Auf der tollen Achtbahnanlage mit Tribüne in Ettlingen steht am Samstag das Saisonfinale für die Kegler an. Ein Viererturnier und nur der Beste spielt kommende Saison in der 1. Bundesliga DCU. Einfacher kann man es kaum beschreiben, doch so einfach ist diese Aufgabe für den PSV Franken Neustadt bei weitem nicht. Vor allem das Fehlen von Kapitän Jürgen Bieberbach wird nur schwer zu kompensieren sein, und die drei Zweitliga-Vizemeister brennen natürlich darauf, den Erstligisten hinter sich zu lassen. Wir fragten bei Teammanager Ulrich Bieberbach nach, wie der Kegel-Fachmann die drei Konkurrenten und die Form seiner Jungs sowie die allgemeinen Chancen des PSV beurteilt:

Herr Bieberbach - wieder mal Relegation. Drei Wochen ist das letzte Spiel her. Wie ist es um die Form ihrer Akteure bestellt?
Ulrich Bieberbach: Die Jungs haben natürlich weiter trainiert und den Fokus voll auf Samstag gelegt, aber der Spielrhythmus ist schon ein wenig verflogen. Jeder weiß aber, um was es geht und dass wir nach einer schon ziemlich verkorksten Saison, diese eine Chance noch bekommen. Viel wird auf den Start ankommen, und hier wird mein Bruder und Leistungsträger sicherlich fehlen, aber wir haben Vertrauen in unser Sextett.

Wie schätzen Sie die Chancen in dieser Relegation, nachdem es der PSV schon zwei Mal nicht über diesen Weg packte?

Die letzten beiden Relegationen waren wir in meinen Augen immer krasser Außenseiter, da mit Plankstadt eine deutlich spielstärkere Mannschaft teilnahm. Dieses Jahr wird auf der Ettlingen-Anlage ein Ergebnis an die 6000 nötig sein, aber die Bahnen geben dies sicherlich her, und neben der Tagesform ist auch der Faktor Glück sicher nicht ganz unbedeutend. Für alle geht es jedenfalls bei "Null" los, und daher hat jeder die gleichen Chancen.

Wen schätzen Sie am stärksten ein?
Den besten Schnitt hat Stolzer Kranz Walldorf auf fremden Bahnen mit knapp 5750 und vor allem in Person von Frank Steffan einen erfahrenen Erstligaakteur mit viel Klasse. Daher schätze ich dieses Team schon sehr hoch ein.

Was kann Mühlhausen und Lampertheim ausrichten?
Die Thüringer waren lange Zeit auf Meisterkurs und haben erst auf der Zielgeraden einen guten Vorsprung noch aus der Hand gegeben. Dennoch sind sie auf einer solchen Bahn unberechenbar und mit Benjamin Keil beginnt vermutlich deren Bester.
Die SG Lampertheim ist uns völlig unbekannt. Auch sie scheiterten trotz Punktgleichheit nur knapp am Aufstieg, über deren Spiel- und Leistungsstärke kann ich mir jedoch kein Urteil erlauben und werden es erst vor Ort beobachten.

Nach dem Ausfall von Jürgen Bieberbach müssen Sie umstellen - wie sieht das Sextett am Samstag aus?

Wenn es keine Überraschungen mehr gibt, wird unser Leitungsgarant Michael Moosburger beginnen. An seiner Seite läuft Tobias Bieberbach auf, der die Bahnen bestens kennt und aus beruflichen Gründen schon während der Saison mehrfach dort trainieren konnte. Wir hoffen, in dieser Phase schon eine Führung zu erarbeiten. In der Mittelgruppe werden Michael Lohrer und Bastian Bieberbach agieren. Beide zeigten zuletzt ansprechende Leistungen und vor allem "Milo" ist in der Lage, einen guten 1000er zu setzen. Am Schluss sollen dann Sascha Hammer und Jochen Geiger alles in die Waagschale werfen und irgendwie einen Kegel mehr an den Mannschafts-Totalisator bringen als alle anderen.

Die Fragen stellte
Bastian Bieberbach