Wasser ist die wichtigste Grundlage für alles Leben auf der Erde. Daran soll der weltweite Tag des Wassers erinnern, der am 22. März begangen wird. Welche Anstrengungen die Landwirtschaft unternehmen kann, um das Wasser zu schützen, zeigten Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg am Donnerstag nahe Meeder. Der Ort war aus gutem Grund gewählt.
"Im Landkreis Coburg ist der Raum Meeder mit den Wassereinzugsflächen der Fließgewässer Sulzbach und Nerde eines der oberfränkischen Modellgebiete Gewässerschutz", erklärte Gesche Petersen. Sie ist eine von vier Wasserberatern in Oberfranken. Am Beispiel einer Ackerfläche erklärte sie vor Ort die Wirkung von Erosionsschutzstreifen. Landwirte erhalten Förderung, wenn sie solche Streifen anlegen. Das kann entlang von Gewässern geschehen oder an Ackerflächen im Gefälle. Ziel ist stets, durch einen Vegetationsstreifen zu verhindern, dass ausgewaschene Bodenbestandteile in Gewässer gespült werden. "Die Erosion der Ackerfläche wird dadurch allerdings nicht verhindert", stellte Gesche Petersen klar. Eine deutliche Erosionsrinne im Acker oberhalb der Beispielfläche und ausgeschwemmter Boden, der im Grünstreifen hängen geblieben ist, zeigt deutlich, was sie damit meint.


Verschiedene Bestimmungen

Kräuter erfüllen den Zweck, Bodenteile abzufangen, nicht so gut wie Gräser, wären aber für die Artenvielfalt wünschenswert. Daher gibt es neben Gewässerrandstreifen und Erosionsschutzstreifen, die nach dem Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) gefördert werden andere bezuschusste Streifen, etwa Blühstreifen als Bienenweide. Dass alle mit unterschiedlichen Auflagen verbunden sind, kritisiert Hans Rebelein, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Coburg. "In der Praxis ist das schwierig für den jeweiligen Landwirt", stellt er fest. Manche Streifen dürfen nicht einmal befahren werden, andere dürfen - und müssen sogar mindestens einmal im Jahr abgeerntet werden, dürfen aber unter Umständen auch häufiger genutzt werden. Verwirrung, die nicht sein muss, meint Rebelein: "Streifen muss Streifen sein."
Ein anderer Weg, Wasser vor unerwünschten Einträgen zu schützen, ist der Anbau von Zwischenfrüchten oder Mulchsaat. Damit soll das Wasseraufnahmevermögen des Bodens verbessert werden. Bei Birkenmoor diente ein Acker dafür als Beispiel. Senf, Ölrettich und andere Pflanzen einer Saatmischung sorgten hier für einen krümeligen Oberboden und viel Bodenleben in der Krume, wie Pflanzenbauberater Anton Weig demonstrierte, indem er mit dem Spaten den Ackerboden aufschloss. Niederschläge und Frost hatten die Würmer aber wohl in tiefere Regionen getrieben. Dennoch konnte an der Fläche ein anderes Problem der Landwirte diskutiert werden. Bearbeiten sie die Fläche wenig, lassen also Vegetation zu, verhindern sie Erosion zum Gewässerschutz, kommen dann aber oft nicht um den Einsatz von Agrarchemie herum, um unerwünschte Vegetation wieder los zu werden. Bearbeiten sie den Boden intensiv, sparen sie Chemie, tun aber wenig gegen die Erosion. Über das Reizthema Glyphosat wollte an dieser Stelle niemand diskutieren.
Dünger und Chemie, die gar nicht ausgebracht werden, müssen auch nicht aufgefangen werden. Den Einsatz dieser Mittel zu optimieren, ist daher eine weitere Möglichkeit, Gewässer zu schützen. Dazu zeigte Anton Weig, wie richtig Bodenproben gezogen werden können, um den Gehalt an freiem Stickstoff zu ermitteln. Je besser dieser bekannt ist, desto genauer kann der Landwirt zusätzliche Gaben abstimmen.


Hilfreiche Internetplattform

Ob mit Pflanzenschutzmitteln gegen mögliche Krankheiten vorgegangen werden sollte, hängt sehr vom Wetter ab. Um den Bauern möglichst genaue Wetterdaten für ihre Region liefern zu können, unterhält die Bayerische Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau über 100 Wetterstationen. Eine davon steht bei Birkenmoor. Die gesammelten Daten werden in das Informationssystem für die integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) eingegeben und verarbeitet, um Entscheidungshilfen für den Pflanzenschutz zu geben, die dort jeder Landwirt unter http://w.isip.de/isip/servlet/isip-de im Internet kostenfrei abrufen kann.