"Der Knoten ist geplatzt", jubelte Trainer Matthias Christl nach dem 2:0-Triumph seines FC Coburg (13./31 Punkte) am vergangenen Sonntag beim TSV Unterpleichfeld. Und tatsächlich könnte dieser Dreierpack nach langer Durststrecke Gold wert sein.

Am vorletzten Spieltag der Fußball-Landesliga Nordwest kommt es am Samstag um 16 Uhr im Dr. Stocke-Stadion zum mit Spannung erwarteten Nachbarderby zwischen den Vestestädtern und dem FC Lichtenfels (8./41 Punkte), der als Neuling eine tolle Saison abgeliefert hat. Die Korbstädter haben ihre Schäfchen schon seit mehreren Wochen im Trockenen, ihr Erfolgshunger ist freilich noch nicht gestillt.

Für den FCC hat sich das Tor zum direkten Klassenerhalt nach einem von mannschaftlicher Geschlossenheit geprägten Husarenritt in Unterpleichfeld beträchtlich geöffnet. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Konkurrenz im Tabellenkeller bis auf Bamberg leer ausgegangen ist. Coburg befindet sich aktuell auf dem ersten Nicht-Abstiegsrang punktgleich mit dem obersten Schleuderplatzinhaber TG Höchberg.

"Wenn wir gegen Lichtenfels gewinnen und Höchberg gleichzeitig beim ASV Rimpar verliert, wären wir bereits aufgrund des besseren direkten Vergleichs mit TG gerettet", bringt Matthias Christl die Lage auf einen Nenner. Auch der zwei Zähler vor Coburg rangierende Zwölfte TSV Karlburg befindet sich noch nicht in Sicherheit und hat heute gegen den Spitzenreiter FC Schweinfurt II, der mit einem Sieg vorzeitig die Meisterschaft einfahren würde, die schwerste Aufgabe von allen gefährdeten Teams zu lösen.

Sollte das Rechenexempel jedoch nicht so aufgehen wie es sich Christl erhofft, droht seiner Truppe, die zum Saisonfinale am 20. Mai beim Siebten FC Fuchsstadt eine hohe Hürde zu bewältigen hat, weiter die Relegation. "Wir müssen heute absolut ans Limit gehen, uns aber auch taktisch klug verhalten. Die Lichtenfelser sind kampfstark, werden hinten im Zentrum den Laden dichtmachen und kontern. Mit Oppel und Jankowiak besitzen sie schnelle Leute, auf die wir höllisch aufpassen müssen, mit ihrem Goalgetter Hönninger einen Mann für gefährliche Standards", schwört Coburgs Mann am Kommandopult seine Jungs auf dieses Spiel ein.

Personell hat sich die Lage entspannt. Nach mehrwöchiger Verletzungspause rückte mit Yannik Krebs ein Leistungsträger bereits in Unterpleichfeld wieder in die Anfangsformation. Er soll auch diesmal auf der Sechser-Position den Ankurblern Lukas Mosert und Eric Heinze den Rücken für das Umschaltspiel freihalten. Hinter Christian Schneider steht wegen einer Fersenprellung ein Fragezeichen, Lukas Köhn fällt aus.

"Bei uns ist die Luft noch lange nicht raus, auch wenn wir zuletzt beim 0:0 gegen Bamberg eine schwächere Vorstellung geboten haben. Immerhin holten wir aus den zurückliegenden vier Begegnungen zehn Punkte", so Christian Goller, der in Personalunion mit Alexander Grau das erfolgreiche Trainertandem des FC Lichtenfels bildet. Beide standen als Aktive vor geraumer Zeit in Diensten der Vestestädter, wie auch eine Reihe weiterer Akteure des Aufsteigers - allen voran Steffen Hönninger. Das sorgt für Brisanz.


Stattliche Kulisse wird erwartet

Die Gäste, die mit der Unterstützung zahlreicher Fans rechnen, werden laut Goller voll zur Sache gehen. In der Hinrunde trennten sich beide Kontrahenten im Fleschutz-Stadion in einer rassigen Partie mit 1:1. Nicht einsatzfähig ist der routinierte Stammkeeper Hannes Köster, der sich gegen Bamberg eine Schulterverletzung zuzog. Die Verantwortlichen des FC Coburg rechnen erstmals in dieser Spielzeit mit einer stattlichen Zuschauerresonanz. Im Vorspiel empfängt der FC Coburg II um 13.30 Uhr in der Kreisliga die SpVgg Ahorn.


Aufgebot FC Coburg


FC Coburg: Shabestari/ Knoch - Kimmel, Hahn, Müller, Guhling, Heinze, Mosert, Krebs, Ehrlich, Schiebel, Sam, Carl, Scheler, Puff, Riedelbauch, Schneider (?)
Es fehlt: Köhn (verletzt)
Trainer: Matthias Christl