Mit 5500 Mitarbeitern ist die HUK der größte Arbeitgeber in Coburg. Wie sehen Sie die Zukunft hier am Standort?
Klaus-Jürgen Heitmann: Wir planen mittelfristig weiter zu wachsen und sehen deshalb auch einen Ausbau der Stellenzahl vor.

Stichwort Fachkräftemangel: Ist es schwierig, qualifizierte Mitarbeiter nach Coburg zu bekommen?
Bisher kommen wir ganz gut zurecht, wenngleich es bei manchen Spezialisten schon wichtig ist, dass sie Coburg erst einmal kennenlernen. Wir haben die Erfahrung gemacht: Es ist manchmal schwierig, Leute hierher zu holen - aber wenn sie hier sind, gefällt es ihnen.
Sie sind ja auch ein "Zugereister". Wie fällt Ihr persönliches Coburg-Urteil aus?
Ich erlebe Coburg als eine sehr familienfreundliche Stadt. Meine Familie und ich leben gerne hier und schätzen vor allem das umfangreiche Schul- und Sportangebot sowie die kurzen Wege. Ich kann aber auch im Namen unserer Versicherungsgruppe sagen: Die HUK fühlt sich sehr wohl in Coburg.

Die HUK ist auch Coburgs größter Gewerbesteuerzahler. Nicht zuletzt deshalb haben sich Ihre Vorgänger auch schon mal das Recht herausgenommen, sich zur aktuellen Stadtpolitik zu äußern. Wolfgang Weiler hat beklagt, dass die Stadt "kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem" habe. Rolf-Peter Hoenen hat sich fürs Neue Innenstadtkonzept engagiert. Was ist von Ihnen zu erwarten?
Das sind jetzt Beispiele, die aus der Situation heraus entstanden sind. Ich gehe auch weiterhin von einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit der Stadt Coburg aus. Wir nehmen auch wahr, dass sich die Stadtspitze sehr bemüht.

Sie engagieren sich beim FC Coburg. Viele Handball-Fans befürchten deshalb bereits, die HUK könnte künftig weniger Geld für den HSC übrig haben, weil Sie lieber den Fußball unterstützen.
Zunächst mal: Wenn wir als HUK-Coburg etwas machen, dann geht es dabei nicht um persönliche Vorlieben. Wir freuen uns sehr, in einer Handball-begeisterten Region auch weiterhin dem HSC als Hauptsponsor zur Seite zu stehen. Handball mobilisiert die Massen, und das ist schön. Wir machen dieses Sponsoring ja auch nicht primär, um unseren Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Uns geht es - ebenso wie etwa beim HUK-Coburg-Open-Air-Sommer - in erster Linie darum, dass in der Region etwas los ist, dass Events stattfinden. Und Handball ist ein Event in Coburg. Ich hoffe, dass die Begeisterung auf dem bisherigen Niveau bleibt.
Grundsätzlich ist mir aber die Feststellung wichtig, dass es hier in der Region sehr viele Vereine gibt, die tolle Arbeit machen. Beim FC Coburg erlebe ich das hautnah mit, weil meine drei Jungs dort spielen.
Wie sportlich sind Sie selbst?
Ich spiele Tennis und fahre Ski. Als Schüler war ich als Fan oft beim damaligen Handball-Erstligisten VfL Fredenbeck. Beim HSC war ich natürlich auch schon und werde mir künftig bestimmt noch häufiger Spiele anschauen. Sehr viel Zeit verbringe ich aber in der Tat am Fußballplatz, wenn ich meinen Söhnen zuschaue. os




Erste Begegnung an einem verregneten Novembertag



Vita Klaus-Jürgen Heitmann wurde am 27. März 1968 in Stade bei Hamburg geboren. Seinen ersten Kontakt nach Coburg hatte er 1996, als er bei der Unternehmensberatung Mummert & Partner tätig wurde - denn dort war sein erster Kunde die HUK-Coburg. "An einem verregneten Novembertag kam ich erstmals in die Stadt - aber es war trotzdem schön", erinnert er sichaugenzwinkernd. Seit 2003 ist er bei der HUK-Coburg tätig, 2004 rückte er in den Vorstand auf. Zum 1. August 2017 hat er als Vorstandssprecher die Nachfolge von Wolfgang Weiler angetreten. Klaus-Jürgen Heitmann ist verheiratet, hat drei Söhne und wohnt in Coburg. os