Erneut ist innerhalb kurzer Zeit die Stadtkirche St. Georg in Neustadt zum Ziel von Vandalismus geworden. Wie die Polizeiinspektion Neustadt mitteilt, ereignete sich der unerwünschte Besuch in der Zeit zwischen Samstagnachmittag und Sonntagvormittag.

Ein oder mehrere Unbekannte haben sich demnach in der Kirche zu schaffen gemacht. Der Weihnachtsbaum und die Lautsprecheranlage der Kirche wurde beschädigt. Außerdem wurde das Gotteshaus verunreinigt, wie es im Bericht der Polizeiinspektion heißt. Die Ermittlungsbeamten bitten Zeugen, die in der fraglichen Zeit Wahrnehmungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, sich unter der Telefonnummer 09568/94310 zu melden.

Nicht lange zuvor gab es bereits einen ähnlichen Zwischenfall. In der Nacht auf Donnerstag, 15. November, hatte die Kirche ebenfalls ungebetenen Besuch. Damals wurde eine Holztür beschädigt, die vom Gebetsraum zur Empore führt und verschlossen war. Der oder die Täter brachen dabei ein Holzstück aus dem Türblatt, um die Tür mit Gewalt zu öffnen. Es entstand ein Sachschaden der damals auf etwa 200 Euro geschätzt wurde. Die Tür ist inzwischen repariert. Nun wurde die Tür erneut zum Opfer von Vandalismus.

"Ich wurde von der Mesnerin informiert und habe mich dann gleich mit der Polizei in Verbindung gesetzt", berichtet Fabian Gehrlicher vom Kirchenvorstand. Er hat die Schäden dann in Augenschein genommen. Verschütteter Rotwein und Zigarettenkippen waren eher harmlos. Aber die Boxen der Lautsprecheranlage wurden durch Tritte beschädigt, Kabelabdeckungen an der Wand abgetreten und dergleichen mehr.

"Wir hatten gemeinsam mit dem Kirchenvorstand abgesprochen, dass wir uns freundlich und einladend zeigen wollen. Daher sollte die Kirche am Tag immer offen sein", sagt Pfarrerin Bettina-Maria Minth. Sie ist tief enttäuscht, dass diese Offenheit nun von Unbekannten als Einladung aufgefasst wurde, in der Kirche zu randalieren.

"Dass die Kirche am Tag offen ist, war ein lange gehegter Wunsch der Stadt", sagt Neustadts Dritter Bürgermeister Martin Stingl (SPD). Besucher der Stadt hätten oft beklagt, dass sie das Gotteshaus nicht betreten durften. Eine Kompromisslösung bestand in dem Angebot, den Schlüssel abholen zu dürfen. Doch das nahm niemand wahr.

Von der Lösung, die jetzt gefunden wurde, nämlich einer automatischen Schließanlage, die die Seitenpforte morgens auf- und am Abend zusperrt, war auch die Stadt begeistert.

Kirche bleibt wieder zu

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"Wir haben dafür richtig Geld in die Hand genommen", bestätigt Fabian Gehrlicher. Nun bleibt die teure Anlage bis auf weiteres untätig. "Wir haben beschlossen, die Kirche jetzt erst einmal wieder geschlossen zu halten", bestätigt er. Es wird zu diskutieren sein, wie in Zukunft verfahren wird.

Vandalismus im Umfeld des Marktplatzes und der Kirche ist nicht neu. "Damit haben wir immer wieder zu tun", bestätigt Martin Stingl. Nicht zuletzt sei da wohl mangelnde Beleuchtung mit eine Ursache. "Im Zuge der Marktplatzneugestaltung werden wir auch einen hellen Platz schaffen, versichert er. Doch das dauert noch eine Weile. Inzwischen fürchtet auch Fabian Gehrlicher weitere Schäden. Ein- bis zweimal im Jahr würden auch Scheiben der Kirche mit Steinen eingeworfen, berichtet er. Für den Kirchenvorstand ist nach den jüngsten Vorfällen die Toleranzgrenze überschritten. "Wir haben bisher bei Kleinigkeiten nichts unternommen. Aber in Zukunft wird alles angezeigt", das habe der Kirchenvorstand beschlossen.