Umfangreiche Investitionen dank hoher Liquidität durch höhere Steuereinnahmen und Zuwendungen sieht der Haushalt 2018 der Gemeinde Weitramsdorf vor. Bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend zeigten sich das Gremium mit dem Haushaltsplan hoch zufrieden und segnete ihn einstimmig ab.

Kämmerer Christian Reuß hatte zuvor das Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von über zwölf Millionen Euro vorgestellt. Für den Verwaltungshaushalt sind Ein- und Ausgaben in Höhe von 9.437.000 Euro, im Vermögenshaushalt von 2.741.000 Euro vorgesehen. Der prognostizierte Überschuss im Verwaltungshaushalt von 783.800 Euro soll dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Abzüglich der gesetzlich verlangten Mindestzuführung bleiben der Gemeinde 511.700 Euro als "freie Finanzspanne", was Bürgermeister Wolfgang Bauersachs (BfB) freute. Dazu haben auch leicht gestiegene Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommens-/Umsatzsteuer und höhere Schlüsselzuweisungen (zusammen fast sechs Millionen Euro) bei geringerer Kreisumlage beigetragen.

Ausgaben von knapp zwei Millionen Euro entfallen allein auf Baumaßnahmen.
"Wir können stolz sein, dass wir uns das als Gemeinde mit nur 5000 Einwohnern und einem relativ großen Gebiet leisten können", meinte Bauersachs. Investiert werden soll unter anderem in die Erschließung des "Hohen Rain" (200.000 Euro), in die Ortsmitte Weitramsdorf (200.000 Euro), in Salzsilos und Lagerhalle für den Bauhof (100.000 Euro). Die kommunale Infrastruktur soll durch Brückenbau (250.000 Euro) sowie durch Kanalreinigung und -untersuchung (275.000 Euro) erhalten werden. Die Schlammpresse für die Kläranlage inklusive dazugehörigem Gebäude und Zufahrt schlägt mit 200.000 Euro zu Buche. Für die energetische Sanierung des Rathauses fallen noch 500.000 Euro, für die Kanalerneuerung in der Mährenhäuser Straße weitere 50.000 Euro an. Der Breitbandausbau soll ebenfalls vorangetrieben werden (200.000 Euro). 80.000 Euro stehen für neue Fahrzeuge der Feuerwehr im Haushalt. Gelder für den Radwegeausbau sind nicht eingeplant, wie Ulrich Kräußlich (FW-BV) auf Nachfrage erfuhr.

Für alle eingeplanten Maßnahmen ist laut Bauersachs "lediglich eine Rücklagenentnahme von 588.000 Euro vorgesehen", aber keine Aufnahme von Krediten, weshalb eine Genehmigung durch das Landratsamt entfalle. Die Rücklagen betragen derzeit gut 5,9 Millionen Euro; der Schuldenstand von etwas über 2,5 Millionen Euro (Ende 2017) lag mit 503,28 Euro pro Einwohner unter dem Landesschnitt von 610 Euro. Trotz gestiegener Gewerbesteuereinnahmen bleibt die Steuerkraft der Gemeinde mit 587,67 pro Einwohner weit unter dem Landkreis- und Landesdurchschnitt für vergleichbare Gemeinden (810,01 bzw. 975,79 Euro). Die Hebesätze liegen weiterhin bei 330 (Grundsteuer A und B) bzw. 380 Prozentpunkten (Gewerbesteuer).

Den Rathauschef lässt das "sehr gelungene" Zahlenwerk ruhig schlafen: "Der Haushalt zeigt, dass die Gemeinde Weitramsdorf voll leistungsfähig ist!" Sein Stellvertreter Werner Hanke (ÜPWG) bedankte sich im Namen des Gemeinderats, vor allem beim Kämmerer. Reuß gab das Lob prompt zurück: "Es ist angenehm, in einer solchen Kommune Kämmerer zu sein." Den Finanzplan sowie das Investitionsprogramm für die Jahre 2017 bis 2021 billigte der Gemeinderat ebenfalls ohne Gegenstimmen.


Entlastung einstimmig

Festgestellt wurde die Jahresrechnung 2016, die im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von 8.739.617 Euro sowie im Vermögenshaushalt mit 1.538.175 Euro schloss. Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte insbesondere die Gebäude-Versicherungen sowie die Energie- und Wartungskosten der Weitramsdorfer Schule geprüft. Dank neuer LED-Lampen und Anpassungen in der Heizungstechnik konnten schon 2017 rund 10.000 Euro eingespart werden, informierte Vorsitzender Dr. Tobias Franke (FW-BV). Nachdem keine Beanstandungen vorlagen, wurde die Entlastung einstimmig erteilt.

Alle Wahlhelfer für die Land- und Bezirkstagswahlen am 14. Oktober erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 70 Euro, so der einmütige Beschluss. Das sind 10 Euro mehr als vor fünf Jahren und 20 mehr als bei der letzten Bundestagswahl. Die Verwaltung hatte angesichts der "umfangreichen Wahl" (Geschäftsleiter Heiko Geuß) eine Erhöhung vorgeschlagen; Hanke plädierte für die Erhöhung auf 70 Euro. Neben den zwei Stimmbezirken in Weidach und Weitramsdorf (mit je zehn Wahlhelfern) sind drei Briefwahlbezirke vorgesehen.

Mitteilungen und Anfragen:
- Beim Besuch von Ulrike Maier, der neuen Ansprechpartnerin für Städtebauförderung bei der Regierung von Oberfranken, trugen Vertreter von Verwaltung und Kirche am 24. Mai ihre Vorstellungen zur Gestaltung der Ortsmitte vor. Auch der Abbruch von Gebäuden könnte wohl gefördert werden, informierte Bauersachs.
- Eine mögliche Stadtbusanbindung würde die Gemeinde mehr kosten und weniger "Bedienzeiten" bringen, so Bauersachs' Fazit aus einem Briefwechsel mit Marita Nehring, der ÖPNV-Beauftragten von Stadt und Landkreis Coburg.
- Dank eines neuen Förderprogramms hofft der Bürgermeister, auch die Weitramsdorfer Schule mit Glasfaser bis ins Gebäude versorgen zu können.
- Die mittels Flyer beworbene Haushalts-Sammlung sei teilweise illegal. Der Bürgermeister warnte insbesondere davor, Kühlgeräte rauszustellen.
- Nach Abschaffung der Strabs entfällt das bereits angekündigte Volksbegehren. Ob die Gemeinde von zu erstattenden Vorauszahlungen betroffen sei, wollte Norbert Bär (SPD) wissen. Bauersachs verneinte.
- Für die Brückensanierung in Altenhof muss die SÜC Stromleitungen aus der Kappe verlegen. Verzögerungen erwartet der Bürgermeister dadurch nicht.
- Für ein Buswartehäuschen an der Himmelleite in Altenhof sieht die Verwaltung keine Chancen. Dort stünde nur ein Streifen von einem Meter Tiefe zur Verfügung.