Wer die Musik bestellt, der bezahlt sie auch, heißt es. Damit Musik bestellt werden kann, muss es aber Menschen geben, die Musik machen können. Diese beschäftigten den Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des Landkreises bei seiner jüngsten Sitzung in doppelter Weise.

Der Nordbayerische Musikbund fühlte vor, wie sich der Landkreis gegenüber Plänen stellt, die Gründung eines "Stadt-Kreis-Orchesters Coburg" zu unterstützen. Finanziell, versteht sich. Die Idee ist es, 50 bis 60 Musiker zu gewinnen, die aus Orchestern der Region kommen.

Diese sollen sich zu einem Orchester formieren, zusammen proben und zunächst nicht mehr als ein bis zwei Auftritte im Jahr gemeinsam gestalten. Gleichzeitig verspricht sich der Musikbund von der Vernetzung, die unter den Musikern dann nötig ist, dass auch die vorhandenen Orchester profitieren. Dies könne beispielsweise darin bestehen, dass die Klangkörper sich gegenseitig unterstützen, wenn etwa ein Instrument unterbesetzt ist.

Wie Brigitte Keyser vom Landratsamt den Ausschussmitgliedern erklärte, sei auch bereits ein Dirigent gefunden worden, der mit diesem Orchester arbeiten würde. Ein konkreter Antrag auf Bezuschussung liegt zwar noch nicht vor. Eine erste Kostenschätzung gibt es aber schon.

Neben einem Startkapital von etwa 10 000 Euro, wird demnach mit einem jährlichen Kostenaufwand von etwa 5000 Euro für Dozenten, Dirigenten, Probenwochenenden und Einzelproben gerechnet. Der Vorstoß wird ebenso der Stadt Coburg vorgetragen, mit der sich der Landkreis dann die Kosten für die mögliche Unterstützung teilen könnte.

Peter Jacobi (FDP) zeigte sich von dem Vorschlag begeistert. Gebe es doch hervorragende Musiker in der Region, die, zu einem Klangkörper vereint, gewiss ein hohes Niveau erwarten lassen könnten. Die Stadt Coburg, so Brigitte Keyser, stehe dem Vorschlag offen gegenüber. Dies, nicht zuletzt, weil die Stadt zurzeit nicht mehr über ein eigenes Orchester verfügt, das bei entsprechenden Anlässen auftreten könnte.

Positiv mit Vorbehalt

Bei aller positiven Grundstimmung fiel es dem Ausschuss doch schwer, schon vorab Zusagen für eine Bezuschussung zu geben, war doch einen Tagesordnungspunkt zuvor, der Antrag der Musikschule Coburg zur Diskussion gestanden, sie finanziell zu unterstützen.

Ein Antrag, der schon vor Jahren einmal gestellt und abgelehnt worden war. Das war Schulleiter Georg Zech klar. Dennoch wies er darauf hin, dass die Stadt Coburg der Schule einen Zuschuss für Schüler zahlt, die aus dem Stadtgebiet kommen. Daraus ergibt sich ein deutlicher Preisunterschied für Schüler aus dem Landkreis, die die gleichen Unterrichtseinheiten nachfragen.

Giesela Böhnel (FW) verwies darauf, dass ein Zuschuss für die Musikschule Coburg, Begehrlichkeiten bei ähnlichen Einrichtungen im Landkreis wecken würde: "Der Antrag der Orchesterschule Rödental liegt dann kommende Woche gleich auf dem Tisch." Auch Rainer Mattern (CSU) sah eine Unterstützung kritisch. Er erinnerte daran, dass der Landkreis bereits viel Geld für freiwillige Leistungen ausgibt und zudem an der Konsolidierung seines Haushaltes arbeitet.

Es war schließlich der Vorschlag von Martin Stingl (SPD), der für beide Tagesordnungspunkte Anwendung fand. Er regte an, alle Angebote im musischen Bereich gebündelt zum Thema einer Sondersitzung zu machen. "Wir sollten die Gesamtproblematik der Förderung von Musik gebündelt diskutieren und dann entscheiden, ob wir uns gegebenenfalls anders aufstellen wollen." So wurde dem Antrag der Musikschule zunächst nicht zugestimmt, und auch noch kein klares Signal zur Frage des geplanten Stadt-Kreis-Orchesters gesendet.