Zum Glück war die Erstliga-Partie gelb (Rhein-Neckar-Löwen) gegen weiß (THW Kiel), die am Samstagnachmittag knapp mit einem Tor für die Kieler endete, kein schlechtes Omen. Drei Stunden später traf eine Liga tiefer wieder Gelb (HSC 2000 Coburg) auf Weiß (GSV Eintracht Baunatal) und auch hier hatte es lange nach einer knappen Angelegenheit ausgesehen. Doch nach 45 Minuten ließ Baunatal stark nach.
Bis dahin war es, sogar mit Führungen für die Gäste, eng und wäre es wohl auch geblieben, hätte CoburgsTorsteher Oliver Krechel nicht mit 20 Paraden dafür gesorgt, dass sich seine Vorderleute befreien konnten. Spielerisch knüpfte Coburg nicht an die guten Leistungen der ersten Saisonphase an, dafür stand nach zwei Niederlagen wohl auch zu viel auf dem Spiel.

Abwehr stand wieder besser

Die Abwehr stand aber deutlich besser als zuletzt. Gegen das Tabellenschlusslicht war mehr Handballkampf angesagt, den die HSCler aber annahmen.
Gefühlt hatte der HSC den besseren Start, was sich aber nicht in Toren ausdrückte. 3:3 stand es nach zehn Minuten, immerhin waren die Coburger dann bereits zum zweiten Mal per Konter erfolgreich, nachdem Florian Billek hinten den Pass des Gegners erahnt und sich den Ball geschnappt hatte.

"Keine Daseinsberechtigung..."

"Hör doch auf", rief wenig später Jan Gorr den Unparteiischen zu, als diese ein Tor von Matthias Gerlich wegen einer vermeintlich falschen Sperre nicht anerkannten. Der selbstkritische Rückraumakteur - "vor der Pause hatte ich heute keine Daseinsberechtigung" - hatte viel Pech mit seinen Würfen, die lange ihr Ziel nicht fanden oder oft das Aluminium für den geschlagenen Torwart rettete.
Aus dem Spiel heraus taten sich die Coburger schwer, aber die Vorteile blieben, wenn es schnell nach vorne ging, wie vor dem 7:5 (16.), wo mit viel Übersicht das Tor über den schnellen Gegenstoß und zweiter Welle herausgespielt wurde.
Wie ein Schlusslicht traten die Baunataler aber keinesfalls auf, sehenswert das 8:9, als Marius Fuchs Philipp Seitle beim Konter überlief und den Ball millimetergenau gerade noch vor dem Kreis bekam und traf.
Nach einem Ballverlust lag der HSC wenig später erstmals mit zwei Treffern zurück. Die Abwehr offenbarte jetzt wieder Lücken. Aber begünstigt durch die einzige Zeitstrafe gegen die Gäste machte der HSC aus dem 9:11 ein 13:11.
Baunatal blieb jedoch dran, hatte lange eine klare Struktur im Spielaufbau und arbeitete sehr geschickt in Abwehr und Angriff mit der Trikotbremse, geahndet wurde dies dann beim HSC, was Jan Gorr wegen Reklamierens die gelbe Karte einbrachte, die sein Gegenüber Ralf Horstmann schon erhalten hatte. Leidtragender war Dominic Kelm, der schon in der Halbzeit sein Trikot wechseln musste.
Coburg blieb am gefährlichsten, wenn es schnell ging, aber oft ging das nicht. Als Gerlich endlich besser traf, beflügelte das seine Nebenleute sichtbar. "Wenn man leichte Tore aus dem Rückraum macht, hilft das immer. Aber das ist kein Wunschkonzert und Matze hat nach der Pause eine tolle Antwort gegeben." Endlich konnte sich die Mannschaft von Jan Gorr absetzen (23:17, 51.).
Das lag auch daran, weil Baunatal im Angriff nicht mehr so konzentriert agierte, Coburg die Räume in der Deckung besser zustellte. Mit einer Manndeckung gegen Gerlich und Seitle probierte Baunatal das Ruder noch einmal herumzureißen, aber dazu machten sie im Vergleich zu den 45 Minuten zuvor zu viele Fehler.


HSC Coburg gegen Eintracht Baunatal 27:22 (13:12)

HSC 2000 Coburg: Havard Martinsen, Oliver Krechel - Ronny Göhl (4), Johan Andersson (3/1), Dominic Kelm (4), Matthias Gerlich (4), Sebastian Kirchner (1), Jiri Vitek (3), Tomas Riha (1), Steffen Coßbau (1), Florian Billek (2), Till Riehn (2), Sebastian Roth, Philipp Seitle (2). - Trainer: Jan Gorr.

GSV Eintracht Baunatal: Maurice Paske, Constantin Paar, Maximilian Kroll - Christoph Koch, Thorben Buhre, Hendrik Pollex (1), Christian Schade (6/5), Marius Fuchs (2), Silas Cornelius Feuring, Phil Räbiger (3), Felix Gessner (3), Andreas Bornemann (3), Weinrich, Marvin Gabriel (4).
Trainer: Ralf Horstmann.

Schiedsrichter-Gespann:
Urs Mücke (Hannover) / Sven Titze (Braunschweig).
Strafminuten: 6 (Riha, Riehn 4) / 2 (Pollex).
Siebenmeter: 1/2 - 5/5.
Zuschauer: 2301.
Beste Spieler: Kelm, Krechel / Gabriel, Fuchs.