"Uns kann man nicht beschreiben, uns muss man erleben!" Mit diesem Spruch lud die Abschluss-Klasse 2017 der Grund- und Mittelschule Seßlach am Freitag zu ihrer Verabschiedung ein. 15 junge Männer und Frauen wagen den Sprung ins Berufsleben oder setzen ihre Schulkarriere fort. Neun Schüler der scheidenden 9B haben den Quali bestanden, ebenso wie 21 Schüler im M-Zweig (Klasse 9A). Die beste Leistung der 9B zeigten mit der Note 2,3 Jonas Billinger (Krumbach), Antonia Duffek (Tambach) und Manoell-Jamal Elsner (Neundorf). Verabschiedet wurden Lea Ackermann, Jonas Billinger, Antonia Duffek, Niklas Eichhorn, Manoell-Jamal Elsner, Celine Helbig, Fabian Kaiser, Denis Przybyla, Mike Röder, Tim Schelhorn, Kevin Schröder, Paul Schwarz, Felix Weidner, Tobias Wöhner und Michelle Vogt.

Klassenlehrer Freddy Jäck, der die 15 in den vergangenen drei Jahren begleitete, schickte sie mit einem lachenden und weinenden Auge auf die Reise. Einerseits zeigte er sich zufrieden mit der Quote von 60 Prozent, auch wenn er einräumte: "Manche hätten mehr gekonnt, wenn sie sich angestrengt hätten." Andererseits konnte der Pädagoge nur darauf hoffen, dass manche noch ein vernünftiges Arbeits- und Sozialverhalten sowie dazu Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit, Teamgeist, Ehrlichkeit, Ordnung und Rücksichtnahme lernen würden. "Pinguin-Klasse" hatte Jäck seine Klasse getauft, weil manche Schüler mit ihrer Schusseligkeit und Vergesslichkeit für ihn eher in die gleichnamige Kindergartengruppe seines Enkelkindes passen würden.

60 Prozent Quali-Quote fand Schulleiter Wolfgang Hoydem "nicht überragend", immerhin hätten 83 Prozent aller Neuntklässler den Abschluss erreicht. Nach einer von Zensuren bestimmten Zeit lautete seine Botschaft: "Noten sagen nicht alles aus!" Dazu hätten selbst schlechte Schüler heute wesentlich bessere Chancen auf eine Lehrstelle als noch vor wenigen Jahren, vor allem im Handwerk. Hoydem betonte: Wer sich bemühe, die Arbeit auch sehe, sie anpacke und im Team arbeiten könne, werde Erfolg haben. "Ihr müsst euch immer fragen: Was geht? Was steht an? Und was brauche ich dazu?"

"Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eure Lehrer nicht immer einfach sind." Mit diesem Verweis auf seine eigene, an selber Stelle verbrachte Schulzeit hatte Bürgermeister Martin Mittag (CSU) die Lacher auf seiner Seite. Für die weiteren Lebensschritte wünschte er den Abschlussschülern Kraft und Zuversicht, aber auch Bodenhaftung, wie sie Familie und Schulfamilie vermittelt hätten.

Wie sehr die Schüler ihren Klassenlehrer "mit seiner Direktheit, seinem Bamberger Dialekt, seiner mitunter fast verletzenden Offenheit und treffsicheren Schülerkenntnis" schätzen, das machten Klassensprecherin Antonia Duffek und Schülersprecherin Michelle Vogt in ihrer Rede deutlich. "Herr Jäck hat uns erlebt und überlebt", konstatierte Michelle. Ihm und seinen Kollegen dankten die Sprecherinnen "für Geduld, Verständnis, Engagement und manchmal angebrachte Strenge und Druck". Michelle: "Sie haben uns mehr gegeben als Schulfächer!"

Der so Geehrte wünschte den Schulabsolventen "einen schönen und erfolgreichen Lebensweg", auch wenn dieser nicht immer gerade und gut beleuchtet sein werde. Gerade die Umwege und Schotterpisten erwiesen sich im Nachhinein als das Beste, meinte er. Der letzte Rat des beliebten "Paukers" an seine Schützlinge: "Haut euch rein!"