Die Baskets Vilsbiburg als aktueller Tabellenzweiter der 1. Regionalliga Süd sowie die Topklubs BBC Coburg aus der 2. Regionalliga Nord sowie die DJK SB München und die Regensburg Baskets aus der 2. Regionalliga Süd hatten sich für das Top-Four-Turnier im Basketball-Bayernpokal am gestrigen Sonntag in der HUK-Coburg-Arena qualifiziert. Die Gastgeber zogen ins Finale gegen den Topfavoriten aus Niederbayern ein. Hier schafften sie die Sensation mit 106:103 gewannen sie den Bayernpokal.
In einem sensationellen Basketballspiel, das beiderseits einem Wechselbad der Gefühle glich, rangen die Gastgeber den haushohen Favoriten aus Niederbayern vor 996 begeisterten Zuschauern, die sich als sechster Mann erwiesen, mit 106:103 regelrecht nieder.

Das Finale
BBC Coburg gegen Baskets
Vilsbiburg 106:103 (48:60)

Die Böhm-Schützlinge legten ihr bestes erstes Viertel der Saison hin und führten mit bis zu 13 Punkten. Mit 33:27 ging es in die zweiten zehn Minuten. Zur Halbzeit befand sich der BBC mit 48:60 fast schon auf der Verliererstraße. Doch in einem Krimi mit Gänsehautfeeling wurde Vilsbiburg regelrecht entzaubert.
"Wir haben gekämpft wie die Schweine. Jeder hat sich für jeden zerrissen. Mit zwölf Zählern im Rückstand glaubten viele nicht mehr an uns", lautete das Statement von Captain Andreas Albus unmittelbar nach dem Schlusspfiff. "Das war Teambasketball vom Feinsten", bekannte Wirbelwind Yasin Turan, der überall dort Akzente setzte, wo es wehtat. Mächtig stolz war das BBC-Eigengewächs Sinan Özdil, der sich in der Crunchtime nach einem vergebenen Freiwurf von Prejean den Rebound schnappte, der den Niederbayern den endgültigen Todesstoß versetzte. "Ein wenig fühle ich mich schon als Matchwinner", frohlockte er.
Im zweiten Viertel schienen den Gastgebern die Felle davonzuschwimmen, als die Gäste dank ihrer tollen Distanzschützen John Boyer und Andreas Goder mit zahlreichen von insgesamt 16 Dreiern das Ruder herumrissen. Zu allem Unglück handelte sich der mit Zweitligaerfahrung ausgestattete BBC-Center Daniel Stawowski, der zwei Minuten vor der Pause infolge einiger strittiger Schiedsrichterentscheidungen überdrehte, zwei unsportliche Fouls ein und wurde disqualifiziert.
Headcoach Böhm gelang es in der Kabine seiner Truppe neue Lebensgeister einzuhauchen. Schritt für Schritt fightete sich der Außenseiter wieder heran. Kurz vor Schluss des dritten Viertels holte man durch Özdil zum 79:77 die Führung wieder zurück. Diese wurde durch gelungene Ballgewinne, sehenswerte Fastbreaks und Treffsicherheit über die Zeit gerettet. Zum Topscorer avancierte Prejean, der 40 Minuten durchspielte, mit 35 Punkten.
"Das ist unbeschreiblich geil. Nach dem Halbfinale ahnte ich, dass alles möglich ist", freute sich Maik Böhm. Ins gleiche Horn blies 2. Vorsitzender Jack Hörnlein  "Das war beste Werbung für unsere Sportart und den Standort Coburg", meinte er. Ein großes Lob erhielt die Siegermannschaft von Vizepräsident Robert Daumann vom Bayerischen Basketball-Verband. "Ihr gehört nicht in die 2. Regionalliga", bekannte er.
BBC Coburg: Thomas, Turan (25), Reinhard (11), Prejean (35), Herold (3), Dilukila (5), Albus (11), Özdil (12), Krauß, Stawowski (4).



Erstes Halbfinale
BBC Coburg - DJK SB München 102:78 (48.35)

Im Duell zwischen dem Zweiten der 2. Regionalliga Nord und dem Meister der 2. Regionalliga Süd feierten die Hausherren nach anfänglichen Schwierigkeiten einen deutlichen 102:78-Erfolg. "Wir begannen nervös und unkonzentriert. Unsere bessere Kondition und der Teamgeist gaben aber den Ausschlag zu unseren Gunsten", so BBC-Vorsitzender Robert Wehrfritz.
Im Vorfeld hatte man eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe erwartet. Coburg führte Mitte des ersten Viertels mit 11:10, leistete sich aber eine Menge von Fehlwürfen. Der mit zahlreichen Routiniers angetretene Widersacher aus der Landeshauptstadt dagegen traf hochprozentig aus der Distanz und lag vor dem Beginn des zweiten Viertels verdient mit 19:18 in Front. Dann bekam das Spiel der Hausherren, die wieder mit dem zuletzt verletzten Yasin Turan und Chris Reinhard nach Ablauf einer Sperre in Bestbesetzung antreten konnten, mehr Struktur. Vornehmlich Dede Prejean mit 14 Punkten bis zum Seitenwechsel, Reinhard und Matthias Krauß zogen die Strippen, so dass es mit 48:35 in den zweiten Durchgang ging, was fast schon einer Vorentscheidung gleichkam.
Die Schützlinge von Maik Böhm blieben auf der Überholspur, brauchten aber zwischenzeitlich einige Minuten, um mit der gegnerischen Umstellung auf Zonenverteidigung zurechtzukommen. Maßgeblich Turan und Nicolau Dilukila mit jeweils mehreren Dreiern schufen klare Verhältnisse zum 73:53 nach dem dritten Viertel, in dem der BBC Prejean schonte.
Im Schlussabschnitt konnten es sich die Vestestädter leisten, im Hinblick auf das Finale dosiert mit ihren Kräften umzugehen. Terry Thomas machte die 100er Marke von der Freiwurflinie perfekt. Auch Oldie Achim Stark kam zum Einsatz und steuerte fünf Punkte zu diesen Triumph bei.
BBC Coburg: Thomas (8), Turan (20), Leberle (2), Stark (5), Reinhard (6), Prejean (19), Herold (6), Dilukila (9), Albus, Özdil (10), Krauß (11), Stawowski (6).