Der Osten, der ist anscheinend ein schlechtes Pflaster für den HSC 2000 Coburg. Denn in den Ost-Staffeln sind die Vestestädter mehrmals am Aufstieg gescheitert. In Süd-Staffeln gelang er dagegen zweimal. Aktuell verlor der HSC in Aue und am 1. Spieltag in Rostock. Nur gut, dass nur zwei Ost-Vertreter in der 2. Liga spielen, sonst wäre der wichtige 3. Platz noch mehr in Gefahr!
Ein Abrutschen des HSC ins Mittelfeld der Liga ist allerdings trotz des schweren, anstehenden Programms nicht zu befürchten, denn unter der Woche gab es "Erlanger Schützenhilfe" für den HSC (siehe Bericht unten).
Und auch am Wochenende könnte es "Aufbauhilfe" geben - und zwar aus dem osten. Der extrem heimstarke EHV Aue will naämlich den Viertplatzierten Friesenheim aus der eigenen Halle fegen.
Wenn dann den Coburger am Samstagabend tatsächlich beim langjährigen (26 Spielzeiten) Erstligisten und derzeitigen Tabellenzweiten TSV GWD Minden die angestrebte Überraschung gelingt, beträgt der Vorsprung der "Gelb-Schwarzen" auf den ersten Nichtaufstiegsplatz stolze sieben Punkte!
Zugegeben eine Wunschvorstellung. Doch unrealistisch sollte das trotz der Stärke des Gegners nicht sein. Minden hält ebenso wie der HC Erlangen bei neun Zählern Abstand auf Platz 4 Kurs auf die 1. Liga. Aber auch die Bilanz des HSC ist mit nur fünf Niederlagen aus 25 Partien bemerkenswert, obwohl der Angriffsmotor zuletzt arg stockte.
Wer nach Minden mitfährt, muss zunächst aufpassen, sein Navi richtig zu programmieren. Denn ein Minden gibt es auch in Rheinland-Pfalz, für den HSC geht es aber an die Weser in den nordöstlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens.


Gorr: "Es muss vieles passen"

"Minden gehört neben Erlangen zu den herausragenden Teams der Liga, beide sind einfach eine Nummer stärker, aber dahinter kommen schon wir und natürlich wollen wir auch so ein Vier-Punkte-Spiel mal für uns entscheiden, aber da muss vieles zusammenpassen", äußert sich Jan Gorr vor einem der drei Spitzenspiele an diesem Spieltag mit Respekt aber durchaus selbstbewusst zum kommenden Gegner.
Der eben nicht unantastbar ist. Das haben die Coburger ja schon im Hinspiel gezeigt, als man mit 29:31 nur knapp verlor. Auch der Mindener Trainer, Frank Carstens, kann sich noch genau an diese Partie erinnern.
"Das war unser bestes Saisonspiel, da waren bei uns viele Sachen sehr gut, aber das war nötig um zu bestehen." Außerdem hat Minden mehr knappe Spiele abgeliefert, als es Carstens lieb ist. "Da war wenig dabei, wo man auf der Bank entspannen konnte." Tatsächlich haben die Mindener zwar bei drei Unentschieden nur in Erlangen verloren, aber die Hälfte ihrer bislang absolvierten 24 Spiele nur mit drei oder weniger Toren gewonnen.
Allerdings - in eigener Halle ist Minden noch ohne Punktverlust. Doch jede Serie endet einmal, das hat der HSC ja erst vergangene Woche in Aue erlebt. "Es ist unser Ziel, ein besseres Ende für uns zu haben als im Hinspiel", so Gorr. Da hat Minden in der "Crunch-Time", wie es der HSC-Coach bezeichnet, die Big Points gemacht. "Aber wenn wir wieder dahin kommen, denn wäre das schon gut, denn dann würde es erneut ein Spiel auf Augenhöhe sein."


"Das individuell stärkste Team"

Gegen die individuell stärkste Mannschaft in der Liga wie Gorr findet, wäre schon das ein Erfolg. Egal ob im rechten Rückraum mit Christoffer Rambo, mit 118 Feldtoren auf Rang drei direkt hinter Florian Billek (128) oder über die Rechtsaußenposition mit Aleksander Svitlica, aber auch mit Nenad Bilbija im linken Rückraum - Minden ist schwer ausrechenbar, will wieder nach oben. Denn ohne die Lizenzerteilung an den HSV Hamburg vor eineinhalb Jahren wäre Minden jetzt erstklassig, auch wenn man das an der Weser abgehakt hat.
Der HSC wird mit kompletter Besetzung anreisen, Gorr nach Spielverlauf vor Ort entscheiden, wen er bringt. Lukas Wucherpfennig laborierte unter der Woche allerdings an einer fiebrigen Erkältung. Girts Lilienfelds, der im Spiel gegen Dormagen umgeknickt war, konnte auch nur eingeschränkt trainieren. "Ich gehe aber davon aus, dass es bis zum Samstag wieder wird", zeigt sich der Coburger Trainer optimistisch.