Zogo setzt nach. Der grauweiße Murgesenhengst unter seinem Ritter "Sigismondo de Malatesta" lässt Sultan und "Sir Rowland Tempest" keine Chance zu wenden, um wieder angreifen zu können. Dieser Punkt im Schwertkampf zu Pferd geht an Sigismondo, den "Wolf von Rimini". Sigismondo hat tatsächlich gelebt, von 1417 bis 1468, wiederauferstanden ist er in der Veste Coburg in der Gestalt von Mike Canfor, der an der Seite von Ritter Heinrich von Reckrodt (Arne Koets) den Kampf im Turnier bestreitet.

Koets und Bertus Brokamp kommen aus den Niederlanden, Canfor aus England, Rowland Tempest alias Phillip Leitch aus Australien. Weltweit gibt es nur 24 Männer, die einen ritterlichen Zweikampf zu Pferd mit Schwert und Lanze führen können. Vier von ihnen reiten im westlichen Burghof der Veste Coburg, der fünfte, André Görlach, mimt den Kampfrichter und erläutert dem Publikum aus der Gegenwart die Regeln des ritterlichen Sports.

Ungefährlich war das "Rennen" schon im 15. Jahrhundert nicht. Auch heute riskieren die Reiter blaue Flecken und mehr - "unlock it" ruft Koets nach siegreichem Kampf seinem Knappen zu und deutet auf das Visier seines Helms: Keuchend holt er Luft, als es endlich hochgeklappt ist.

Vor fünf Jahren, beim großen Ritterturnier von St. Wendel, hatte der Turnierplatz eine Längsschranke; die Ritter galoppierten diese Schranke entlang aufeinander zu. In Coburg reiten sie nun ohne diese Mittelschranke gegeneinander an - und meist gehen die Lanzen daneben. Sie sind nicht abgeschwächt oder ausgehöhlt, auch das eine Besonderheit des Coburger Turniers. Kurz: Alles im Burghof ist so sehr 15. Jahrhundert, wie es nur sein kann - Fanfaren vom Balkon des Fürstenbaus inbegriffen.

Drei Vorstellungen sind noch angesetzt: Heute, Donnerstag, sowie am Samstag, 12., und Sonntag, 13. August, jeweils 16 Uhr. Wer noch keine Karte hat, sollte sich vorab in den Kunstsammlungen der Veste Coburg erkundigen, ob es noch welche gibt (Telefon 09561/879-19).