Ein dauerhafter ICE-Systemhalt einschließlich ergänzender Zugverbindungen zwischen Erfurt und Nürnberg, der Ausbau der Staatsstraße 2205 nach Bad Rodach und die Notwendigkeit eines Innovationsberaters finden sich nunmehr ganz oben auf der regionalen Prioritätenliste.

Die Veranstaltung des Regionalmanagements für Stadt und Landkreis Coburg verfolgte vor allem ein Ziel: gemeinsam die Region Coburg voranzubringen. "Im breiten Schulterschluss wollen wir ein Zeichen setzen, an dem niemand vorbei kommt. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen annehmen und unsere Chancen wirkungsvoll nutzen", sagt Regionalmanager Stefan Hinterleitner.

Als Arbeitsgrundlage diente das wirtschaftspolitische Zukunftskonzept "Perspektive 2020" mit seinen Aussagen über die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für das Coburger Land sowie den daraus abgeleiteten Projektvorschlägen. Hierzu diskutierten politisch Verantwortliche und Fachleute aus den Wirtschaftsförderungen Stadt und Landkreis, IHK und HWK, der Hochschule Coburg und der Agentur für Arbeit Coburg in thematischen Workshops über die Stellschrauben, die wichtig sind, um eine Region lebenswert zu gestalten.

Neue Ideen

Vorhandene Vorschläge aus dem Zukunftskonzept, aber auch neue Ideen, die auf der Konferenz entstanden sind, wurden auf ihren Nutzen und ihre Aktualität hin geprüft. Wohin gehen die Trends in der Regionalentwicklung? Wie entwickelt sich die Regionalförderung, die im kommenden Jahr in ihrer bisherigen Form ausläuft und ab 2014 neu strukturiert wird? Welche Möglichkeiten gibt es, dem Fördergefälle zu Südthüringen entgegenzuwirken? Wie sieht eine bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung nach dem Wegfall von Atomstrom aus?
Die Ergebnisse des ersten Konferenztags wurden in eine Prioritätenliste überführt worden. Zu den Projekten mit ebenso hoher Dringlichkeit wie besonderer Wichtigkeit zählen demnach:

• Dauerhafte Sicherstellung eines ICE-Systemhalts in Coburg einschließlich ergänzender Zugverbindungen zwischen Erfurt und Nürnberg
• Ausbau der Staatsstraße 2205 nach Bad Rodach
• Ausbau der Berufsorientierung und Sicherung der nonformalen Ausbildungsreife junger Menschen
• Einsetzung eines Innovationsberaters - nicht nur für hochschulnahe Projekte
• Gemeinsame Marketingaktivitäten zur Ansprache auswärtiger Fach- und Führungskräfte
• Entwicklung von Zukunftsbranchen
• Unterstützung von Existenzgründungen, speziell aus der Hochschule Coburg
• Entwicklung touristischer Produkte wie "FahrRAD & Fitness" als Grundlage eines einheitlichen Tourismusmarketings.

/>Ebenso als besonders wichtig, jedoch als weniger dringend wurden folgende Maßnahmen eingestuft: der Ausbau der Staatsstraße 2202, die Bestandspflege von Unternehmen, eine noch bessere Kooperation unserer Schulen untereinander sowie von Schulen und Bildungseinrichtungen mit der Hochschule Coburg, die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft und die Initiierung entsprechender Projekte zur regenerativen Energiegewinnung, die Einbindung von "Querdenkern, Seiteneinsteigern, kreativer und innovativer Köpfe" in die Regionalentwicklung sowie ein professionelles Binnen- und Außenmarketing fürs Coburger Land in Form einer Dachmarke.