Eigentlich schien die Sache klar: So lange, wie das Große Haus saniert wird, spielt das Coburger Landestheater in der dafür umgerüsteten Dreifachsporthalle am Anger. Bis Dezember schien es, als seien allein die Kosten für die Umrüstung der Sporthalle ein Problem - die Sporthalle samt Tribüne soll abgerissen und durch einen BÜhnen- und Zuschauerbau ersetzt werden; der Umkleidetrakt mit Gymnastiksaal bleibt stehen und wird vom Theater genutzt als Garderobe, Maske, Proben- und Technikräume. Umstritten war dies nur wegen der Kosten, über die aber niemand offiziell spricht. Von acht bis elf Millionen Euro ist die Rede, je nach Ausbauvariante. Der Freistaat hat aber zugesagt, 75 Prozent der Kosten zu übernehmen.
Dann kam im Dezember der Vorschlag, stattdessen einen Rundbau am Güterbahnhof zu errichten, der nach der Nutzung durchs Theater als Kulturstätte stehen bleiben kann. Die drei Unternehmen Brose, HUK Coburg und Kaeser haben sich bereit erklärt, den Bau zumindest vorzufinanzieren. Dazu meldet sich nun Petra Schneider mit folgender Stellungnahme:
"Es ist momentan das Gesprächsthema Nr. 1 in Coburg: Kommt das Globe oder nicht?
Bereits am 21.Juli 2016 stimmte der Coburger Stadtrat für ein Globe als Interimsspielstätte mit Kostendeckelung von 7,5 Mio. Euro. Drei Gegenstimmen gab es damals, unter anderem zwei aus der SBC-Fraktion, die das Globe nun im Dezember 2017 per Eilantrag wieder in den Stadtrat einbrachte. Schade um die verlorene Zeit!
Es ist toll für unsere Stadt, dass sich nun drei Coburger Unternehmer für die Globe-Variante als Interim für unser Landestheater seit Wochen engagieren.
Ihr Anliegen ist, dass Coburg etwas Nachhaltiges schafft. Die Idee: die Errichtung des Globe privat vorzufinanzieren, um Zeit zu sparen. Die Stadt müsste es dann später kaufen.
Da die Betriebserlaubnis für das Landestheater nun endgültig im September 2019 erlischt, stehen wir alle unter großem Zeitdruck: Ein Interim muss zur Spielzeit 2019/2020 fertig sein.
Ein konkretes Nutzungskonzept für das Globe in der Zeit nach der Generalsanierung, wenn das Theater wieder an den Schlossplatz zurückkehrt, konnte bisher nicht vorgelegt werden. Es gibt dann in Coburg eine weitere Spielstätte, die zu füllen und finanziell zu unterhalten sein wird mit geschätzt zwei Millionen Euro im Jahr.
Die Entscheidung gegen ein Interim und für ein auf Dauer nutzbares Gebäude, muss bis Ende Februar gefällt werden, da auch die Bindungsfrist der Angebote für die fix und fertige Interim-Variante am Anger ausläuft. Für dieses Projekt müsste die Stadt Coburg durch den Zuschuss des Freistaats in Höhe von 75% ca. drei Millionen Euro aufbringen, für das privat errichtete Globe nach derzeitigem Kenntnisstand ca. 18 Millionen Euro - das muss gut überlegt werden!
Die Idee von Michael Stoschek (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Brose Fahrzeugteile, Anm. der Red.), zusammen mit HUK Coburg und Firma Käser ein neues "Kulturzentrum im Güterbahnhof" zusammen mit der Alten Pakethalle und weiteren Nutzungen unserer Hochschule zu schaffen, fasziniert. Dieses Engagement darauf auszurichten und nicht unbedingt mit einer unter Zeitdruck stehenden, schwierigen Konstellation der Interimsspielstätte zu starten, wäre das nicht eine Überlegung wert?"