14 Auswärtsniederlagen in Serie hat das Ligaschlusslicht HG Saarlouis kassiert, wenn sie am Samstagabend (Anwurf um 19.30 Uhr) in der HUK-Arena zu Gast sind. Wird die kommende Partie des HSC 2000 Coburg von der Papierform her beurteilt, steht ein klarer Heimerfolg außer Frage. Doch die Papierform war und ist in dieser Liga alles andere als ein guter Ratgeber.

Deswegen hält es HSC-Coach Jan Gorr dann doch eher mit seinem Trainerkollegen vom Mitabsteiger HBW Balingen-Weilstetten. Dieser sagte vor der Partie vergangene Woche in Saarlouis: "Es gibt in dieser Liga keine leichten Spiele." Seinem Team war dessen erhobener Zeigefinger wohl nicht Warnung genug, Balingen verlor knapp und hat sich endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. "Manchmal läuft es einfach nicht so und wir wissen alle, dass man gegen keinen Gegner dieser Liga den Fuß vom Gaspedal nehmen darf", sagt Gorr. Da lässt Elbflorenz grüßen.


Großer Aderlass bei Saarlouis

Für den Einbruch im Dresden-Spiel in den letzten 15 Minuten wollen und sollen die Coburger ein bisschen Wiedergutmachung betreiben. "Das war weder etwas, das wir uns oder die Fans sich so vorgestellt haben", meint Gorr selbstkritisch. Doch vor der einwöchigen Pause, "in der wir uns für die Schlussphase der Saison rüsten, noch einmal kleine Stellschrauben drehen", brauchen die Coburger nur an die tolle Leistung in Dessau anzuknüpfen. Das bedeutet, aus einer bärenstarken Abwehr heraus den Gegner mit einfachen Toren in Schach zu halten. "Auch wenn Saarlouis in den letzten Spielen besser zurechtkommt, haben sie es gerade in der Deckung nicht immer geschafft, zu überzeugen", sagt Gorr. Das hängt auch damit zusammen, dass die HG immer wieder gute, selbst ausgebildete Spieler verliert und sich das Team neu einspielen muss. Nach Tim Suton und Daniel Fontaine werden auch Jerome Müller (nach Ludwigsburg) und Rechtsaußen Lars "Whity" Weissgerber (zur HSG Wetzlar) den Verein nach der Saison verlassen. Weissgerber erzielte gegen Balingen acht Treffer.

Gorr hat trotzdem genügend Ansatzpunkte, damit den Saarländern nicht noch eine solche Überraschung gelingt. "Der Erfolg über Balingen ist sicherlich ein hoher Motivationsfaktor für sie, zeigt zudem, dass unser Gegner über genügend Qualitäten verfügt, auch gegen viel weiter vorne angesiedelte Mannschaften zu gewinnen."

Dafür sorgt auch Falk Kolodziej. "Er ist auf der Mittelposition ein starker Mann, ist gut im Eins-gegen-eins", stellt Gorr fest. Dazu kommen neben ihm Marcel Engels im linken und Jerome Müller im rechten Rückraum, die durch ihren Mittelmann oft in eine gute Wurfposition gebracht werden. Der HSC ist also gewarnt und soll "seine maximale Leidenschaft und handballerischen Fähigkeiten" zeigen, so Gorr. Die Mannschaft wird sich zudem so richtig ins Zeug legen, auch weil sie ihrem Trainer ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bereiten kann. Jan Gorr feiert am Karfreitag einen runden Geburtstag - seinen 40.

Samstag, 19.30 Uhr: HSC Coburg - HSC Saarlouis

HSC 2000 Coburg:
Jan Kulhanek, Oliver Krechel; Philipp Barsties, Markus Hagelin, Lukas Wucherpfennig, Felix Sproß, Dominic Kelm, Sebastian Weber, Stefan Lex, Benedikt Kellner, Florian Billek, Till Riehn, Jakob Knauer, Tobias Varvne, Romas Kirveliavicius.
Trainer: Jan Gorr.

HG Saarlouis: Patrick Schulz, Darius Jonczyk; Julian Kreis, Maximilian Hartz, Philipp Leist, Falk Kolodziej, Martin Murawski, Lars Weissgerber, Moritz, Barkow, Arthur Muller, Jerome Müller, Julius Lindskog Andersson, Michael Schulz, Tom Paetow, Marcel Engels, Pacal Noll.
Trainer: Philipp Kessler.
SR: Jannik Otto / Raphael