"Es liegt am Verbraucher mit seinem Einkaufsverhalten, die Haltungsbedingungen von Nutztieren zu ändern", betonte die Vorsitzende des Tier- und Naturschutzvereins Neustadt, Siglinde Waschkeit, bei der Hauptversammlung des Vereins. Sie sprach von Qualzuchten bei Schafen, Kühen, Puten, Hühnern und Schweinen. Sogar die Honigbiene sei züchterisch optimiert worden, stellte die Vorsitzende fest. Dabei gehe es um die Leistungssteigerung der Tiere in Bezug auf Fleisch beziehungsweise Milch bei Kühen, also um den Profit. Dass Konsumenten etwas bewirken könnten, zeige sich bei den Hühnern, bei deren Haltung sich schon viel zum Guten gewendet habe, sagte Waschkeit.

Im vergangenen Jahr wurden in der Tierauffangstation in der Ludwig-Jahn-Straße 29 Tieren weniger als im Vorjahr aufgenommen werden, vor allem weniger Baby- und Jungkatzen, berichtete Siglinde Waschkeit und führte dies auf die Kastrationsaktion in und um Neustadt zurück. Die gute Aufzuchtarbeit, die der Verein leistet, habe sich herumgesprochen, so habe man 15 "Piepmätze" mehr als im Vorjahr bekommen. Die Zahl der Igel im Herbst habe sich verringert. Hier vermutet die Vorsitzende die Gründe im langen heißen Sommer und in der abnehmenden Zahl der Insekten. "Ich hoffe, dass sich der Igelbestand wieder erholen kann", sagte die Vorsitzende.

Katzen hielten den Verein gut beschäftigt

Bei Katzen habe der Verein weitervermitteln müssen, die Tierärztin des Vereins habe durch Detektivarbeit eine sehr seltene Krankheit bei einer Katze entdeckt. Durch eine Nahrungsumstellung geht es dem Tier jetzt wesentlich besser. Mit vielen Fundhunden hatte es der Verein laut Waschkeit im März und April zu tun, diese seien inzwischen alle wieder bei ihren Besitzern. "Entsetzt hat uns ein Fundkater, um dessen Hals ein Hosengürtel gewickelt war", berichtete die Vorsitzende. Zum Glück sei dem Kater dadurch nichts passiert. Gerade Vorfälle mit Katzen gab es reichlich. So hat der Verein im August einen Kater mit Blasensteinen aufgenommen. Eine Operation des Tieres konnte sich die Familie nicht leisten. Der Kater wurde an eine andere Familie vermittelt. Zusammen mit der Feuerwehr wurde eine Katze von einem Baum geholt, von dem sie eigenständig nicht mehr heruntergekommen wäre.

"Im Mai hatte mussten wir viele Jungvögel aufnehmen", sagte sie weiter. Hier rät die Vorsitzende allen Tierfreunden, die Jungtiere mehrere Stunden zu beobachten, ob nicht Elterntiere angeflogen kommen und sich um ihren Nachwuchs kümmern. Denn ein Vogel werde am besten durch seine Eltern gefüttert. Die Tierfreunde seien da nur Nothelfer. Einen ungewöhnlichen Fund gab es im Juni. Vier Rotschwänze wurden in einem Bremsklotz abgegeben. Sie hatten wohl gerade eine Fahrt von Würzburg nach Neustadt unbeschadet überstanden. Mitglieder haben die Jungvögel dann aufgezogen. Der Verein kümmerte sich auch um Beschwerden, stand mit Rat und Tat zur Seite und half auch bei einem Nachbarschaftsstreit. Groß ist die Freude über die großzügige Spende des Stenografenvereins, der sich aufgelöst hat, sowie über die Spende anlässlich des Hunde-Agility-Turniers. Auch ein Sommerfest mit großer Tombola wurde wieder zugunsten der Tierauffangstation veranstaltet.

Johanna Löhnert wurde zur Dritten Beisitzerin und zur stellvertretenden Schriftführerin gewählt, Simone Bauer zur stellvertretenden Beisitzerin. Kassenprüfer sind Sandra Fischer und Kerstin Büchner.

Ehrungen 25 Jahre Mitgliedschaft: Erika Benende, Ingrid Felber, Waldemar Florschütz, Helga Höchstädter, Monika Höchstädter, Gabi Huller, Elsbeth Langguth, Susanne Müller, Ruth Schilling, Rolf Schilling, Ulrike Schmailzl, Andrea Sokoli, Rainer Sperschneider, Uwe Thiel, Johanna Wachtel; 40 Jahre: Werner Neumann

Mitgliederstand 346 (2018: - 5 und + 6)

Aufnahme von Tieren In der Tierauffangstation, die sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert, wurden im vergangenen Jahr 150 Tiere aufgenommen, darunter 62 Vögel, 36 Katzen und 16 Hunde. 20 Tiere konnten vermittelt werden. 34 Tiere, darunter 28 Katzen und vier Hunde, wurden von ihren Besitzern als vermisst gemeldet. Zwölf Katzen und alle Hunde konnten wieder ihren Besitzern übergeben werden.