Wenn Schlager-Veteran Heino in fünffacher Ausführung erscheint und Bad Rodachs jugendlichen Bürgermeister Tobias Ehrlicher auf die Bühne holt, bleibt kein Auge trocken. Mit einem Medley aus Heinos Rockalbum wird der jüngste Bürgermeister Bayerns in die Mitte und auf die Schippe genommen. "Ach Junge, Junge", trällern die Heino-Doubles und raten dem Stadtoberhaupt doch lieber was Gescheites zu lernen: "Es ist noch nicht zu spät."

Gute Stimmung auch ohne Prinzenpaar

Den Anfang bei all den Feiern und Prunksitzungen zum Fasching im Coburger Land machen traditionell die Bad Rodacher. Heuer zwar erstmals ohne Prinzenpaar, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Nach einer kleinen Anlaufzeit amüsiert sich das Publikum vor allen in der zweiten Hälfte des Abends köstlich.

Politiker als Sumoringer

Die Heinoparodie ist zwar kaum zu toppen, aber als Zweiter Bürgermeister Axel Dorscht gegen Coburgs Stadtrat Martin Ruggaber in den Kampfring tritt, jubelt das Publikum. Als Sumoringer messen die Kommunalpolitiker ihre Kräfte: Das Kurstädtchen Bad Rodach tritt gegen die Vestestadt Coburg an. Am Ende geht der Pokal mit einem knappen Ergebnis von zwei zu eins an die Residenzler.

Blick nach Meeder

Ein weiteres Highlight des kurzweiligen Abends ist der Auftritt "Renate und Lisbeth" (Corina Trier und Monika Meister), die sich zum Kaffeekränzchen treffen. Da kommen sogar die Original-Stühle von Café Fadler auf die Bühne und der Original-Wirt gleich dazu. Lisbeth und Renate blicken auf die Nachbargemeinde Meeder, wo dem Bürgermeister Josef Brunner das Gehalt gekürzt werden soll. Aber wehe, nach der Wahl werde "Schwarzer" Bürgermeister: "Der kriegt dann glatt das Doppelte. " Doch nicht genug mit den Streitereien im Meederer Gemeinderat - nun sei die Gemeinde auch noch mit den hässlichsten Bahnhof Bayerns in die Medien gelangt.

Mit dem Flieger ins Thermalbad

Aber auch im Kurstädtchen gibt einiges zu lästern, zum Beispiel über die neue Citymanagerin. Die soll eine große "Goschen" haben. Und endlich haben nun auch die Bad Rodacher begriffen, dass ein Flugplatz in der Nähe nicht so toll ist - es sei denn, es werden 300 Fluggäste in das Thermalbad eingeflogen. Die Moral von der Geschicht' haben die Tratschtanten auch auf Lager: "So einen Flugplatz braucht man oder man braucht ihn eben nicht."
Es wird gelästert, geschunkelt und gelacht, der Schlachtruf "Bommel, Bommel, Helau" tönt durch den Saal, Show-und Gardetänze und Sketsche sorgen für einen närrischen Abend. Sitzungspräsident Herbert Müller bekommt zur Krönung den "Till von Franken in Silber" um den Hals gehängt.