Einige CCler hätten Tränen in den Augen gehabt. "Da waren viele Emotionen im Spiel", sagt Norman Rönz, Pressesprecher des Coburger Convents (CC), bei der Abschluss-Pressekonferenz mit Blick auf den Brand, der in der Nacht zum Sonntag in der Altstadt ausgebrochen war.
"Viele von uns haben noch gefeiert und wurden von dem Ereignis überrascht", ergänzt er. Es sei ein schwieriger Spagat gewesen zwischen einer ordnungsgemäßen Fortführung des Convents und einer angemessenen Reaktion. Die Entscheidung sei dann aber doch relativ schnell gefallen, erläutert Ronald Scholz, Sprecher des Coburger Convents.
Spontan hätten einige Teilnehmer am Coburger Convent Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) Geld für die Opfer des Brandes gegeben. Ganz offiziell spendet der CC 5000 Euro. "Es wird noch mehr Spenden geben", ist Ronald Scholz überzeugt. Darüber hinaus haben die CCler auf den Fackelzug am Montagabend verzichtet. Mit dem Festkommers war der offizielle Teil des Convents beendet. Das Marktfest am heutigen Dienstag wird ins Festzelt auf den Anger verlegt. Angesichts der ausgebrannten Häuser und des Leids, das die Betroffenen durch das Feuer erfahren hätten, hielten es die Chargierten für unpassend, in der Nachbarschaft ein Fest zu feiern.
Dennoch: "Es ist dem Coburger Convent ein großes Bedürfnis, sich auch in dieser Situation bei seinen Gastgebern zu bedanken und gemeinsam den 144. Kongress zu beenden", sagt Heinz Weiß, Vorsitzender des Vereins Alter Herren beim CC. Ansonsten seien alle Veranstaltungen, auch die sportlichen, gut gelaufen, ergänzt Norman Rönz. Zwischenfälle habe es kaum gegeben. Ein Teilnehmer wurde mit Pfefferspray angegriffen, aber nicht verletzt, ein anderer geschlagen und getreten (siehe Seite 11). "Wir vertrauen auf die bayerische Polizei", betont Norman Rönz. "Und appellieren an alle Menschen, Gewalttätern keinen Raum zu geben."
Auf die Frage, wie der CC reagiere, wenn sich Verbandsbrüder in der Stadt unangemessen verhalten, was von Coburgern auch immer wieder beklagt wird, antwortet Ronald Scholz: "Wir haben auch schon Verbandsbrüder nach Hause geschickt." Es seien Ordner im Einsatz und es gebe einen Ordnungsausschuss. "Wir schreiten ein, wenn uns ungebührliches Verhalten gemeldet wird, sagt Heinz Weiß