Dieter Kurth ist wieder voller Tatendrang. Er sprüht geradezu vor Ehrgeiz - das ist spürbar. Am liebsten würde der ehemalige DDR-Oberligaspieler wieder selbst auf Torejagd gehen. Doch diese glanzvollen und glorreichen Zeiten sind vorbei. Seit dem der aus dem thüringischen Gompertshausen stammende Fußballtrainer nach einem Herzinfarkt, den er 2015 auf der Kegelbahn erlitt, dem Tod gerade noch von der Schippe sprang, lebt er viel bewusster. Er achtet auf sich und seinen Körper: "Ich bin in regelmäßiger ärztlicher Betreuung".
Und das ist gut so, denn der 54-Jährige ist erblich belastet. Sein Vater ist mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Und 1997 litt er als aktiver Fußballer schon einmal unter einer Herzmuskelentzündung.
Es ist also stark zu hoffen, dass die am Sonntag mit einem Auswärtsspiel bei Aufsteiger TSVfB Krecktal beginnende Kreisliga-Saison für ihn und seinen neuen Klub SC Sylvia Ebersdorf nicht ganz so aufregend wird. Wir sprachen im Vorfeld der Punktrunde mit dem Trainer des Meisterschaftsfavoriten.

Hallo Dieter, jetzt also Kreis- statt Regionalliga! Warum ausgerechnet Sylvia Ebersdorf?
Dieter Kurth: Regionalliga ist kein Thema mehr für mich gewesen, denn diesen Job muss man mittlerweile hauptberuflich machen und das wollte ich nie. Die Verantwortlichen, insbesondere Stefan Finzel, haben sich sehr um mich bemüht und da ich viele Spieler gut kenne und ich von meiner Allianzagentur in Schalkau eine kurze Strecke nach Ebersdorf habe, war die Entscheidung schnell getroffen.

Dein Team ist der Topfavorit! Wie schätzt Du die Lage ein - wer kannl Euch stoppen?
Ob wir der Topfavorit sind, kann ich nicht beurteilen, dafür kenne ich die Kreisliga noch zu wenig. Unsere Pokalspiele wie zum Beispiel bei der DJK Lichtenfels, haben gezeigt, dass ein gutes Niveau herrscht und es sicherlich ausgeglichen und eng zugehen wird.
Aber trotzdem: Dein Kader ist mit Ex- Regional-, Landes- und Bayernligaspielern gespickt. Wohin soll der Weg der Sylvia führen - vielleicht sogar in die Landesliga? Nachbar TSV Sonnefeld hat es ja vorgemacht, wie das funktioniert.
Die Bezirksliga ist natürlich das Ziel des Vereins. In den letzten Spielzeiten war man nah dran. Wir starten einen neuen Anlauf, aber ich bin Realist und weiß, dass es schwer werden wird, und die Mannschaft muss sich jede Woche neu behaupten.

Wie geht es André Meyer - kann er wieder spielen oder fällt er länger aus?
André hat sich durch das sinnlose und brutale Foul im ersten Vorbereitungsspiel gegen Sonnefeld schwer am Knie verletzt und wird uns wohl die komplette Saison ausfallen. Das tut uns richtig weh, weil er nicht nur auf dem Platz ein toller Spieler ist, sondern auch einen tollen Charakter hat. Wir wünschen uns alle, dass er schnell gesund wird und wieder auf dem Platz steht.

Die wichtigste Frage zum Schluss: Wie geht es Dir? Bei unserem letzten gemeinsamen Interview vor zwei Jahren warst Du gerade zur Reha in Bad Neustadt nach einem Herzinfarkt. Bist Du wieder fit?
Gesundheitlich geht es mir sehr gut. Ich bin in regelmäßiger ärztlicher Betreuung und freue mich natürlich wieder sportlich aktiv sein zu können.

Das ganze Interview können Sie morgen im Coburger Tageblatt lesen.

Das Gespräch
führte Christoph Böger