"Es war ein sehr seriöser Auftritt meiner Mannschaft". Christoph Starke, Trainer des Regionalligisten SpVgg Oberfranken Bayreuth, hatte mit dieser Einschätzung vollkommen Recht. Seine haushoch favorisierte Truppe tat gestern Abend im Ebersdorfer Stadion am Hügelsee nämlich nicht mehr, als unbedingt notwendig war.
Am Ende eines unspektakulären Pokalspiels - auch so etwas soll es geben - hieß es 4:0 für die Gäste. Dieses Ergebnis kann sich aus Sicht der Sylvianer durchaus sehen lassen, denn der vier Klassen niedriger spielende Kreisligist verkaufte sich während der 90 Minuten teuer.


Starke mit großen Respekt

"Ich hatte vor den Ebersdorfer Jungs schon einen gewissen Respekt, deshalb haben wir die ersten Minuten recht zurückhalten agiert und wollten das Spiel erst einmal lesen".


Scheller hat das 1:0 auf dem Fuß

Diese zurückhaltende Taktik wäre allerdings beinahe schief gegangen, denn die Anfangsphase gehörte zur Überraschung der relativ wenigen Zuschauer - es kamen nur 180 zahlende Beobachter - den Gastgebern. Und hätte Keeper Sponsel gegen den ehemaligen Regionalliga-Stürmer Paul Scheller (VfL Frohnlach, SpVgg Bayern Hof) in der 7. Minute nicht glänzend reagierte, wäre der krasse Außenseiter sogar in Führung gegangen.
Ob es dann allerdings zu der von einigen Zweckoptimisten erhofften Pokalsensation gereicht hätte, muss bezweifelt werden. Denn spätestens nach dem Führungstor der Bayreuther nahm dieser ungleiche Vergleich seinen erwarteten Verlauf. Bayreuth kontrollierte Mann und Maus und ließ nichts mehr anbrennen.
Wäre da ein teilweise übermotivierter Tayfun Özdemir nicht gewesen, der an seiner alten Wirkungsstätte unbedingt allen Freunden und Bekannten etwas beweisen wollte, dann wäre Olaf Teuchert mit seiner gut eingestellten Truppe sogar noch besser davon gekommen.


Özdemir wirkte extrem "heiß"

Doch der Ex-Frohnlacher steuerte in der Schlussphase doch noch zwei Tore bei und sorgte damit für einen standesgemäßen Sieg - so wie ihn Christoph Starke im Vorfeld vorausgesagt hatte: "Wir müssen bei diesen Ebersdorfern nicht 10:0 gewinnen, sondern ein 4:0 tut es auch". Und der Bamberger in Diensten der Wagnerstädter sollte mit dieser Einschätzung wieder exakt Recht behalten.