Der Stadtrat hatte im Oktober beschlossen, dass die Stadt dem Zweckverband Therme Natur Bad Rodach beitritt, der zum 1. Januar von Stadt und Landkreis Coburg sowie der Stadt Bad Rodach gebildet werden soll.

Die drei Partner sollen das Betriebskostendefizit des Thermalbads übernehmen und Investitionen in den weiteren Ausbau ermöglichen. Die Stadt genießt dabei allerdings schon Sonderkonditionen: Sie muss nächstes Jahr nur 50  000 Euro beisteuern, während der Landkreis 150.000 Euro aufbringt und die Stadt Bad Rodach den Rest. Der Betrieb des Thermalbads macht jährlich ein Minus von rund 600.000 Euro.

2014 soll der Beitrag der Stadt auf 100   000 Euro ansteigen, 2015 auf 150   000 und in den Folgejahren auf 150.000 Euro verharren. Sollte bis 2019 nicht erkennbar sein, dass die Therme Chancen hat, die Verlustzone zu verlassen, dann kann der Zweckverband wieder aufgelöst werden.

Die damals drei anwesenden Mitglieder der CSB-Fraktion hatten gegen den Beitritt zum Zweckverband gestimmt. Fraktionsvorsitzender Christian Müller hatte damals schon argumentiert, die Stadt habe beim Tourismus ihre "Hausaufgaben noch nicht gemacht".

Damit meint Müller vor allem Einsparungen: Rund 988.000 Euro gebe die Stadt in diesem Jahr laut Plan für den Tourismus aus. "Diese Mittel liegen bereits heute, egal unter welcher Betrachtung, deutlich über dem Aufwand vergleichbarer Städte." Diesen Kostenblock will Müller ohnehin verkleinern, wie aus seinem Antrag hervorgeht. Schließlich werde in der Stadt überall gespart. Nun lautet Müllers Vorgabe, dass zusätzlich der Betrag eingespart werden soll, der für den Zweckverband Therme Natur fällig wird. Denn letztlich sei die Gründung des Zweckverbands auch so etwas wie Tourismusförderung. Es sei aber nicht zu rechtfertigen, wenn dafür nun mehr Geld ausgegeben werde.

Der Tourismus Coburg steht ohnehin vor Umbrüchen: Seit mehreren Monaten hat der städtische Eigenbetrieb keinen Leiter mehr, sondern wird vom Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Stephan Horn, betreut. Der neue Chef des Tourismusbetriebs, Michael Amthor, wird zum 1. Januar seine Tätigkeit aufnehmen. Außerdem soll eine neue Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Lichtenfels ausgehandelt werden. Die alte läuft Ende 2013 aus. sb