Der TSV Meeder, aktueller Spitzenreiter der Kreisliga Coburg-Lichtenfels, hat in der neuen Saison mit Stefan Nöth einen neuen Mann auf der Kommandobrücke. Der 40-Jährige hat sich als Übungsleiter vor allem im Nürnberger Raum bei diversen Stationen einen Namen gemacht, bevor er in Staffelstein die A-Jugend übernahm und in die Bezirksoberliga führte.

Seit der aktuellen Spielrunde ist Nöth für die 1. Mannschaft der Badstädter verantwortlich. Ab der nächsten Saison wird der Inhaber einer UEFA B-Lizenz die Nachfolge von Simon Schiller in Meeder antreten. Wie er seine neue Aufgabe angehen möchte, verrät Nöth im Gespräch mit dem Tageblatt.

Herr Nöth, Sie sind wohnhaft im Bamberger Raum, was führt Sie nun zum TSV Meeder?
Stefan Nöth: Der Kader des TSV Meeder besteht aus vielen Spielern, die bereits höherklassig am Ball waren. Zudem wird hier meiner Einschätzung nach eine gute Jugendarbeit geleistet. Ich freue mich darauf, diese Mischung aus hungrigen und erfahrenen Spielern zu trainieren.

Bevorzugen Sie eher die Catenaccio-Taktik oder bedingungslosen Offensivfußball?
Es gilt, in jedem Spiel die richtige Balance aus beidem zu finden. Außerdem weiß man trotz aller vorherigen Analysen und Statistiken nie genau, wie sich ein Spiel letztendlich entwickelt.

Nennen Sie drei Adjektive, die Sie als Trainer treffend beschreiben.
Ambitioniert, sonst wäre ich nicht nach Meeder gekommen. Modern, weil ich unter anderem mit einem Tablet-PC arbeite, um meine Mannschaften bestmöglich auf die künftigen Gegner einzustellen. Ferner sehe ich mich selbst eher als ruhigen Trainer an der Seitenlinie.

Mit ihrem jetzigen Verein, dem TSV Staffelstein, trafen Sie bereits in dieser Kreisliga-Spielzeit auf ihren künftigen Verein (Endstand: 0:9). Welche Stärken und Schwächen haben Sie in diesem Spiel beim TSV ausgemacht?
Beeindruckt hat mich natürlich hauptsächlich der unbändige Torhunger der Truppe, aber auch die extreme Galligkeit der Mannschaft in jedem einzelnen Zweikampf - auch nachdem das Spiel längst entschieden war. Schwächen sind an einem solchen Sahnetag für den TSV Meeder selbstverständlich schwer auszumachen.

Wie beurteilen sie die aktuelle Kreisligasaison?
Eine solche Kluft zwischen den Spitzenmannschaften und Teams, die gegen den Abstieg kämpfen, habe ich selten erlebt. Die Punkteunterschiede sind gravierend, sodass man durchaus von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft sprechen kann.

Die Fragen stellte
Christian Dressel