Was ist eine Schweizerei? Diese frage kennt Heike Beier nur zu gut: "Die Leute Fragen immer warum dieser Name und was ist eine Schweizerei." Mit dieser Fragerei ist es vorbei, denn nun schmückt eine hölzerne bemalte Tafel den Eingangsbereich der Schweizerei, die heute eine Gastwirtschaft ist.

Dort können die Besucher die Historie der Schweizerei und seiner Umgebung nachlesen. Dietrich Schulz brachte die Tafel vorbei, aber getrübt wurde das freudige Ereignis durch das Fehlen von Altbürgermeister Ferdinand Fischer. "Er ist durch Krankheit leider immobil und kann nicht selber kommen, ich vertrete ihn", erklärte Schwiegersohn Schulz. Auch bei den Beiers hat der bald 95-jährige Fischer einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Als er vor rund zwei Jahren erfuhr, dass wir die Schweizerei wieder aufbauen, war er öfters zu Besuch", erinnert sich Angelique Beier, die jüngste Tochter.

Gemeinsam mit Dietrich Schulz hat der begeisterte Regionalhistoriker Fischer die Daten zusammengetragen. "Ferdinand hatte die Idee, den Ort und seine Geschichte im Bewusstsein der Bevölkerung zu erhalten", erklärt Schulz die Beweggründe des Altbürgermeisters für den Bau der Tafel.

Die künstlerische Umsetzung hat Gerhard Seidel übernommen. Ein lebensfroher und agiler Mann, der aus der selben Generation wie Altbürgermeister Fischer kommt. "Ich bin doch erst 90", sagt Seidel, wenn man ihn nach seinem Alter fragt. Er hat in Leipzig Malerei und Grafik studiert und kam 1948, durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges, nach Rödental. "Als ich die Tafel gemacht habe war ich krank und konnte manchmal nur eine halbe Stunde am Tag arbeiten. Normalerweise brauche ich für so etwas eine Woche", erklärt Seidel.

Seit zwei Jahren geöffnet

Die Aufregung und Freude war Heike Beier und ihrer Familie, den drei Kindern, Ehemann Uwe und der Großmutter, an diesem Tag anzumerken. Seit zwei Jahren sind sie die Betreiber der Gastwirtschaft Schweizerei Rödental. "Der Zustand der Gebäude war katastrophal", erinnert sich Heike Beier. Zwar gibt sie in ihrer Speisekarte schon einen kleinen Einblick in die lange Geschichte des Ortes neben dem heutigen Werksverkauf der Firma Goebel, aber über die Tafel freute sich die gesamte Familie.

Noch überlegen sie, wo genau die Tafel mit den Zeichnungen und den historischen Fakten aufgehängt werden soll - wahrscheinlich direkt am Eingang. Wenn demnächst wieder einmal Gäste fragen, was eine Schweizerei ist, dann können sie es dank Ferdinand Fischer und Gerhard Seidel nun nachlesen.