Wer mit Bäumen Geld verdienen will, der sollte zurzeit einen Wald voller Eichen in bester Qualität haben. Ihre Stämme erzielen bei der Submission der Waldbauernvereinigung Coburger Land kontinuierlich hervorragende Preise. Am Freitag gab Geschäftsführer Manfred Herter die Ergebnisse der jüngsten Verkaufsaktion bekannt. Der teuerste Stamm, die so genannte Braut, ist erneut eine Eiche aus dem Wald der Korporation Roßfeld. Sie kostete 2674,88 Euro und brachte damit 1286 Euro je Festmeter.
Ralf Keller, ebenfalls in der Geschäftsführung der WBV, lenkt die Aufmerksamkeit noch auf einen anderen Stamm. Es ist ein Bergahorn, der vom Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten aufgelegt wurde. Dass er bei 928 Euro je Festmeter 2273,60 Euro kostete, veranlasste seinen Kollegen Herter zu der Feststellung, dass Bergahorn in diesem Jahr besonders erfreulich abgeschnitten hat.


Gutes Gesamtergebnis

Er kann auch mit dem Gesamtergebnis der Submission zufrieden sein. 61 Waldbesitzer waren diesmal beteiligt. Sie boten insgesamt 469,84 Festmeter Wertholz an - eine leichte Steigerung gegenüber 2017 (457,57 fm). 30 Käufer gaben Gebote ab, sieben mehr als im Vorjahr. 97 Prozent der aufgelegten Stämme wurden beboten. Für die verbliebenen drei Prozent fand Herter ebenfalls Käufer. Keiner der Anbieter musste also seinen Baum wieder mit nach Hause nehmen.
Mit einem Gesamterlös von 159 655,36 Euro erreichte die Submission dennoch nicht den Wert des Vorjahres (über 167 000 Euro). Der ragte aber auch deutlich aus dem langjährigen Schnitt heraus.
Dafür stieg der Durchschnittspreis, der mit Eichenstämmen erzielt werden konnte, in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge an. Wurde im Jahr 2016 noch ein mittlerer Preis von knapp 464 Euro erzielt, waren es im vergangenen Jahr schon fast 544 und heuer fast 558 Euro für erstklassige Eichen.
Bei der Buche verzeichnet Manfred Herter nach wie vor eine geringe Nachfrage. Dementsprechend legen die Waldbauern auch kaum Buchenholz bei der Submission auf. Lediglich 1,53 Festmeter wurden angeboten, ein einziger Stamm, der für 123,93 Euro den Besitzer wechselte.
Erlen von guter Qualität werden offenbar nach wie vor gesucht. Knapp 16 Festmeter waren im Angebot und gingen zum Durchschnittspreis von 122,86 Euro weg. "Nur drei Erlen brachten weniger als 100 Euro je Festmeter", resümierte Manfred Herter.
Die Nachfrage nach Eschenholz hält sich konstant. Bei gut 51 aufgelegten Festmetern und einem Durchschnittspreis von 185,33 Euro brachte die "Eschenbraut" aus dem Forstbetrieb Coburg der BaySF einen Erlös von 1333,40 Euro für den Stamm - ein Preis von 452 Euro je Festmeter.
"Die Birke muss weiß sein", stellte Manfred Herter fest. Dann bringt sie auch Geld. Immerhin wurde bei dieser Baumart ein mittlerer Preis von 86,32 Euro erzielt.
Kirsche wird meist nur in geringer Stückzahl angeboten, aber durchaus nachgefragt. Im Schnitt wurden 114,34 Euro pro Festmeter bezahlt.
"Wir haben diesmal den höchsten Anteil an Nadelholz seit Beginn der Submissionen", stellte Manfred Herter fest. Der Grund: Es gibt Käuferinteresse an guten Fichten und Kiefern, das seit Jahren wie bei der Douglasie gleichbleibend festgestellt wird. Bei der Lärche zeigt sich sogar ein verbesserter Absatz gegenüber den Vorjahren. Tannen waren im vergangenen Jahr gar nicht angeboten worden. Heuer lagen gut 15 Festmeter auf, die mit einem Durchschnittspreis von 118,17 Euro deutlich hinter der Fichte liegen. Aber immerhin zeigt das, dass die Tanne sich auch gut verkaufen lässt. Sie ist eine der Hoffnungsträgerinnen unter den Baumarten, wenn der Wald für den Klimawandel fit gemacht werden soll. In unseren Breiten erwarten Forstleute, dass die Tanne mit einer Erwärmung des Klimas besser klar kommt als die Fichte.


Ulme als Rarität

Bei den selteneren Baumarten sticht in diesem Jahr die Ulme ins Auge. Sie ist selten, weil vor Jahren ein Ulmensterben nur wenige Bäume verschonte. Seltenes kostet - in diesem Fall 296,77 Euro Durchschnittspreis bei lediglich 3,1 aufgelegten Festmetern Ulme. Damit lag sie nahe beim Preis für Nussbaum mit 280 Euro für den einzigen angebotenen Stamm von 0,33 Festmetern. Auch Birne war im Angebot und mit 167 Euro je Festmeter bezahlt.
Seit dem Jahr 2000 richtet die WBV Coburger Land eine eigene Submission für ihre Mitglieder aus, so Vorsitzender Wolfgang Schultheiß. Ein echter Vorteil für die gut 900 Mitglieder, denn sie müssten sonst weite Transportwege für ihre Stämme in Kauf nehmen. Und: "Die Submission ist immer auch ein Barometer für den Holzmarkt", stellt Schultheiß fest.


Friederike blieb zahm

Im Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten hat Betriebsleiter Albert Schrenker schon bei den Revierleitern die Schäden durch den Sturm Friederike abgerufen. Sie hielten sich erwartungsgemäß in Grenzen, nachdem der Sturm das Coburger Land zum Glück nur ein wenig gestreift hat.