Der Referentin Angelika Tasler gelang es, dem zahlreich erschienenen Publikum mit Worten, Ton und Bildern sowohl historische Bildung als auch interessante Unterhaltung zu bieten. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch Eigenkompositionen von Prinz Albert, die von Sofia Kallio und Rainer Scheerer, begleitet von Angelika Tasler, dargeboten wurden.
"Teuerste, innigstgeliebte Victoria" - so beginnen viele Briefe des Prinzen an seine Cousine, die er 1840 heiratete. Es blieb eine königliche Liebesgeschichte bis über seinen frühen Tod hinaus. Aus vielen Briefzitaten und sonstigen Quellen entwickelte Angelika Tasler ein lebendiges Porträt der beiden Hauptpersonen, wobei auch häufig Alberts Bruder Ernst II. und Onkel Leopold von Belgien einbezogen wurden.
Wie sein Bruder Ernst, der sogar als Opernkomponist Erfolg hatte, war auch Albert musikalisch begabt und kompositorisch tätig. Allerdings pflegte er mehr die kleine Form, besonders das Klavierlied. Dass er hier durchaus fähig war, Texte gefühlvoll in Musik zu setzen, verrieten die Liedbeiträge, die hauptsächlich aus seiner Jugendzeit stammten. Rainer Scheerer interpretierte zunächst mit ausdrucksvollem, gepflegten Bariton "Gruß an den Bruder", zu dem Albert auch die Textvorlage schuf.

Schumann und Mendelssohn

Empfindsame Melodik und schlichte Begleitung - akkordisch oder gebrochen - zeigten gekonnten Umgang mit romantischen Stilmitteln und waren offensichtlich an den Vorbildern Schumann und Mendelssohn geschult. Ebenso überzeugend gelangen Scheerer das von Moll nach Dur und zurück wechselnde "Die Vereidigung" nach einem Text von Ernst II. und das lustige, sehr textbezogen komponierte "An einen Boten".


Schmerz der Liebe


Sofia Kallio war mit klangvollem, silbrigem Sopran mit sehr ausdrucksvollen Liedern zu hören. In "Schmerz der Liebe" stellten großer Tonumfang und bewegte Begleitung gelungene Anforderungen. Einfühlsam gestaltete die Sängerin das schlichte Wiegenlied "Pretty Baby" und leidenschaftlich bewegt das stürmische "Klage der Liebe".
Fast einen Ausflug in die Opernwelt stellte zum Abschluss Alberts umfangreiches Duett "Liebe hat uns nun vereint" nach einem Text von Ernst II. dar, in dem sich beide Solisten zu harmonischem Miteinander vereinten.
Alle Gesangsbeiträge begleitete Angelika Tasler sicher und anpassungsvoll. Es gab lang anhaltenden Beifall für diesen unterhaltsamen wie lehrreichen Abend.