Die Freude über den ersten Erfolg gegen den fränkischen Rivalen aus Rimpar ist beim HSC noch spürbar, trotzdem geht es Schlag auf Schlag für die Coburger weiter: Der Spitzenreiter der 2. Handball-Bundesliga ist nun auf den Aufsteiger Handball Sport Verein Hamburg fokussiert, der am Samstagabend ab 19.30 Uhr in der HUK-Arena gastiert.

Nach ernüchterndem Saisonstart mit drei Niederlagen in Serie, darunter gegen Schlusslicht Rhein Vikings, haben sich die Hanseaten in der höheren Liga akklimatisiert. Auf Rang 10 sind sie mit 12:14 Zählern sogar in der oberen Tabellenhälfte angekommen. Damit sind sie der erste von fünf HSC-Gegnern aus den Top Ten in den kommenden Wochen.

"Hamburg ist mit allem Außenherum kein normaler Aufsteiger. Aber sie haben sich die Mannschaft nicht zusammengekauft, sondern viel auf eigene, junge Leute gesetzt, was ich sehr gut finde", lobt Jan Gorr die Vereinspolitik des HSV nach dem Zwangsabstieg 2016 wegen finanzielle Schwierigkeiten, die in der Insolvenz gipfelten.

Die Punkte gegen den Neuling, der noch nie in der 2. Liga eingeteilt war, allerdings nach dem Zwangsabstieg in der 3. Liga "kleinere Brötchen" backen musste, will der HSC-Trainer unbedingt holen: "Wir wollen an den Doppelspieltag anknüpfen, müssen gegen den HSVH aber unsere Ausfälle, die uns ja doch schon eine Weile begleiten, erneut kompensieren. Das tut die Mannschaft im Augenblick sehr gut."

Wahrscheinlich ist, dass Florian Billek wegen seiner anhaltenden Knieprobleme weiter geschont wird, um in den Spitzenspielen wieder 100-prozentig fit eingreifen zu können. Der zweite HSC-Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig fällt dagegen mit Pfeifferschen Drüsenfieber wohl vorerst länger aus.

Ohne den Nationaltorwart

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Auch die Hamburger müssen mit ihrem isländischen National-Torwart Aron Edvardsson auf eine wichtige Stütze verzichten. Er wurde erst Anfang November aufgrund einer akuten Blinddarmentzündung operiert. Dafür kehrt Blazenko Lackovic zurück. Der gleichzeitig als Co-Trainer beim HSV beschäftigte Spieler bekam nach einer langwierigen Schulterverletzung Anfang der Saison nur eine temporäre Spielgenehmigung, die endgültige hatte sich zuletzt verzögert. "Ein Mann mit solch einer Erfahrung steht jeder Mannschaft gut zu Gesicht und kann ihr natürlich viel Stabilität geben. Das macht unsere Aufgabe noch anspruchsvoller", äußert sich Gorr zur Rückkehr des fast 200-fachen kroatischen Nationalspielers, Olympiasiegers 2004 und Weltmeisters 2003.

200 Mal für Kroatien im Einsatz

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Mit Hamburg feierte Lackovic den Gewinn der Meisterschaft, des DHB-Pokals und der Champions League und ist der letzte Spieler aus der Erstligazeit des HSV. Der Halblinke soll insbesondere die Abwehr noch mehr festigen. Der HSV kommt vor allem über eine geschlossene Teamleistung, aus der sich "Lukas Ossenkopp und der individuell starke Philipp Bauer sowie Jan Forstbauer im Rückraum herausheben. Da ist unsere Abwehr gefordert", weiß der Coburger Übungsleiter. Im Angriff hofft er, dass Pontus Zetterman und Anton Prakapenia ("Anton macht das derzeit sehr gut") an ihre zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen.

Nach der starken Leistung gegen Großwallstadt am Freitag und mit dem Rimpar-Sieg im Rücken sollte der nächste Heimsieg möglich sein. Ärgerlich ist nach wie vor die knappe Heimniederlage im Spitzenspiel gegen Essen. Denn der Blick auf die Tabelle zeigt, dass der HSC mit einem Sieg einen satten Vorsprung von vier Punkten auf den Rest des Feldes hätte. Umso wichtiger sind die nächsten vier Wochen mit mehreren direkten Vergleichen gegen ebenfalls ambitionierte Mannschaften.

Samstag, 19.30 Uhr: HSC Coburg - HSV Hamburg

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Fabian Apfel - Markus Hagelin, Maximilian Jaeger, Felix Sproß, Anton Prakapenia, Florian Billek (?), Marcel Timm, Jakob Knauer, Pontus Zetterman, Tobias Varvne, Christoph Neuhold Es fehlen: Lukas Wucherpfennig (Pfeiffersches Drüsenfieber), Petr Linhart (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Philipp Barsties, Sebastian Weber (beide verletzt) Trainer: Jan Gorr

HSV Hamburg: Justin Rundt, Marcel Kokoszka - Blazenko Lackovic, Leif Tissier, Niklas Weller, Lukas Ossenkopp, Dominik Axmann, Marius Fuchs, Philipp Bauer, Jan Forstbauer, Christopher Rix, Finn Wullenweber, Thies Bergemann, Jan Kleineidam, Dominik Vogt, Kevin Herbst Trainer: Torsten Jansen Schiedsrichter: Julian Fedtke und Niels Wienrich