"Wenn ich mir für meine Mannschaft einen Gegner zum Auftakt nach der Winterpause wünschen dürfte, dann wäre das immer der aktuelle Spitzenreiter", kommt VfL-Cheftrainer Stefan Braungardt das Duell mit dem TSV Großbardorf am heutigen Samstagnachmittag nicht ungelegen.
"Selbstverständlich handelt es sich dabei für uns um eine echte Standortbestimmung, aber eigentlich können wir so doch im Grabfeld auch nur überraschen", nimmt der Coburger die Außenseiterrolle klaglos an, welche sein Team zweifellos einnimmt. In der zurückliegenden Winterpause jedoch bewies die Wischi-Elf, wie teuer sie sich im Vergleich mit hochfavorisierten Kontrahenten verkaufen kann.
"Es liegt uns einfach, wenn wir aus einer guten Defensiv-Organisation blitzschnell umschalten und entsprechend kontern können, anstatt das Spiel gegen tiefstehende Konkurrenten selbstmachen zu müssen", erinnert sich Braungardt zum Beispiel an ein 1:1-Remis beim Regionalligisten FC Schweinfurt oder an einen verdienten 4:2-Erfolg über den Ligarivalen aus Seligenporten. In Summe zeigt sich der 47-Jährige mit dem bisherigen Pensum in 2016 durchaus zufrieden. Abgesehen von der 2:3-Niederlage im Test gegen die Bezirksligatruppe des TSV Mönchröden, den Braungardt unumwunden als Tiefpunkt bezeichnet, setzten sich seine Schützlinge doch sowohl beim TSV Neudrossenfeld (0:1), als auch in der letztwöchigen Generalprobe gegen den SV Friesen (4:2) mehr oder weniger souverän durch. Während Kapitän Sinan Bulat und Co. jedoch auf dem Kunstrasen in Coburg mit den Frankenwäldern noch einmal den Ernstfall probten, stieg der Bayernliga-Tabellenprimus aus Unterfranken gleichzeitig bereits schon wieder in den Pflichtspielbetrieb ein. "Das war für die Grabfeld-Gallier vermutlich kein Nachteil", schmunzelt der Frohnlacher Chefanweiser. In Eltersdorf kamen die Mannen um den zehnfachen Saisontorschützen Simon Snaschel allerdings nicht über ein 0:0 hinaus, was vor allem am früheren VfL-TW Hausner lag, der zahlreiche Chancen des Erstplatzierten glänzend parierte.
Neben dem grippekranken Christopher Autsch werden den Blau-Weißen für dieses schwierige Gastspiel allerdings weder die Abwehrspezialisten Alexander Eckert (muskuläre Probleme) und Rückkehrer Christian Beetz (Meniskuseinriss), noch die Mittelfeldmotoren Jannik Schmidt (Achillessenenprobleme), Rene Knie (Bluterguss am Oberschenkel) sowie Markus Mex (muskuläre Beschwerden) nicht zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt, weil auch Philippp Beetz prüfungsbedingt und Bulat privat verhindert ebenfalls passen müssen, lässt Braungardt schon im Vorfeld durchblicken, dass es in der Bioenergie-Arena das eine oder andere Startelfdebüt geben könnte.
Aus dem Stamm der Frohnlacher U23 überzeugten indes Tim Rebhan, Dominik Lauerbach und Fabian Fischer bereits in den vergangenen Trainingswochen in den Reihen der Ersten. Wohingegen Philipp Schubert und Maximilian Pfadenhauer nun zusätzlich ins Aufgebot für das heutige Match aufrücken, ist Fischer auf Grund einer roten Karte im letztjährigen Landesligavergleich mit dem FC Blau-Weiß Leinach noch gesperrt.