Ein ganzes Gebirge von feuchten Holzstämmen, umlagert von einem Wassernebel, beständig tropfend. "Unserem Wald geht es nicht gut", lässt Albert Schrenker, Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, wissen. Der Holzpreis sei im freien Fall und die Wertschöpfung gehe gegen Null. "Deshalb sind neue Strategien erforderlich und Mut zu Veränderungen", lässt er wissen. Eine Strategie ist ein sogenanntes Nasslager.

Es sind keine Fontänen wie aus isländischen Geysiren, wie teilweise vermutet wird und für Aufsehen sorgt, es ist das Bespritzen von Unmengen von Nutzholz, um es länger haltbar zu machen, um es zu konservieren.

Der Wald ist das Sorgenkind, er ist der Auslöser für diese feuchte Maßnahme. Denn es fällt eine riesige Menge an Bäumen an, die unter der Dürre, dem Borkenkäfer und den jüngsten Stürmen gelitten haben. Auch gutes Nutzholz ist darunter. In Oesleu werden die Stämme aufgetürmt und berieselt. Die Bayerischen Staatsforsten können derzeit das Holz nur schlecht vermarkten. Ohnehin besteht ein Überangebot, da die Bayerischen Staatsforsten nicht der einzige Waldeigentümer, der jede Menge Holz anbietet. Es sind auch die privaten Waldbesitzer und die Korporationen. Allerorts sind auch deren Holzlager zu sehen.

Im Domänengrund in Oeslau

Als geeigneter Standort wurde das Areal im Domänengrund in Oeslau gefunden, und die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landratsamt bezeichnete Schrenker als hervorragend. Durch die Nasslagerung des Holzes verderbe es nicht und im Wald könne auf den Einsatz von Chemie verzichtet werden. Die Nasseinlagerung könne bis zu drei Jahre dauern, so lange, bis das Holz nicht unter Wert veräußert werden kann.

Auch der Bereichsleiter der Bayerischen Staatsforsten, Norbert Remler, bezeichnete den Preisverfall als einen "Hammer". "Es klingelt nicht mehr in der Kasse", meinte er sarkastisch. Seien es vor Jahren noch 100 Euro Erlös für einen Festmeter gewesen, seien es derzeit nur noch 35 bis 60 Euro.

Die Schädlinge "ersaufen"

Remler ließ wissen, dass es in Bayern 26 Nasslager gibt und derzeit 1,1 Millionen Festmeter zwischengelagert werden. In Rödental seien es 40 000 Festmeter. Die Lagerung verschlinge 15 bis 17 Euro an Kosten pro Festmeter. Getrennt gelagert werde das Borkenkäferholz. Durch die Berieselung würden die Schädlinge "ersaufen". Zudem werde die Pilzentwicklung in den Stämmen verhindert. Private könnten auch einlagern gegen Kostenbeteiligung. "Ich hoffe, dass der Borkenkäferbefall nachlässt. Deshalb brauchen wir Regen, Regen und Regen", resümierte Remler.

Sowohl Albert Schrenker als auch Forstwirtschaftsmeister Norbert Seitz traten Befürchtungen entgegen, dass das aus der Itz entnommene Wasser durch den Rückfluss zu einer Übersäuerung des Geländes und der Itz führen könne. "Das 2,5 Hektar große Lager ist für uns eine Art Forschungsprojekt", meinte Seitz und ergänzte: "Im Vordergrund steht der Schutz des Waldes."