes Geschäft, würde den Verein aber nicht kalt lassen: "Vergangenes Jahr war es sehr schlecht. Dieses Jahr sieht es gut aus, vielleicht können wir drei oder vier Wochen länger geöffnet haben." Schnee sei zwar ausreichend vorhanden, sicherheitshalber wurden die Schneekanonen am Donnerstag noch einmal angeschmissen. "Am 12. Dezember haben wir mit dem Beschneien angefangen. Über Weihnachten, als es noch mal warm wurde, mussten wir wieder beschneien."

Zwar könne niemand etwas für das Wetter, aber der Verein sei nun mal ein wirtschaftlicher Betrieb. Wenn der Schnee und die kalten Temperaturen ausbleiben, so würden die Kosten ja auch nicht ausfallen. "Wir müssen zum Beispiel das Personal bezahlen, die Bewirtung und den Tüv für unseren Skilift."

Trotz des Alleinstellungsmerkmals hat der WFC "wie viele anderen Vereine auch ein Nachwuchsproblem." Zwar beträgt der Jugendanteil bei etwa 800 Mitgliedern 78 Prozent, allerdings sei der hohe Anteil den Skischulen geschuldet. Denn die Skischüler müssen sich als Mitglieder anmelden. Ohne sie blieben dem Verein etwa 200 Mitglieder und ein Kern von 40 Personen, die aktiv mithelfen. Und auf die zählt Flurschütz: "Allein für den Wettkampf brauchen wir zum Beispiel zwei Leute am Start, drei bis vier Torrichter an der Piste und am Ziel sowie drei bis vier Leute, die sich um die Auswertung und das Drucken von Urkunden kümmern."

Probleme mit der Sicherheit oder bei den Vorbereitungen für den Wettkampf dürfte es keine geben, denn den meisten sei der Aufbau schon in Fleisch und Blut übergegangen. "Das Ganze dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden." Erst am Samstag in der Früh wird der Parcours gesteckt und die Absperrungen aufgestellt.

Datenschutz beim Skifahren

Probleme bereitete wenn dann nur die neue Datenschutzgrundverordnung. "Wenn einer drauf besteht, dass sein Name nicht auf der Ergebnisliste erscheint, dann kann er leider nicht starten", erklärt der Vorstand. Damit es an der Piste keine Probleme gibt, mussten die Wettstreiter schon bei ihrer Anmeldung den Richtlinien Zustimmen. Auch ohne Voranmeldung können Interessierte noch gegen eine Gebühr von zwei Euro am Kreisskitag teilnehmen. Vielleicht macht das Ullrich Flurschütz auch, je nachdem, ob er Zeit dafür findet. "Ich würde schon gerne mitmachen", sagt er grinsend. Sein Profitipp: Nicht nur das Können der Wintersportler, sondern auch die Ausrüstung trägt entscheidend zum Erfolg bei. Also: Bevor es losgeht, erst die Skier wachsen.

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