Start in die neue Wahlperiode des Bad Rodacher Stadtrats: Zur konstituierenden Sitzung traten unter der Leitung von Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) neun neu gewählte und elf im Amt bestätigte Stadträte am Montagabend im Festsaal des Jagdschlosses zusammen. "Große Aufgaben stehen vor uns, da müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen", forderte Ehrlicher das Gremium zur konstruktiven Zusammenarbeit auf.
Zunächst vereidigte der Bürgermeister die "Neulinge" Hatice Altun, Matthias Thumser (beide SPD), Christina Butterer, Peter Wagner (beide Bürgerverein Bad Rodach/Bad Rodacher Bürgergemeinschaft), Christoph Herold, Nina Klett, Stephan Schink (alle CSU), Lars-Jörg Otto und Udo Trier (Zukunftsforum).

Dann stand die Wahl seiner Stellvertreter auf dem Programm. Nach einhelligem Wunsch aller Stadträte sollte es auch in den nächsten sechs Jahren zwei weitere Bad Rodacher Bürgermeister geben. Bei der Besetzung der Posten gab es keine gemeinsame Linie aller Fraktionen: Während Ernst-Wilhelm Geiling für die Fraktion Bürgerverein Bad Rodach/Bad Rodacher Bürgergemeinschaft (BV/UWR ) die Gauerstädterin Christina Butterer vorschlug, schickte Herbert Müller für die SPD den bisherigen Zweiten Bürgermeister Axel Dorscht ins Rennen. Seine Argumente: Die SPD stelle die stärkste Fraktion, dazu sollte der Zweite Bürgermeister Erfahrung im Stadtrat mitbringen und aus der Stadt Bad Rodach kommen. Dorscht sitze seit 24 Jahren im Stadtrat, auch sei er als Stellvertreter von Gerold Strobel und Tobias Ehrlicher in den letzten sechs Jahren loyal, "kein Parteisoldat" und zeitlich flexibel gewesen. Verdienstausfall habe für ihn nicht bezahlt werden müssen.

Geiling: Stellvertreter möglichst aus einer anderen Fraktion

Dem hielt Geiling entgegen, erst die "sinnvolle Tradition", dass der Stellvertreter aus einer anderen Fraktion als der Bürgermeister komme, habe in der Vergangenheit dazu geführt, "dass wir harmonisch und konstruktiv arbeiten konnten." Die "altgedienten Stadträte" in den eigenen Reihen könnten Butterer zudem unterstützen.
Auf Antrag von Christoph Herold verzichtete der Stadtrat mit 14:7 Stimmen auf eine weitere Vorstellung der Kandidaten und schritt gleich zur Abstimmung. Dorscht scheiterte sowohl in diesem Wahlgang, mit 8:13 Stimmen gegen Butterer, als auch bei der Wahl um den Posten des Dritten Bürgermeisters gegen Nina Klett mit 8:11 Stimmen (bei zwei Stimmen für den nicht nominierten Stefan Schink). Herold hatte für die CSU-Kandidatin damit geworben, doch auch den Wählerwillen zu berücksichtigen. Als Kindergartenleiterin und Vorsitzende der örtlichen Frauenunion verfüge Klett über Führungserfahrung.

Nach ihrer Wahl und Vereidigung bedankten sich beide Bürgermeister-Vertreterinnen für das Vertrauen. Der scheidende Zweite Bürgermeister Dorscht wünschte ihnen "viel Muße, Elan und Glück" bei ihren zukünftigen Aufgaben.

Dann galt es die Mitglieder der Ausschüsse zu besetzen:

Dem Ausschuss für Familie, Jugend, Kultur, Sport und Hauptverwaltung gehören die Stadträte Klett, Schink (für die CSU), Altun, Michael Pertsch, Müller (für die SPD), Gisela Roos, Butterer, Wagner (für BV/UWR) und Rainer Möbus (Zukunftsforum) an.

In den Bau- und Umweltausschuss wurden die Stadträte Dietmar Westhäuser, Herold (für die CSU), Dorscht, Müller, Hermann Liebermann (für die SPD), Geiling, Wagner, Norbert Wacker (für BV/UWR) und Trier (Zukunftsforum) berufen.

Im Werkausschuss sitzen die Räte Schink, Westhäuser (beide CSU), Pertsch, Thumser, Klaus Geuther (alle SPD), Bernd Werner, Roos, Wagner (für BV/UWR) und Trier.

Den Ferienausschuss bilden Klett, Schink, Dorscht, Liebermann, Thumser, Roos, Geiling, Wacker und Otto.

Den Vorsitz dieser vier Ausschüsse hat jeweils Bürgermeister Ehrlicher inne, der auch dem Zweckverband "ThermeNatur Bad Rodach" vorsitzt, in den die Stadträte Schink, Dorscht, Werner und Otto entsandt wurden. Der Rathauschef wird außerdem in die Verbandsversammlung des Zweckverbandes "Sparkasse Coburg-Lichtenfels", in den Büchereibeirat (zusammen mit Schink, Müller und Wagner), in die Vertreterversammlung des Verbandes für Leibesübungen Bad Rodach und Umgebung (zusammen mit Schink, Müller und Wagner) sowie in den Aufsichtsrat der Gasversorgung Bad Rodach (zusammen mit Möbus) entsandt.

Dem Rechnungsprüfungsausschuss, zu deren Vorsitzenden das Gremium Christoph Herold wählte, gehören außer ihm die Stadträte Altun, Geuther, Werner und Otto an.

"Ein Ehrenamt"

Angesichts einer Aufwandsentschädigung von 30 Euro pauschal und 36 Euro pro Sitzungsteilnahme, darauf wies der Bürgermeister hin, handele es sich bei diesen Posten der Stadträte "wirklich um ein Ehrenamt".


/> Die Beauftragten

Zum neuen Jugendbeauftragten bestimmte das Gremium Matthias Thumser (SPD). Zum ersten Seniorenbeauftragten der Stadt wählten die Stadträte Herbert Müller (ebenfalls SPD). Bis eine neue Geschäftsordnung erlassen ist, gelten die Bestimmungen der bisherigen weiter.

Mit Ausnahme der Wahl der weiteren Bürgermeister fielen alle Entscheidungen einstimmig. Zum Schluss der Sitzung verlas Hauptamtsleiter Uwe Schmidt noch die Namen der bereits vor der Sitzung festgelegten Fraktionsvorsitzenden und der Stellvertreter (in Klammern): Dies sind Christoph Herold (Stephan Schink) für die CSU, Axel Dorscht (Herbert Müller) für die SPD, Ernst-Wilhelm Greilling (Norbert Wacker) für BV/UWR und Rainer Möbus (Lars-Jörg Otto) für das Zukunftsforum.

Mit einer Besichtigungsfahrt durch alle Stadtteile Bad Rodachs nimmt das neue Gremium am kommenden Samstagvormittag seine Arbeit auf. Für den nächsten Montag (12.5.) steht dann bereits die erste reguläre Stadtratssitzung an.