Ein Vormittag, gerade noch in der Ferienzeit: Das Waldbad liegt idyllisch einige Kilometer außerhalb der Kurstadt, die Wassertemperatur beträgt 16 Grad Celsius. Badegäste verirren sich an diesen kühlen Tagen nicht hierher, nur eine Frau mit Wanderstock erkundet neugierig das Gelände. Für Bademeister Frank Brehm sind es ruhige Tage, auch wenn es natürlich immer wieder Instandhaltungsarbeiten rund um das Badegelände zu verrichten gibt und er darüber hinaus auch für den angrenzenden Campingplatz zuständig ist.

Von 9 bis 19 Uhr hat das Naturbad jeden Tag seit Mai geöffnet; der Eintritt kostet für Kinder einen Euro, für Erwachsene 2,50 Euro. Zurzeit allerdings sind die Öffnungszeiten mehr oder weniger "Auslegungssache": Wie lange das Waldbad öffnet, hängt vom Wetter ab. Wer hat schon Lust, bei wolkenverhangenem Himmel und zwölf Grad Außentemperatur seine Bahnen zu ziehen? "Ein paar Jahreskarteninhaber kommen auch bei schlechterem Wetter immer mal zum schwimmen", erzählt Frank Brehm über hartgesottene Stammgäste.

Die idyllische Liegewiese jedoch bleibt leer, gefragt allerdings ist die heiße Dusche nach dem frischen Bad. An Regentagen ohne Aussicht auf Sonnenschein bleibt das Naturbad inzwischen ganztägig geschlossen. An solchen Tagen macht Frank Brehm am Morgen lediglich einen Kontrollgang durch die grüne Idylle, nachdem es im letzten Jahr einen Einbruch gab: "Die Leute sollen wissen, dass jemand da ist und sich kümmert."

Und dann ging es bergab?

Wie schaut es dann also aus, mit einer Bilanz für den Sommer? "Es ging dieses Jahr recht früh los", erläutert der Bademeister den gelungenen Start in die Badesaison. "Am Pfingstwochenende hatten wir über 1000 Besucher pro Tag." Größere Zwischenfälle oder schlimmere Badeunfälle gab es zum Glück auch bei regem Betrieb nicht. "Es ist ja doch recht übersichtlich", erzählt Brehm, der das Bad nunmehr bereits im zweiten Jahr leitet. Im Schwimmbereich hat der "Stöckenteich" zwei Meter Wassertiefe, im flach abfallenden Badebereich sind es lediglich bis zu 1,30 Meter. Schürfwunden und Mückenstiche verarzten - , das jedoch gehört zum Tagesgeschäft der Badeaufsicht. Im Verlauf des Sommers kamen jedoch vermehrt Tiefdruckgebiete nach Deutschland, die Regen und Gewitter mit Starkniederschlägen mit sich brachten - mit deutlichen Auswirkungen für den Betrieb des naturnahen Freibades.

Einen Schnittpunkt in dieser Hinsicht nennt Frank Brehm den Familientriathlon, der am 10. August stattfand. Nach der (auch wettertechnisch) gelungenen Veranstaltung wurde das Wetter deutlich schlechter: "Ab da war einfach nicht mehr viel los." Einen Lichtblick jedoch gibt es: Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang vermelden die Wetterdienste für die kommenden Tage sommerliche Temperaturen. "Vielleicht haben wir ja Glück", hofft Frank Brehm.


Die Schwimmbäder im Landkreis

Autenhausen Das Bad in der Freizeitanlage wird derzeit nur bei schönem Wetter geöffnet. Ein offiziell "letzter Badetag" wurde nach Angaben aus der Stadtverwaltung noch nicht festgelegt.

Sonnefeld Bis zum Sonntag, 14. September, plant Bad-Betriebsleiter Bernd Steckmann derzeit den Freibadbetrieb. Wobei dieser Tag kein Fixpunkt ist, sagt Steckmann: "Wird das Wetter ganz schlecht, schließen wir vielleicht schon eher - kündigt sich für die dritte Septemberwoche eine Hitzewelle an, werden wir auch verlängern."