An "Tabaluga" kommt in diesen Tagen im Albertinum niemand vorbei. "Tabaluga & Lilli" steht auf einem großen Plakat, das unübersehbar am Haupteingang prangt. Das Musical von Peter Maffay kommt in Coburg als integratives Projekt auf die Bühne - als Gemeinschaftsproduktion des musischen Gymnasiums Albertinum mit der Mauritiusschule Ahorn.

Insgesamt rund 80 Akteure werden "Tabaluga" am Sonntag in großem Rahmen präsentieren - auf der Open-Air-Bühne im Rosengarten. Die Aufführung bei freiem Eintritt ist zugleich der Abschluss des Kinder- und Jugendfestivals "YouCo".

Schöne Tanzszenen

Helmuth Hofmann, Fachbetreuer Deutsch am Albertinum, ist als langjähriger Leiter der Schultheatergruppe Regisseur des Projekts - freilich mit vielfältiger Unterstützung von unterschiedlichster Seite. "Die Besonderheit bei uns ist: Schüler übernehmen zentrale Aufgaben in der Inszenierung", betont Hofmann. So singt Laura Dier nicht nur ein Solo, sondern hat zugleich die Chorleitung und Choreinstudierung übernommen. Für die Choreografie zeichnet ebenfalls eine Schülerin verantwortlich: Stefanie Voß. Den Instrumentalpart übernimmt die Coburger Kult-Band "Six in the Basement", verstärkt durch einige junge Albertiner.


Wie viele Proben erfordert eine solche Produktion?
Helmuth Hofmann: Ich schätze ungefähr 50 bis 60, wobei Probe bedeutet, dass jeweils parallel gearbeitet wird. In einem Raum proben Solisten, in einem anderen zum Beispiel der Chor. Eigentlich ist ein solches Projekt für eine Schule gar nicht machbar. Hier schaffen wir es nur, weil wir von der Schulleitung die Genehmigung haben, in dieser Woche alle gemeinsam in der Turnhalle zu proben. Seit Montag haben wir jeden Tag Durchlaufproben. Die große Herausforderung besteht dann darin, diese Inszenierung am Sonntag als Open-Air-Aufführung zu präsentieren ohne eine Generalprobe auf der Bühne. Die Generalprobe findet am Samstag hier in der Turnhalle statt. Auf der Bühne haben wir am Sonntag nur eine Stellprobe.

Wie sind Sie auf "Tabaluga" gekommen?
Weil wir gedacht haben, dass dieses Stück für ein integratives Projekt wie unseres in Zusammenarbeit mit der Mauritiusschule besonders gut geeignet ist. Es gibt schöne Tanzszenen darin, die dafür regelrecht prädestiniert sind.

Wie bringen Sie die Welt aus Eis und Feuer, in der "Tabaluga" spielt, auf eine Open-Air-Bühne?
Wir verwenden nur sehr wenige Requisiten, haben aber eine aufwendige Lichttechnik zur Verfügung. Und im Hintergrund laufen Videoprojektionen.

Wie haben Sie die Rollen besetzt? Nach einem Casting?
Wir haben ganz bewusst kein Casting gemacht. Bei uns gilt die eherne Regel: Wer will, der darf. Wir sagen den Schülern vorher, worauf sie sich da einlassen. Aber wer es sich zutraut, bekommt die Rolle. Im Grunde beurteilen sich die Schüler untereinander viel strenger als Erwachsene das tun würden. Theaterarbeit ist auch ein sozialer Lernprozess. Die Schüler machen das sehr, sehr gut.

Welches Ziel verfolgen Sie mit dieser Produktion?
Wir haben nicht den Anspruch, den Profis Konkurrenz machen. Unser Ansatz ist ein pädagogischer Ansatz, weil sich durch diese Arbeit Selbstbewusstsein bildet und die Selbstständigkeit gefördert wird.