Nach den Partien vom Samstagabend war klar - der HSC 2000 Coburg konnte unabhängig von den anderen Sonntagsspielen mit einem Erfolg über den HC Empor Rostock ein dickes Polster von vier Punkten zwischen sich und den Rest des dahinter liegenden Feldes bringen.

Mit wenigen Abstrichen zauberte der HSC eine tolle Leistung aufs Parkett, die in einen verdienten 36:29-Sieg mündete. Viele kleine Fehler bei den Coburgern waren das Auffälligste nicht nur in den ersten zehn Minuten der Partie. Hinten in der Abwehr nach angezeigtem Zeitspiel, nach dem man zu leicht zu überwinden war, und vorne, wo der Ball zu oft den Mitspieler nicht fand. Das lag aber auch daran, dass das Trikot-Halten der Rostocker sehr wohlwollend zugelassen wurde.

Die phasenweise Manndeckung für Jiri Vitek löste der HSC gut, aber in der Abwehr war der Rostocker Patrik Hruscak im rechten Rückraum nicht unter Kontrolle zu bringen. Das merkte auch Jan Gorr und ließ ihn durch Sebastian Kirchner kurz wegnehmen. Nach dem 5:7 reduzierte der HSC seine Fehler. Mehrmals ging es erfolgreich schnell nach vorne, und vier Coburger Tore in Serie ließen Rostocks Coach Aaron Ziercke zur Auszeit-Karte greifen. Doch Florian Billek setzte noch einen drauf.

Richtig Stimmung in der Arena

Es war richtig Stimmung in der Bude, als Billek wenig später auf dem Weg zur 14:10-Führung für seine Mannschaft war. Und wenn Coburg nicht immer wieder kleine Fehler in Form von Ballverlusten eingestreut hätte, wäre mehr möglich gewesen als diese Führung. Damit machte man sich die tollen Spielzüge und die gute Übersicht, die man immer wieder präsentierte, selbst zunichte, so wie in Überzahl beim Stand von 17:14 kurz vor dem Halbzeitpfiff. Und dann machte Rostock sein halbes Dutzend erzielter Tore nach angezeigtem Zeitspiel voll.

Perfekter Neustart

Ungeheuer stimmungsvoll war auch der Start in den zweiten Durchgang, und Coburg erwischte mit drei Toren einen perfekten Start. Das 20:15 nach einem tollen Pass von Sebastian Kirchner auf Dominic Kelm war dann für Ziercke schon genug - Auszeit für Rostock nach gerade einmal dreieinhalb Minuten. Ein Höhepunkt reihte sich jetzt an den nächsten. Wie der gefühlvolle Heber von Matthias Gerlich wenig später, dem er im nächsten Angriff einen "Strich" zum 24:18 (39.) folgen ließ. Doch binnen weniger Minuten halbierte Rostock mit schnellen Abschlüssen den Rückstand. Doch, angetrieben vom Publikum und dank Keeper Oliver Krechel, fand Coburg schnell wieder seine Ruhe und Treffsicherheit, und aus dem 25:22 wurde ein 29:22.

Ein letztes Mal versuchte der Rostocker Trainer, mit einer Auszeit und einer offensiven Deckung die Niederlage abzuwenden, aber das fast hektische Spiel seiner Mannschaft führte jetzt zu vielen Fehlern, die es dem HSC leicht machten, das sehenswerte Handballspiel für sich zu entscheiden.


Stimmen zum Spiel

HSC-Trainer Jan Gorr: "Vor der Pause haben wir ein paar technische Fehler zu viel gemacht, aber sonst schon ordentlich gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir alles, hinten wie vorne, besser gelöst."

HC-Trainer Aaron Ziercke: "Coburg hat es geschafft, in der Abwehr gut zu stehen. Das ist uns nicht gelungen. Wir wissen jetzt, woran wir in den nächsten Wochen arbeiten müssen."

HSC-Rechtsaußen Florian Billek: "Eine ganz tolle Woche für uns, natürlich auch für mich. Wichtig war aber, dass wir die beiden Punkte aus Saarlouis jetzt vergoldet haben."

HSC-Kreisläufer Dominic Kelm: "Wir waren schon in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, verloren aber einige Bälle. Dadurch hatten wir Probleme, aber dann konnten wir unsere Fehler abstellen."



HSC Coburg - HC Empor Rostock 36:29 (17:15)

HSC 2000 Coburg: Havard Martinsen, Oliver Krechel - Ronny Göhl (4), Johan Andersson (2/2), Dominic Kelm (7), Matthias Gerlich (5), Sebastian Kirchner (3), Jiri Vitek (3), Tomas Riha (2), Steffen Coßbau (2), Florian Billek (7), Till Riehn, Sebastian Roth (1), Philipp
Seitle. - Trainer: Jan Gorr.
HC Empor Rostock: Paul
Porath, Tobias Malitz - Kenji Hövels, Jens Dethloff (2),
Robert Barten (1), Rene Gruszka (2), Norman Flödl (3), Tom Wetzel (1), Maic Sadewasser, Vyron Papadopoulus (7),
Jakub Zboril, Patrick Hruscak (9), Florian Zemlin (4). - Trainer: Aaron Ziercke.
SR: Andreas Briese (Köln) / Kim von der Beeck (Köln)
Strafminuten: 10 (Vitek, Riehn, Billek, Riha, Coßbau) - 4 (Sadewasser 4)
Siebenmeter: 2/2 - 0/0
Zuschauer: 2.649
Beste Spieler: Kelm, Gerlich, Billek - Papadopoulos,
Hrusczak.