Auch wenn es nicht danach aussieht, die drei Städte Nové Mesto na Morave in Tschechien, Dunaújváros in Ungarn und Nové Mesto nad Váhom in der Slowakei haben einen Teil ihres Namens gemeinsam: Neustadt. Dabei sind sie nicht alleine. Unzählige europäische Städte zählen zu ihren Namensvettern, allein in Deutschland gibt es 30 Städte mit dem Namen "Neustadt". 37 dieser europäischen Neustadts haben sich in der Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" verbunden und bilden so die größte Städtefreundschaft Europas. Seit 1979 findet in jeweils einem "Neustadt" ein dreitägiges Neustadt-Treffen statt. In diesem Jahr wird das nun zum dritten Mal in Neustadt bei Coburg ausgerichtet.

Am Kinderfestwochenende hat die Stadt ein buntes Programm aufgestellt, zu dem sich 1000 Gäste aus 32 Neustadts angekündigt haben. Anlässlich dieses Festwochenendes haben sich die Sammler- und Briefmarkenfreunde zusammen mit dem Kulturamt Neustadt etwas ganz Besonderes überlegt: Sie haben Material über alle 37 Neustadts der Städtefreundschaft gesammelt und präsentieren es in einer Ausstellung, die Dienstagabend offiziell eröffnet wurde. Bis zum 10. August stellen sich die "Neustadts in Europa" mit Bildern, Postkarten und kleinen Texten im Foyer des Rathauses vor.


"Eine Menge Arbeit"

"Es klingt zunächst harmlos, Material über 37 Städte zu sammeln, aber dahinter steckt eine Menge Arbeit", erklärt Martin Stingl (SPD), Dritter Bürgermeister von Neustadt bei Coburg. Er habe hautnah miterlebt, wie viel Engagement nötig war, um verwertbare Unterlagen zusammenzutragen. "Manchmal musste es eben auch eine dritte Aufforderung geben, bis sich etwas bewegt hat, aber die Hartnäckigkeit hat sich am Schluss bezahlt gemacht", sagt er. Er lobt auch das Engagement von Klaus Bauer, der die Ausstellung im Namen der Sammler- und Briefmarkenfreunde leitet: "Dass er das Ganze ehrenamtlich gemacht hat, ist beachtlich."

Auch Burkhard Grempel, Vorsitzender der Sammler- und Briefmarkenfreunde, zeigte sich stolz auf die Errungenschaften von Klaus Bauer. "Gemeinsam mit dem Kulturamt hat er es geschafft, alle 37 greifbaren Partnerstädte in einer Ausstellung zu vereinen", lobt er. Das sei nicht einfach gewesen. "Noch drei Tage vor der Ausstellung hat er an der Zusammenstellung der Informationen gearbeitet, das Material geordnet und aufbereitet", erzählt er. Das Ergebnis sei eine tolle Ausstellung. "Der ein oder andere war bei einem der ,Neustadt‘-Treffen dabei und erkennt die Ortschaften wieder", sagt er. Diese Ausstellung der Sammler- und Briefmarkenfreunde sei die letzte im Foyer des Rathauses. Bei der Sanierung des Rathauses ziehen die Ausstellungen der Sammler- und Briefmarkenfreunde in die Kultur.werk.stadt um. "Ich bin mir sicher, dass alles auch dort so gut klappen wird", sagt er.


Am Samstag sind alle zusammen

Am Samstag hat jeder die Möglichkeit, die 32 Vertreter aus den Neustadts der Arbeitsgemeinschaft live zu sehen: Beim Umzug des Kinderfestes sind sie unter anderem mit Musikkapellen vertreten. Im nächsten Jahr findet das Treffen dann im polnischen Nowe Miasto nad Pilic, also Neustadt an der Pilitza, statt.