Endlich ist der erste Heimsieg in der 1. Volleyball-Bundesliga Wirklichkeit für die "Hammerschmiede". Coburgs Trainer Milan Maric war erleichtert: "Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Im ersten Satz zeigte mein Team eine Top-Leistung. Wir hatten großen Druck dieses Spiel zu gewinnen und die Nervosität war allen anzumerken. Doch Ende gut, alles Gut."


VSG Coburg/Grub gegen CV Mitteldeutschland 3:1 (25:18, 25:23, 23:25, 25:23)

Mit Krüger, Poluga, Lohrisch, Kellermann, Foyer, Malescha, ergänzt durch Libero Kucera legte die VSG gleich richtig los. Zur ersten technischen Auszeit stand es 8:3 - so einen Zwischenstand kannten die Fans zuvor nur aus der Vorsaison. Kevin Foyer, in Top-Form, hatte hier schon zwei Asse beigesteuert.

Anschließend kamen die "Piraten" auf zwei Punkte heran (9:7), doch dann zeigte sich Merten Krüger im Zuspiel souverän, Sven Kellermann und Daniel Malescha sorgten für einen beruhigenden 16:9-Vorsprung zur zweiten Auszeit.

Nach einem langen und spektakulären Ballwechsel mit viel Beifall für teilweise artistische Aktionen gelang den Gästen das 19:13, doch Poluga, Krüger und Malescha schraubten das Punktekonto für die VSG auf den vorentscheidenden Zwischenstand von 22:14 nach oben.

Dann ein sehenswertes As von Gästespieler Augustyn zum 22:16, doch anschließend gelang Kellermann der 23. Punkt und mit einem schönen Ein-Mann-Block sorgte Nicola Poluga für die Entscheidung - 25:18.

Im zweiten Satz lagen die Gastgeber anfangs zurück, doch dann gab es eine Punkteserie und die bis in die Fingerspitzen hochmotivierten "Hammerschmiede" übernahmen wieder das Zepter. Über die Stationen 11:10 (Malescha), 15:12 (Foyer) lag man nach einem herrlichen Hinterfeldangriff zur zweiten technischen Auszeit wieder mit 16:12 deutlich vorn.

Paul Lohrisch sorgte für das 20:14. Es schien alles gelaufen, doch plötzlich kamen die "Piraten" aus Leuna, durch eine gute kämpferische Leistung auf 23:22 heran. Sie witterten Morgenluft.

Ein schöner Block von Poluga und Foyer brachte allerdings den Satzball für die VSG.

"Piraten-Chef", Trainer Ulf Quell, und seine Mannen konterten noch einmal, doch dann brachte der zweite Satzball unter stehenden Ovationen die Entscheidung zum 25:23 für die Maric-Schützlinge.

Im dritten Satz lagen wieder die Gäste in der Anfangsphase in Front, doch dann ging die VSG in Führung (16:14). Mit einem hart umkämpften Ballwechel, konnte das VSG-Team unter großen Beifallstürmen der Fans das 23:21 markieren. Die Tür zum 3:0-Sieg stand weit offen, doch der sprunggewaltige Hooj und der Rest der tapfer kämpfenden "Piraten-Bande" bestraften technische Fehler der VSG-Spieler und der Satz kippte tatsächich zum Entsetzen der "Grünen" noch.

23:25 - Ernüchterung und auch ein wenig Angst, dieses wichtige Spiel doch noch verlieren zu können, machte sich in dem mit exakt 1309 Zuschauern gut besuchten weiten Rund in der Arena plötzlich breit.

Es ging also in die Verlängerung - doch mit VSG-Happyend. Der 4. Satz verlief anfangs ausgeglichen, wobei die VSG meistens knapp mit einem Punkt in Front lag.

Ein zwischenzeitlicher 12:13-Rückstand wurde durch eine Aufschlagserie von Kevin Foyer, der durch den Gästetrainer anschließend zum besten Coburger Spieler gewählt wurde, ausgeglichen. Nikola Poluga sorgte sogat für die 16:13-Führung.

Anschließend zeigte Krüger überraschend Diagonalangreifer-Qualitäten, versenkte den Ball zum 17:13. Auch Hansi Nürnberger und Maxi Meuter kamen für ein paar Ballwechsel kurz ins Spiel. Ein "Hammerschlag" von Daniel Malescha zum 24:20 ließ die Zuschauer stehend applaudierten, der Siegschrei lag vielen Fans bereit auf den Lippen.

Doch erst der vierte Matchball, ein Diagonalschlag von Paul Lohrisch auf die Seitenlinie, befreite alle von der Anspannung. Der erste Heimsieg in der 1. Bundesliga war unter Dach und Fach und es wurde gefeiert und frenetisch abgeklatscht.