"Grüß euch Gott, alle miteinander" heißt es zu einer Operetten-Gala auf der Waldbühne Heldritt, an die vor wenigen Monaten noch keiner gedacht hat. Es klingt ein bisschen verschmitzt wie der alte Kasperl, der ruft: Ich bin wieder da. Der Überlebenswille einer nun 25-jährigen, über weite Strecken erfolgreichen und geschätzten Institution ist nicht zu unterschätzen.
Die Coburger Sommeroperette, in finanzielle und sonstige Turbulenzen geraten, ist unter Vorsitz von Adelheid Frankenberger nach Bad Staffelstein abgezogen. Da haben Gründungsmitglieder der Coburger Sommeroperette, allen voran der wie viele in Unfrieden geschiedene langjährige musikalische Leiter Reinhard Schmidt in die weite Landschaft gerufen und unter Künstlern, örtlichen Verbündeten und zahlreichen früheren Besuchern sofort soviel Resonanz erhalten, dass sie an eine Reorganisation gingen.
Zum Jubiläum, nun "25 Jahre Operette auf der Waldbühne" genannt, gibt es vom 10. bis 12. August zunächst mal Highlights quer durch die 28 Stücktitel der letzten 24 Jahre in Heldritt, eine bunte Gala in drei Vorstellungen unter der musikalischen Leitung von Reinhard Schmidt. Nach Jahren der Unterbrechung wird auch das bewährte Festivalorchester aus Ungarn wieder zu Gast sein.
Das Programm mit "Künstlerinnen und Künstlern von damals und heute" unter der Moderation von Bernhard Maxara - auch er war schon vor 25 Jahren dabei - wird Paprika aus Ralph Benatzkys "Meine Schwester und ich", Zigeunergeigen aus Emmerich Kálmáns "Gräfin Mariza" oder beispielsweise auch dunkelrote Rosen von Carl Millöcker bringen, ach, alles, oder zumindest vieles, was einfach schön ist, von Carl Zellers "Vogelhändler" bis Paul Linckes "Frau Luna".


Liebe alte Bekannte

Die Mitwirkenden sind die Sopranistinnen Christine Ornetsmüller und Elke Kottmair, die Mezzosopranistin Elfriede Mohrenberger, die Tenöre Harald Wurmsdobler, Christian Engelhardt, Bernhard Maxara und Tobias Engelhardt und der Bass Wolfgang Krautwig.
Vorgesehen war ja auch Nicola Becht. Sie erinnern sich? Sie war 2008 und 2009 die Gräfin Mariza. Wie ihr damaliger Partner Andreas Schagerl ist sie mittlerweile international auf der Karriereleiter. Am 11. und 12. August wird sie bei den Bayreuther Festspielen zwei Konzerte zum Gedenken des 100. Geburtstages von Fridelind Wagner singen. Immerhin wird sie aber am 10. August als zusätzlicher Programmpunkt auf der Waldbühne dabei sein.
Aus Andreas Schagerl ist unterdessen übrigens Andreas Schager und der diesjährige Bayreuther Parsifal geworden. Die dreitägige Operetten-Gala soll zugleich der Neuanfang für die Operette auf der Waldbühne Heldritt werden. Für nächstes Jahr soll die Pramtaler Sommeroperette mit Carl Michael Ziehrers "Die Landstreicher" gastieren. Die hatte 2016 schon mit Leo Falls "Der fidele Bauer" tief berührt.
Und deren Vorsitzender Harald Wurmsdobler ist mittlerweile auch der Vorsitzende des neu gegründeten Vereins "Coburger Operettenfreunde", der mit Unterstützung der Stadt Bad Rodach und des Heimatvereines Heldritt die neuen Strukturen des Coburger Operettensommers schaffen soll.

Termine Grüß Euch Gott alle miteinander. Eine Gala mit Künstlerinnen und Künstlern von damals und heute. 25 Jahre Operette auf der Waldbühne Heldritt - 10. (Premiere), 11. August, 19.30 Uhr, 12. August, 15 Uhr

Kartenreservierung über die Waldbühne Heldritt, Geschäftsstelle in der Hauptstraße 9 in Bad Rodach, Tel.: 09564/800441,
Montag bis Freitag 9.30 bis 11.30 Uhr und 17 bis 19 Uhr, per Email: bestellung @ waldbuehne-heldritt.de, Eintritt: 25 Euro.

Reinhard Schmidt 1946 in Nürnberg geboren, wirkte an den Theatern Coburg, St. Gallen, Linz, Graz und München als Dirigent sowie bei den Salzburger Festspielen als Studienleiter unter Herbert von Karajan. Der Kapellmeister war seit 1994 musikalischer Leiter der Coburger Sommeroperette. 2011 beendete er sein Engagement in Heldritt. Schmidt ist musikalischer Leiter des Operettensommers Kufstein und Dirigent bei den Operettenfestspielen in Bad Hall. Er lebt in St. Gallen.

Harald Wurmsdobler Der Oberösterreicher studierte Gesang am Mozarteum Salzburg und in Wien. Auftritte führten ihn zum Chiemgauer Opernsommer, an die Opera National de Paris und zur Coburger Sommeroperette. Er ist Intendant der "Pramtaler Sommeroperette" und nun Vorsitzender des neuen Vereines Coburger Operettenfreunde.