Als die Feuerwehr das brennende Flugzeugwrack gelöscht hatte, war klar: Hier gibt es für die Sanitäter nichts mehr zu tun. Wolfram Krause, der organisatorische Einsatzleiter des BRK, dirigierte seine Kräfte deshalb um: Ein Rettungswagen blieb an der Absturzstelle, um notfalls Feuerwehrleute und Angehörige der Opfer versorgen zu können. Zwei Rettungswägen wurden am Flugplatz Steinrücken stationiert: Dort hatten die Teilnehmer eines Segelflugcamps den Absturz mitbekommen, genauso wie der diensthabende Flugleiter im Tower.

Krause forderte deshalb auch die psycho-soziale Notfallversorgung (PSNV) an. Die ist als solche einzigartig in Oberfranken: Notfallseelsorger,Kriseninterventionsteams der Rettungsdienste und die Nachbetreuer der Feuerwehren arbeiten hier zusammen.

Als erster traf Michael Reubel ein, der schnell weitere Kollegen anforderte. Vier begleiteten die Polizeistreifen zu den Angehörigen der Opfer. Eine betreute den Flugleiter auf dem Flugplatz Steinrücken. Und Reubel selbst ging an die Einsatzstelle zurück, wo die Feuerwehrleute die Toten bargen.

Keine leichte Aufgabe, wie Reubel weiß. Deshalb bieten die Notfallseelsorger bei solchen Einsätzen zwei Dinge an: Die Toten werden in einer kurzen Ansprache ausgesegnet. Das gibt den Helfern die Möglichkeit, den Einsatz wenigstens zum Teil für sich abzuschließen. Reubel ist selbst immer wieder beeindruckt, mit welcher Würde alle Beteiligten in diesen Situationen handeln. "Aber sie sagen auch, dass es ihnen gut tut." Zur Aussegnung am Sonntag kamen auch die Polizisten, Sachverständigen und der Flugleiter.

Das zweite Angebot besteht in einer Nachbesprechung, die Reubel zusammen mit seinem Kollegen Christian Beck am Sonntagabend den Feuerwehrleuten anbot. Rund 20 kamen noch einmal ins Feuerwehrhaus in Grub am Forst. "Die waren heilfroh, dass sie sich darauf eingelassen haben."