"Ein Kunde wünscht eine Tischdekoration für die Aktionswoche ,Osterbrunch im Landhaus‘. Bitte beachten Sie die Haltbarkeit von fünf Tagen und eine einfache Pflegbarkeit. Zusätzlich fertigen Sie einen passenden Strauß für das Büfett." So lautete eine der Prüfungsaufgaben, denen sich die neun Teilnehmer des Mainflora-Juniorcups in Zeil stellten. Der Wettbewerb richtete sich an angehende Floristen, die kurz vor der Abschlussprüfung stehen und so schon einmal erleben konnten, was dann von ihnen verlangt wird.

Lina Langbein, Floristen-Auszubildende aus Coburg, entschied sich für das Landhausthema. Zur Auswahl standen auch eine Sargdekoration und ein Brautbukett. Sie wählte bunte Farben und für die Landhaus-Optik rustikale Zweige. Das überzeugte die Jury: Am Ende war Lena Langbein erste, nur einen Punkt vor ihrer Kollegin Isabel Montag. Beide lernen bei der Gärtnerei Renner: Lina Langbein im vom Geschäft in Coburg, Isabel Montag im Stammhaus in Priesendorf. Marie Rosa Wallaschkowski aus Kirchheim wurde Dritte.

Die Teilnehmer, die die Berufsschulen in Kulmbach und Ochsenfurt besuchen, hatten drei Wochen Zeit, sich auf den Prüfungstag bei der Gärtnerei Burger in Zeil vorzubereiten. Schließlich mussten ja auch Skizzen für die gewählten Aufgabenstellungen angefertigt und die Kosten kalkuliert werden - so, wie im richtigen Floristenleben. Die Jury war mit erfahrenen Prüfmeistern besetzt: Ute Schmidt und Heike Böhme von der IHK Oberfranken, Norbert Pudell von der IHK-Unterfranken. Carolin Kemmelmeier und Angelika Badwitz von der Bezirksstelle Oberfranken des Fachverbands Deutscher Floristen die Wettkampfleitung inne.

Die Arbeiten seien äußerst detailliert bewertet worden, berichtet Carolin Kemmelmeier. Das solle den Teilnehmern helfen, sich gezielt auf ihre Abschlussprüfung vorzubereiten. "Alle Teilnehmer hatten nach Übergabe der Ergebnisblätter auch die Möglichkeit, die Jury direkt zu befragen, und Auskunft und Tipps zu den jeweiligen Bewertungsbereichen zu bekommen", erklärt Carolin Kemmelmeier. "Eine Veranstaltung wie diese gibt es in dieser Form bisher noch nicht."

Die Abschlussprüfung wird Carolin Kemmelmeier zufolge ähnlich ablaufen wie der Wettbewerb: Die angehenden Floristen müssen einen Entwurf fertigen, kalkulieren, ihr Gesteck und den Strauß anfertigen - und dann noch dem Prüfungausschuss erläutern, warum sie was wie gemacht haben. "Kreativität allein genügt nicht - der kalkulatorische und der Marketingfaktor sind nicht ohne", erläutert Kemmelmeier, die selbst ausbildet.

Attraktiv sei der Wettbewerb auch deshalb, weil die teilnehmenden Betriebe von der Einkaufsgemeinschaft Main-Flora unterstützt werden. "So eine Tischdekoration kostet inklusive Arbeitszeit schon um die 250 Euro." Traditionelle Nachwuchs-Wettbewerbe wie die "Coburger Rose" hätten es da schwerer. Diesen Wettbewerb gibt es übrigens noch, er findet aber nicht mehr in Coburg statt. Zuletzt war er Teil der Gartenausstellung in Schloss Weißenstein bei Pommersfelden. 2012 fiel er wegen der Landesgartenschau aus. "Heuer soll er wieder stattfinden", verspricht Carolin Kemmelmeier. Es fehle nur noch ein Termin. sb