Nach einer sechsmonatigen Bauzeit konnte die Matthäuskirche in Rottenbach am Sonntag nicht nur mit einem Festgottesdienst, sondern auch gleich mit einer Taufe wieder in "Dienst" gestellt werden. Pfarrerin Dorothea Eichhöfer-Wunder erinnerte daran, dass am Anfang nur der Austausch der Fenster geplant war. Dann musste dem Holzwurm, der es sich in dem erstmals 1387 urkundlich erwähnten Gotteshaus gemütlich gemacht hatte, zu Leibe gerückt werden.

Als man sich in Rottenbach aber dann intensiv mit der Problematik beschäftigte, trat zutage, dass unter anderem Balken im Turm ausgetauscht werden müssen. Auch galt es, den Dachfirst komplett zu erneuern, da hier durch bauliche Fehler Wasser eindrang und drohte, die Dachkonstruktion in Mitleidenschaft zu ziehen. Weiter musste an Teilen des Dachs die zu dünne Lattung ausgetauscht werden. Da die Kirche eingerüstet werden musste, war es naheliegend, auch den Außenputz zu erneuern und die Innenwände zu streichen.

Aus den kleinen Anfängen wurde dann ein Projekt, das mit 135 000 Euro zu Buche schlug. Die mutige und weise Entscheidung des Kirchenvorstands stelle die Weichen dafür, dass die Matthäuskirche auch für zukünftige Generationen ein Ort der inneren Einkehr sein kann. "Dank umfangreicher Unterstützung von Stiftungen, der Gemeinde Lautertal, der Landeskirche und vieler Spenden hält sich die Belastung der Kirchgemeinde im verträglichen Rahmen", ließ Dorothea Eichhöfer-Wunder wissen.

Architektin Renate Schubart-Eisenhardt lobte die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Handwerksbetrieben. Lautertals Zweiter Bürgermeister, Martin Rebhan, meinte, dass es sich die Verantwortlichen bestimmt nicht einfach gemacht hätten, sich auf dieses Abenteuer einzulassen. Auch aus diesem Grund zollte er dem Kirchenvorstand und der Pfarrerin Respekt. "Heute können sie glücklich darüber sein, sich für die umfangreiche Sanierung entschlossen zu haben", betonte Rebhan.

Das Thema Freiheit stellte Dekan Andreas Kleefeld in den Fokus seiner Predigt. Er betonte hierbei, dass innere und äußere Zwänge sowie der Anspruch an sich selbst oft unfrei machten. Im Vorgriff auf den Reformationstag ging Kleefeld auch auf Marin Luthers Denkschrift "Von der Freiheit eines Christenmenschen" ein. Kleefeld weiter: "Freiheit muss zum Wohle der Mitmenschen und der Schöpfung genutzt werden." Den zahlreichen Gottesdienstbesucher rief er abschließend zu: "Füllen sie das Gotteshaus mit dem Geist der Freiheit."

Musikalisch wurde der Festgottesdienst von Axel Meyer (Orgel) und dem Chor "Die Einfühlsamen" unter Leitung von Bojana Blohmann bereichert.