Es war die sprichwörtliche "Höhle des Löwen", in die sich Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht und der Projektleiter für die 380-kV-Leitung, Mark Sprung, wagten. Am Montagabend erschienen die beiden zur Mahnwache der Trassengegner in Unterwohlsbach.

Dabei war von Mark Sprung zu erfahren, dass noch keineswegs entschieden sei, auf welcher Seite der ICE-Brücke die neue Höchststromtrasse über den Froschgrundsee und an Weißenbrunn vorm Wald vorüber gebaut werden soll.

Rödentals Bürgermeister Gerhard Preß (CSU) hatte dagegen bereits mitgeteilt, die Regierung von Oberfranken habe entschieden, die Trasse an der ortsfernen Seite der Brücke über den See zu führen. Nach wie vor besteht da aber das Problem der Kolonie von Graureihern, die per Gesetz mit den 14 Zentimeter dicken Stromseilen eben nicht überspannt werden dürfe, erklärte Sprung am Rande der montäglichen Mahnwache.

Den Fachvortrag darüber "was die Trasse eigentlich ist" hielt dann allerdings Dirk Malinowski. Er ist Geschäftsführer der "Offgridzone GbR", die unter anderem autonome Stromversorgung für ganze Ortschaften plant und baut. Malinowski, der in Oberwohlsbach wohnt und daher selbst von der Trasse betroffen ist, relativierte zwar manche Gegenargumente ein wenig. Die Masten würden wohl nicht alle 80 Meter hoch - sondern in der Regel zwischen 40 und 60 Meter.

Doch er bestätigte den rund 80 Teilnehmern der Mahnwache, die trotz Schneeregen gekommen waren, in mehreren wesentlichen Punkten: Die Trasse schadet der Gesundheit, sie würde nicht gebraucht, und sie dient nur dem Zweck, viel Geld zu verdienen.

Grund für die Trassengegner, auch weiterhin ihren Unmut regelmäßig kund zu tun. Und sie wollen Unterstützung von Bürgermeister Gerhard Preß (CSU) und dem Stadtrat einfordern für ihren Kampf gegen die Höchststromtrasse.

So geht es weiter

Donnerstag, 21. März Zur gewohnten Zeit (18 Uhr) findet bereits morgen die nächste Demonstration im Coburger Stadtteil Rögen statt.

Montag, 25. März Die Organisatoren haben sich als Veranstaltungsort den Bürgerplatz in Rödental, direkt vor dem Rathaus, ausgesucht.