Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Coburg zeichnete am vergangenen Dienstagabend im Hotel Stadt Coburg drei Absolventen der Hochschule Coburg für ihre "besten Abschlussarbeiten" aus der Fakultät (Bereich) "Maschinenbau und Automobiltechnik" aus. Wie der Vorsitzende des VDI Coburg, Martin Schmitt, mitteilte, sei es ihm eine Freude, die jungen Fachkräfte vom VDI aus zu prämieren. Dieses Jahr wurden für ihre Abschlussarbeiten aus dem Jahr 2017 drei Ingenieure geehrt.

Normalerweise hat sich der VDI auf die Agenda geschrieben, bis zu zwei hervorragende Absolventen auszuzeichnen. Jedoch habe der momentane Sprecher der VDI-Bezirksgruppen, Martin Schmitt, hervorgehoben, dass er gerne drei Absolventen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten prämieren und würdigen würde.


Coburger Sonderfall

Jeweils eine Würdigung mit Urkunde, einer einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft im VDI und einer monetären Anerkennung in Höhe von 333 Euro erhielten Diplom-Ingenieurin Susanne Angela Olbrich, Master of Engineering Andreas Gutgesell und Bachelor of Engineering Martin Hyba. Der VDI-Schatzmeister Hans-Georg Manns wies darauf hin, dass der VDI sich auf ein maximales Gesamtpreisgeld in Höhe von 1000 Euro geeinigt habe. In diesem Coburger Sonderfall wurde das Preisgeld unter den drei besten Absolventen aufgeteilt.

Der Coburger Oberbürgermeister Norbert Tessmer gratulierte den jungen Spezialisten zu ihren herausragenden Abschlussarbeiten. Weiter betonte der OB, dass Coburg eine der wirtschaftsstärksten Regionen in Europa sei. Er warb darum, Coburg als Lebensmittelpunkt auszuwählen. Wie er hervorhob, seien die Ingenieurberufe derart attraktiv, dass die Absolventen in der wirtschaftlich und technisch starken Stadt Coburg ohne Probleme eine gut dotierte Arbeitsstelle fänden. OB Tessmer sah Coburg als eine echte Alternative zu den Großstädten an. Er merkte an, dass es zwar sein könne, dass die Fachkräfte in einer Großstadt etwas mehr verdienten. Jedoch seien die Lebenshaltungskosten dort auch wesentlich höher, so dass man sich in Coburg sehr wahrscheinlich besser stelle. Zudem sei Coburg in Bildung, Kultur und Sport äußerst attraktiv. Der OB weis darauf hin, dass es sein Ziel sei, Coburg als wirtschaftliches Oberzentrum anerkennen zu lassen.

Susanne Angela Olbrich referierte vor den Gästen über "Bruchmechanische Untersuchung von Wolframfaser-verstärktem Wolframverbundwerkstoff zur Bestimmung des J-Integrals". Sie zeigte alles auf, von der Versuchsplanung inklusive Messmethodik und Messvorrichtungen über die Probenvorbereitung, die Durchführung und Auswertung von Vorversuchen, die Optimierung der Messmethodik und Messvorrichtungen, die Versuchsdurchführung bis hin zur Versuchsauswertung mit Ergebnisdiskussion. Das alles ist Inhalt ihrer Abschlussarbeit, wobei sie auch noch gewisse Vorgaben zu beachten hatte. Olbrich erstellte ihre Abschlussarbeit am Max-Plank-Institut für Plasmaphysik unter der Betreuung von Prof. Dr. Alexander Rost. Seit September 2017 ist Dipl.-Ing. Olbrich Mitarbeiter am DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) - Institut für Fahrzeugkonzepte, Werkstoff- und Verfahrensanwendungen Gesamtfahrzeug.

Andreas Gutgesell hielt seinen Vortrag über "Konzeption eines Knowledges-based Engineering-Assistenten zur Entwicklung eines standardisierten Konstruktionsprozesses von -Heckklappensystemen am Beispiel von Spindelantrieben". Die VDI teilte mit, in dieser Arbeit werde der Entwicklungsprozess von Heckklappenantrieben der Firma Brose am Beispiel von Spindelantrieben auf Schleifen und Fehlermöglichkeiten hin untersucht. Mithilfe des Knowledges-based Engineering-Assistenten soll eine Standardisierung erfolgen und die weiteren Prozessschritte sollen miteinander verknüpft und die entsprechenden Daten verwaltet werden.
Gutgesell erstellte seine Abschlussarbeit bei der Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG unter der Betreuung von Prof. Dr. Winfried Perseke.


Prototyp erprobt

Martin Hyba referierte über sein Abschlussarbeitsthema "Auslegung und Umsetzung eines kompakten Grobstoff-Austragsystems einer mechanischen Vorreinigungsstufe für Abwasseraufbereitungsanlagen". Sein beruflicher Weg führte über eine Ausbildung zum Industriekaufmann, des Bachelor of Science im Bereich Umwelt- und Naturwissenschaften an der Uni Tübingen, dem Bachelor of Engineering an der Hochschule Coburg mit der erwähnten hervorragenden Abschlussarbeit bis zur Festanstellung (2017) bei Martin Membrane System AG im Bereich Entwicklung und Konstruktion. Die Neukonzeptionierung der mechanischen Abwasservorreinigungsstufe sollte für Anwendungsfälle mit geringem Platzaufkommen, hohem Frachtaufkommen und unter strikter Separierung und Entwässerung der Grobstoffe erfolgen. Hyba fertigte und erprobte einen Prototyp und ermittelte die positiven und negativen Auslegungsparameter. Des Weiteren beschrieb er die notwendigen Anpassungen für eine eventuelle Serienfertigung. Die Abschlussarbeit nahm er bei Martin Membrane System AG unter der Betreuung von Prof. Dr. Kai Hiltmann vor.