von unserem Mitarbeiter Ralph Bilek

Coburg — Eigentlich sollte am gestrigen Abend Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer die Partie des HSC 2000 Coburg gegen den TSV Bayer Dormagen live in der HUK Arena verfolgen, musste das aber vor drei Wochen wegen anderer terminlicher Verpflichtungen absagen. Er hätte viel Freude am Spiel der Coburger gehabt. Denn nach mühsamem Beginn befreiten sie sich kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit. Doch auch im zweiten Durchgang hatten sie Probleme ehe der 29:21-Erfolg feststand.
Es fing mit einem Pfostenkracher von Jiri Vitek an, eigentlich kein gutes Zeichen. Zudem merkte man dem Tschechen die fehlende Spielpraxis mit zwei Ballverlusten an, doch dann traf er zum 3:2 (7.). Dormagen ließ sich ab er nicht so schnell abschütteln, überzeugte immer wieder aufs Neue mit schnellem Spiel nach vorne, schloss dabei aber oft nicht erfolgreich ab. Aber vor den Kontern hatte Jan Gorr gewarnt. Seine Mannschaft hatte dann die erste Unterzahl zu überstehen, löste das aber überragend, vor allem vor dem gegnerischen Tor. Erst wurde Vitek auf der rechten Seite, im nächsten Angriff Gerlich auf der linken Seite freigespielt. Der sah sich über weite Strecken einer Manndeckung gegenüber.
Bereits früh gab es, zum wiederholten Male in den letzten Wochen, Diskussionen um das Halten und Ziehen am Trikot. Sebastian Kirchner wurde nach 17 Minuten von Eisenkrätzer am Kreis niedergerissen, doch die SR ließen die Partie mit einem Konter für Dormagen weiterlaufen, der zum 9:8 führte. "Unfassbar, unfassbar", das waren die Worte von Jan Gorr, als er wenig später dann die gelbe Karte erhielt. Doch sein Teams gab die Antwort auf dem Feld, setzte sich mit Balleroberungen in der Abwehr und Kontern auf 17:10 ab, darunter ein lupenreiner Hattrick von Florian Billek.
Mehr als verhalten war auch der Start in die zweite Halbzeit, Dormagen gewann seine erste Unterzahl ebenfalls. Es waren jetzt viele kleine Unaufmerksamkeiten im Spiel der Coburger. Der Ball wurde nicht oder ungenau zum Nebenmann gebracht, dadurch ging der Schwung verloren, es wurden keine klaren Chancen herausgespielt.
Hinzu kamen technische Fehler. Nach 40 Minuten hatten die Gäste den Abstand auf drei Tore verkürzt (20:17) und witterten ihre Chance. Im Angriff führte nun Dennis Marquardt Regie bei Dormagen und Jan Gorr brachte Philipp Seile. Das 20:17 hatte dann viereinhalb Minuten bestand, der HSC blieb sogar fast neun Minuten ohne Tor, ehe Johan Andersson sein Team mit einer geschickten Körpertäuschung und dem Treffer zum 21:17 erlöste.
Aber es blieb eine zähe Angelegenheit, auch weil Florian Billek von drei Gegenstößen nur eine zum 24:17 (52.) nutzte. Doch Dormagen blieb selbst jetzt fast eine Viertelstunde ohne Torerfolg. Mit dieser eindrucksvollen Abwehrleistung gemeinsam mit Martinsen im Tor legte der HSC den Grundstein zum Erfolg.
Vor der Partie stellte sich der neue Geschäftsführer Wolfgang Heyder erstmals in der HUK Arena vor.

Statistk zum Spiel

HSC 2000 Coburg - TSV Bayer Dormagen 29:21 (17:11)
HSC 2000 Coburg: Havard Martinsen, Oliver Krechel - Ronny Göhl (1), Johan Andersson (1), Dominic Kelm (4), Matthias Gerlich (6/5), Sebastian Kirchner (2), Jiri Vitek (4), Tomas Riha, Steffen Coßbau, Florian Billek (5), Till Riehn (4), Sebastian Roth (2), Philipp Seitle. - Trainer: Jan Gorr.
TSV Bayer Dormagen: Max Jäger, Sven Bartmann; Leon-Maximilian Bettin (4), Jo Gerrit Genz (3), Jonathan Eisenkrätzer (1), Nejc Poklar (3/2), Robin Doetsch (1), Sebastian Damm (5), Gertjan Bongaerts, Patrick Hüter (2), Dennis Marquardt, Bastien Arnaud, Marijan Basic (2). - Trainer: Jörg Bohrmann.
SR: Patrick Arndt / Christian Kobilke (beide Magdeburg). - Zuschauer: 2048.
Strafminuten: 4 (Kelm, Gerlich) - 4 (Genz, Hüter). - Siebenmeter: 5/6 - 2/4.
Beste Spieler: Riehn, Kelm, Martinsen - Bettin, Damm.