Die Bilanz des HSC 2000 Coburg II vier Spieltage vor dem Saisonende ist glänzend: Sieben Punkte Vorsprung nach dem überraschend klaren 26:19-Erfolg im Spitzenspiel gegen HC Erlangen II in der Coburger Angerhalle. Das Tor zu 3. Liga ist ganz weit offen, denn ein einziger Zähler reicht den Coburgern bereits, um das Ziel zu verwirklichen.
Gegen das spielerisch lange Zeit elegantere Juniorenteam mussten die über 400 HSC-Fans jedoch lange warten, ehe sich der Sieg abzeichnete, denn bis in die zweite Halbzeit hinein waren die flinken Gäste am Drücker. Ein überragender Tim Titze hielt mit vielen Paraden seine Mannschaft im Spiel, die, fast wie gewohnt, nach dem Seitenwechsel ihre Linie fand.
Es wurde die erwartet schwere Partie für die Coburger, die lange Zeit brauchten, um das Juniorenteam (nur ein Spieler über 23 Jahre) aus Erlangen in die Knie zu zwingen. Mit ihrem schnellen und über die gesamte Spielfeldbreite ausgelegtem Angriff gaben sie der HSC-Abwehr manches Rätsel auf, die vor allem mit dem gekonnten Kreisanspielen ihre Probleme hatte.
Die kompakte HC-Abwehr ließ nur wenig zu, zumal Anderson & Co. zu wenig Bewegungen in ihren Reihen hatte und damit dem Gegner entgegen kamen. Dennoch blieben die Coburger, meist durch Einzelleistungen von Baucke und Karapetjan, sowie Paraden von Tim Titze immer auf Augenhöhe. Das erste Glanzstück von Titze bereits nach vier Minuten: Er wehrte drei freie Würfe in Folge ab. Sein Gegenüber Michael Haßferter, stand ihm nur wenig nach und so ging es torarm über 3:3 (10.), 4:6 (17.) zum 6:9 (22.) der verdienten Gästeführung.
Innerhalb von drei Minuten schafften Andersen nach einem abgefangenen Ball, Karapetjan und Baucke mit gekonntem Einsatz das 9:9 . Das 9:10, genutzt nach einem Abpraller von Anderson, egalisierte Klihm per Heber. Dass Trainer Ralf Baucke in der Pause die richtigen Worte fand, war gleich zu sehen: Der Angriff agierte viel beweglicher und auch die Deckung bekam die gefährlichen Anspiele von Mathis Ohlig immer besser in den Griff. Jonas Faber stand seinem Kollegen Titze nicht nach, hielt bei seinen Kurzeinsätzen auch zwei Siebenmeter.
Es dauerte aber bis zum 15:14 (42.), ehe die Wende nach wiederholt lautstarken Protesten der HSC-Anhänger zu sehen war. Nach dem 16:14 ließen sich die Coburger nicht mehr beirren, kamen mit dem Gegner gut zurecht, der seinem hohen Tempo Tribut zollen musste und nach Toren von Anderson (4), Baucke und Karapetjan (zusammen 19 Treffer) zum 21:16 (55.) nichts mehr zu bestellen hatte. Dies erinnerte den Erlanger Trainer Roland Wunder an seine Aussage nach dem Hinspiel: "Wir spielten gut, schafften es aber nicht, die Chancen besser zu verwerten und bekamen die Scharfschützen Karapetjan und Andersen nicht in den Griff."


HSC 2000 Coburg II gegen
HC Erlangen II 26:19 (10:10)

SR: Ulrich Grimm/Florian Müller (Cadolzburg). - HSC 2000 Coburg II: Jonas Faber/Tim Titze - Ronny Göhl, Johan Anderson (8/2),, Lukas Wucherpfennig (2), Nikola Franke, Stefan Haupt, Hajck Karapetjan (6/1), Dominik Baucke (5), Florian Klihm (2), Lars Fichtner (2), Marcel Heil, Jonathan Rivera (1). - Trainer: Ralf Baucke.


Stimmen zum Spiel

Kapitän Ronny Göhl: Wir haben uns in der ersten Halbzeit schon schwer getan, obwohl die Abwehr gut stand. Wir haben die Kreisanspiele der Gäste aber nicht in den Griff bekommen. Unser Angriff spielte zu statisch und nur aus dem Stand. Das haben geändert. Heimschiedsrichter hatten wir zudem keine, ihre Zeitspielauslegung gegen uns war ein Wahnsinn.
Abwehrrecke Nikola Franke: Die erste Halbzeit war recht ausgeglichen, da haben mehr oder weniger die Abwehrreihen recht gut gearbeitet und beide Torhüter eine sehr gute Leistung geboten. Im zweiten Durchgang haben wir noch eine Schippe draufgelegt, in der Abwehr noch einen Tick mehr hingelangt. Jetzt fehlt nur noch ein Punkt.
Trainer Ralf Baucke: Ich bin überglücklich, dass wir das Ding noch deutlich gewonnen habem.Der Gegner war über weite Strecken ebenbürtig. Wir haben vor allem von unserer Abwehr, einschließlich Torwartleistung, profitiert. Unsere Rückraumwerfer Johan und Haijk haben wir besser in Position gebracht. Auch das Überzahlspiel war letztlich erfolgreicher. Beim Gegner hat man gemerkt, dass sie Kraft gelassen haben.