Es brauchte erst eine Strafzeit gegen TSV Bayer Dormagen und einen von Oliver Krechel parierten Strafwurf nach 26 Minuten, ehe der HSC 2000 Coburg die Weichen auf Sieg stellte.
Das war nach 26 Minuten beim Spielstand von 8:6 und das, was Coburg zuvor zusammenspielte, das sollte man schnellstens vergessen. Der HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel nahm es aber locker: "Zwei Punkte, Mundabwischen und nach vorne schauen." Denn viel besser wurde es auch nach der Pause nicht und erst kurz vor dem Abpfiff war der mühevolle 24:20-Sieg sichergestellt.


Gäste mit Rumpfteam

Acht Feldspieler, zwei Torhüter - Dormagen musste mit einem Rumpfteam die Reise nach Coburg antreten. "Das geht jetzt schon die ganze Saison so, ich muss das Beste daraus machen", nahm es Bayer-Trainer Jörg Bohrmann gelassen.
Eine ganz junge Mannschaft hatte er dabei, fünf der zehn Spieler jünger als 22 Jahre. Trotzdem gingen die Gäste die Partie schnell an, spielten sogar eine schnelle Mitte. HSC-Trainer Jan Gorr konnte erneut aus dem Vollen schöpfen, musste aber bis zur achten Minute warten, ehe sein Team beim 4:3 erstmals in Führung ging.
Doch so richtig ins Rollen kam man nicht. Einige Male ging der Ball durch einen technischen Fehler verloren, freie Würfe fanden nicht den Weg ins Tor. Ganze zwei Treffer fielen in den folgenden acht Minuten.
Dormagen hatte es leicht, Kontakt zu halten und Pech, nicht sogar selbst wieder in Führung zu gehen. Bettin traf mit einem strammen Wurf nur den Pfosten und Florian Billek nutzte den abprallenden Ball zum Coburger Kontern und zum 6:5 (19.). Doch die Coburger befanden sich für alle sichtbar in der vierten schwachen und der dritten torarmen Halbzeit in Folge. Unverständlich die vielen Unkonzentriertheiten ob beim Abschluss oder bei der Ballführung - das 6:5 nach 23 Minuten war ein Armutszeugnis speziell für den HSC-Angriff gegen den dezimierten Gegner.
Entsprechend energisch war Jan Gorr in der Auszeit kurz zuvor - Mimik und Gestik sprachen Bände. Dann nutzte der HSC aber Strafzeiten gegen die Gäste, um sich auf 11:6 abzusetzen. Hätte Dormagen nicht so eine schlechte Wurfquote gehabt, dann wären die Coburger noch viel mehr in Bedrängnis gewesen.


Gewaltwürfe von Gerlich

Die Gastgeber starteten dann mit zwei Gewaltwürfen von Matthias Gerlich in den zweiten Durchgang, ließen sich dann aber von den schnellen Vorstößen von Dormagen überraschen und setzten sich nicht entscheidend ab. Dann musste Till Riehn mehrere Minuten behandelt werden, weil er hart genommen wurde.
Zu Recht konnten Jan Gorr und die Fans nicht verstehen, dass hier, nicht nur hier, die Zeitstrafe ausblieb, während die Coburger zu diesem Zeitpunkt nur zu viert auf dem Feld waren. Doch diese doppelte Unterzahl lösten sie äußerst geschickt, blieben ohne Gegentor.
Aber das Ganze blieb eine aus Coburger Sicht zähe Angelegenheit, während die Dormagener jugendlich frisch aufspielten. Doch nach und nach verließ die dann doch die Kraft, trotzdem witterten sie noch lange ihre Chance. Weil Coburg es einfach nicht schaffte, sich weiter abzusetzen, fünf Tore waren das Maximum. Und als Dormagen viereinhalb Minuten vor dem Abpfiff auf 18:20 herangekommen war, wurde es sogar noch einmal richtig eng.


Gerlich beendete den Spuk

Matthias Gerlich beendete den "Spuk" mit drei wichtigen Treffern.
HSC-Trainer Jan Gorr: "Es hat mich nicht überrascht, dass uns Dormagen 60 Minuten unter Druck gesetzt hat. Meine Mannschaft hat über weite Strecken unsicher gespielt und war selbst unzufrieden."
Bayer-Trainer Jörg Bohrmann: "Coburg hat viel liegengelassen, wir das aber nicht in vollem Umfang genutzt. Wir haben den Kampf angenommen, eine gute Abwehr gestellt. Aber es hat nicht zu einem Punkt gereicht."