Das hatten die wenigsten erwartet. Mit 1:3 verlor die VSG Coburg/Grub am Samstagabend in eigener Halle gegen den Tabellenvorletzten CV Mitteldeutschland. Die Gäste traten in der HUK-Arena nicht auf wie ein Abstiegskandidat. Ganz egal: Der Gegner überzeugte mit durchdachtem Spiel, hatte in den ersten beiden Sätzen immer eine Antwort auf die halbherzigen Aktionen der Gastgeber und bogen schnell auf die Siegerstraße ein.
Zwar kamen die "Schmiede" im dritten Satz zurück und agierten endlich so, wie es sich die Fans erhofft hatten, doch der dritte Satz entpuppte sich als Stohfeuer. Im vierten Satz war Mitteldeutschland wieder Herr im Haus und ging schnell mit 16:9 in Front, so dass die Fronten gegen die nun langsam aber sicher aufsteckenden Gastgebern geklärt waren.
Es war die bisher schwächste Heimleistung der Schützlinge von Itamar Stein, der nun Aufbauarbeit leisten muss, damit das Saisonziel - die direkte Qualifikation für die Playoff-Spiele - nicht unnötig in Gefahr gerät.



VSG Coburg/Grub gegen
CV Mitteldeutschland 1:3
(21:25; 18:25; 25:23; 15:25)

Das Spiel der VSG gegen die Piraten aus Mitteldeutschland begann wie erwartet mit vielen engen Ballwechseln. In der Anfangsphase machten sich die Spieler von Trainer Itamar Stein mit Aufschlagfehlern das Leben schwer und die Coburger waren deshalb in der eigenen Annahme oft unter Druck. Am Satzende leisteten sich die VSG-Angreifer dann zu viele leichte Fehler und der CV Mitteldeutschland ging mit 1:0-Sätzen in Führung.
Zu Beginn des zweiten Satzes zeigte sich den Zuschauern in der Arena ein ähnliches Bild wie im erstem Durchgang. Der CV Mitteldeutschland servierte solide und konnte seine Chancen im Angriff meist nutzen.
Die Mannschaft um den genesenen Kapitän Noah Baxpöhler fand hingegen weiterhin nur schwer ins Spiel und konnte nur mit Einzelaktionen überzeugen. Das einzig Gute war, dass die "Schmiede" trotz überschaubarer Leistung weiterhin an den Gästen dran blieben.
VSG-Trainer Itamar Stein nahm früh seine erste Auszeit und versuchte durch Spielerwechsel, Schippmann für Mauler und Thompson für Davis, neuen Schwung ins Spiel zu bringen.
Trotz der vielen Umstellungen sahen sich die Hausherren zur zweiten technischen Auszeit einem 11:16-Punktrückstand ausgesetzt. Die Annahme der VSG kam zwar im Anschluss stabiler ans Netz, doch im Angriffsspiel erreichte bis zu diesem Zeitpunkt kein VSG-Spieler Normalform. Der zweite Durchgang ging deshalb ebenfalls völlig verdient mit 25:18-Punkten an das Team von Gästetrainer Ulf Quell.


Redebedarf in der Pause

In der Zehn-Minuten-Satzpause hatte Trainer Itamar Stein einiges mit seinem Team zu besprechen. Die Ansprache des VSG-Trainers schien allerdings gewirkt zu haben, denn sein Team konnte sich zu Beginn von Satz 3 erstmals einem knappen Punktvorsprung erarbeiten.
Die Vestestädter wurden nun zunehmend sicherer, aber die Piraten aus Mitteldeutschland kämpften weiter um jeden Punkt. Immer wenn sich die VSG einen Vorsprung herausspielte, konnten die Gäste aus Mitteldeutschland wenig später den erneuten Punktausgleich schaffen. Kurz vor Satzende gelang es den VSG'lern dann, mit entschlossenen Spielaktionen den Satz mit 25:23-Punkten zu gewinnen.
Im vierten Satz lies das Team von Trainer Itamar Stein wieder viele sich bietende Chancen ungenutzt. Der CVM spielte schlichtweg konsequenter und konstanter. Druckvolle Aufschläge der Gäste ließen den Vorsprung immer weiter anwachsen und am Ende stand ein verdienter Sieg für Mitteldeutschland auf der Anzeigetafel in der Arena.


Stimmen zum Spiel

VSG-Trainer Itamar Stein: "Die Leistung, die wir heute gezeigt haben, war über weite Strecken einfach enttäuschend. Nach dem gewonnenen dritten Satz haben wir es verpasst, das Spiel nochmal zu drehen. Wir haben heute einfach zu unkonzentriert gespielt und deshalb verdient verloren."
VSG-Vorstandsmitglied André Dehler: "Wir sind heute mit Druck der Favorit zu sein in den ersten beiden Sätzen überhaupt nicht klar gekommen. Einigen unserer Spieler fehlte die nötige Lockerheit, die sie sonst auszeichnete. Es hilft aber nichts den verlorenen Punkten nachzutrauern, sondern wir müssen den Blick auf die kommenden Aufgaben richten."

Für die VSG Coburg/Grub spielten: Katzenelson, Tille, Mauler, Hrinak, Schippmann, Baxpöhler, Davis, Thompson, Schattenberg, Kostolani
verletzt: Kwiechien, Weber
Trainer: Itamar Stein
MVP: Milan Hrinak (VSG) /
Ugo Buzelli (CVM). ct/ad