Cedric Teuchert hat sein Visier optimal eingestellt. Zumindest beim Fußballdart. Im Trainingslager im österreiischen Mittersill ließ der Coburger am Montag Daniel Caligiuri abblitzen. Aber nicht nur wegen seiner unbestrittenen Treffsicherheit ist der U21-Nationalspieler aus der Vestestadt längst im Ruhrpott angekommen. Cedi fühlt sich pudelwohl auf Schalke.

Im Interview mit dem Tageblatt zeigt sich der Vollblut-Stürmer gewohnt kämpferisch. Er will in dieser Saison beim Deutschen Vizemeister voll angreifen: "Richtig durchstarten."

Vier Bundesligaspiele und zwei Partien im DFB-Pokal hat er für die Knappen nach seinem Winterwechsel vom 1. FC Nürnberg zu S04 in der Rückrunde bereits absolviert. Diese Bilanz will der junge Mann mit der Nummer 23 auf dem Rücken in den nächsten Monaten natürlich aufpolieren. Und das sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Bühne.

Hallo Cedric, ein halbes Jahr auf Schalke. Wie hast Du Dich eingelebt?
Cedric Teuchert: Ich muss zugeben, dass die ersten Wochen fernab der Heimat und der Familie schon schwer waren. Aber da die Mannschaft es mir sehr leicht gemacht hat und ich auch schnell eine passende Wohnung gefunden habe, fühle ich mich mittlerweile pudelwohl.

Du hast im Training am Freitag eine Gehirnerschütterung erlitten. Wie ist das passiert?
Das war eine unglückliche Situation im Training. Ich bin mit unserem Torhüter Michael Langer zusammengestoßen. Da hat es mich richtig erwischt.

Brummt der Schädel noch?
Noch ein bisschen, aber es ist im Vergleich zu den Tagen zuvor schon viel besser geworden. Ich denke, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich wieder mit der Mannschaft trainieren kann. Der Ausfall war zwar ein kleiner Rückschlag in der Vorbereitung. Das wirft mich zwei, drei Tage zurück. Aber mehr auch nicht.

Du hast in der Vorbereitung bereits zwei Tore geschossen. Und auch für die U21-Nationalmannschaft geknipst. Geben dir die Treffer jetzt noch mehr Selbstvertrauen?
Auf jeden Fall. Zumal es ja auch meine ersten beiden Tore für Schalke gewesen sind. Das gibt mir Schwung für die kommenden Wochen und Monate.

Und wann klappt es mit dem ersten Pflichtspieltor für Schalke?
Ich hoffe, dass es nicht mehr lange dauert. Ich war ja schon mehrfach ganz nah dran. In Augsburg oder auch gegen Frankfurt hat nicht viel gefehlt. Gerade gegen Frankfurt hätte ich ein Tor erzielen müssen.

Wie sieht das Feedback von Domenico Tedesco aus?
Der Trainer spricht sehr viel mit mir. Er sagt, wenn etwas gut gelaufen ist, erklärt aber auch, was besser werden muss. Schon bei meinem Wechsel im Januar hat Domenico Tedesco mir genau erläutert, was er mit mir vorhat. Und dass ich in den ersten Wochen erst einmal langsam ans Team herangeführt werde. Für mich ist dieser Austausch sehr wichtig. Ich weiß, dass der Trainer mir vertraut, dass er mir die nötige Zeit gegeben hat. Dieses Vertrauen möchte ich mit Leistung zurückzahlen.

Wie siehst Du Deine Chancen auf einen Platz in der Stammelf?
Wir haben drei Wettbewerbe, da ist natürlich jeder einzelne Spieler wichtig. Da werde ich meine Einsatzzeiten bekommen.

Im November gibt es ein Wiedersehen mit eurem Ex-Verein, dem 1. FC Nürnberg. Wird das Duell mit dem Club dein persönliches Highlight der Hinrunde?
Jedes Spiel für sich ist ein Highlight. Aber klar, das Wiedersehen mit dem FCN ist schon etwas Besonderes. Nürnberg ist meine Heimat, ich habe noch viel Kontakt zu meinen ehemaligen Mitspielern. Während der 90 Minuten auf dem Platz muss die Freundschaft aber ruhen. Da wollen wir wie in jedem anderen Spiel auch drei Punkte holen.

Jeder kleine Junge träumt davon, irgendwann einmal in der Champions League zu spielen. Hattest du in deiner Kindheit ein Idol, dem du nachgeeifert hast?
Da gab es einige. Ronaldinho, Samuel Eto'o, Cristiano Ronaldo, Thierry Henry ... Für die Möglichkeit, dass ich bald selbst in der Königsklasse spielen darf, bin ich sehr dankbar. Die Atmosphäre, wenn die Champions-League-Hymne läuft und man ins Stadion einläuft - da werde ich mit Sicherheit eine Gänsehaut bekommen.

Ende August werden die Gruppen ausgelost. Gibt es ein Stadion, in dem du unbedingt einmal auflaufen möchtest?
Eines? Da kann ich einige nennen. Das Estadio Santiago Bernabeu in Madrid, die Anfield Road in Liverpool, das Old Trafford in Manchester. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Wenn man sich anschaut, welche Teams im Lostopf sind, können es nur ganz besondere Abende werden.

Was machst Du in Deiner Freizeit?
Wenn wir nicht trainieren, dann bin ich viel zu Hause. Ab und zu spiele ich auf der Playstation, aber zum Abreagieren gehe ich mit Alessandro Schöpf auch sehr gerne zum Angeln.

Und der Kontakt nach Coburg? Weißt Du wie der FCC in der Landesliga gestartet ist und wie viele Tore Dein Bruder Yannik bereits in der Bezirksliga geschossen hat?
Na klar pflege ich den Kontakt in meine Heimat. Mit meinen Eltern und mit meinen Freuden. Ich schreibe regelmäßig mit René Knie. Der FCC ist nicht so gut gestartet, nur 0:0 in Sonnefeld und dann die Heimniederlage gegen Selbitz. Yannik hat bisher einmal getroffen und zwar gegen Don Bosco Bamberg. Das weiß ich klar alles.

Wie wichtig ist das Spiel gegen Borussia Dortmund und pflegst Du Kontakt mit Marius Wolf?
Natürlich ist das Revierderby für Schalke besonders wichtig. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Marius. Wir schreiben uns ab und zu und fragen uns, wie es läuft. Wir wissen ja schließlich beide, wo wir herkommen, Einberg und Coburg - das ist unsere Heimat.

Die Fragen stellte Christoph Böger